Ludwigshafen Auf der Jagd nach der besten Rundenzeit
«Dannstadt-Schauernheim.» Der Modellauto Club (MAC) Dannstadter Höhe hatte fürs Wochenende zum finalen Lauf des Hessen-Cups für ferngesteuerte Elektro- und Verbrenner-Buggys im Maßstab 1:8 auf seiner neuen Strecke in der Gemeinde eingeladen. Am Start waren knapp 100 Fahrerinnen und Fahrer.
Schon vom Parkplatz aus hört man das hornissenartige Summen der gar nicht so kleinen Autos, die auf dem anspruchsvollen Rundkurs von ihren Piloten per Funk auf der Jagd nach der besten Rundenzeit gesteuert werden. Der Geruch von Nitrobenzin hängt in der Luft und die Zelte des Fahrerlagers, in denen fleißig an den Rennwagen geschraubt wird, vermitteln eine Atmosphäre wie beim Formel-1-Rennen auf dem Hockenheimring. Hier in Dannstadt kann mit den Fahrern, die fast immer ihre eigenen Mechaniker sind, jedoch ohne vorherige Terminvereinbarung geredet werden. „Wir haben für das Abschlussrennen ein tolles Wetter erwischt, die Strecke und die Organisation beim MAC ist sowieso immer super“, erzählt Vanessa Wende, die für den MSV Linsengericht startet. Auch der Dannstadter Rennleiter Marc Staiger zeigt sich zufrieden: „Die Teilnehmer am Hessen-Cup kommen aus dem Saarland, der Pfalz und natürlich aus Hessen. Das Feld mit 96 Startern und Starterinnen in drei Klassen ist für unseren Verein eine Bestätigung, dass wir vieles richtig gemacht haben.“ Das fängt bei der neugestalteten Strecke an, die mit zwei unterschiedlich griffigen Kunstrasensorten bespannt ist, und geht weiter über die Pavillons für die Teams bis hin zur ausgezeichneten Verpflegung, um die sich der Vereinsvorsitzende Ralf Renneberg persönlich kümmert. Mittlerweile haben die mit Benzin betriebenen RC-Cars ihre Qualifikationsrunden beendet. „Wir fahren mit Motoren, die bis zu 120 Stundenkilometer schnell werden“, sagt Staiger. Im Regelheft seien Komponenten wie Spoiler, Gewicht und Reifen genau festgelegt, und es sei die Kunst der Fahrer, die Autos auf die jeweilige Strecke einzustellen. Ungefähr 1000 Euro seien für ein wettbewerbsfähiges Fahrzeug anzulegen. Dazu kommen an einem Rennwochenende die Kosten für Reifen, Startgeld und Verschleißteile. „Es geht immer etwas zu Bruch während eines Rennens“, sagt einer der Fahrer. „Die Hälfte meines Kofferraums ist deshalb für Ersatzteile reserviert.“ Auf stabilen Tischen werden die letzten Einstellungen an den Elektro-Rennwagen gemacht, bevor die erste Gruppe von neun Buggys an den Start geht. Der Unterschied zu den Benzinern ist enorm. Nahezu lautlos, aber nicht weniger schnell, sausen die bunten Autos über die Rennstrecke. „Um ganz vorne mitfahren zu können, braucht es Rundenzeiten von unter drei Minuten. Jede falsch angefahrene Sprungsequenz und jedes Verbremsen rächt sich“, erläutert Staiger. Die Konzentration ist auf den Gesichtern der Hobby-Rennfahrer auf dem erhöhten Fahrerstand abzulesen. Mit der Fernsteuerung in der Hand muss in Sekundenbruchteilen auf unterschiedliche Fahrsituationen reagiert werden. Die jeweilige Rundenzeit wird den Zeitnehmern mit in den Autos eingebauten Transpondern übermittelt, nach Sprüngen auf dem Dach landende oder festgefahrene Fahrzeuge werden von den Streckenposten wieder flott gemacht. Nach zehn Minuten ist der Trainingslauf beendet. Die Piloten sind – nicht nur wegen des warmen Wetters – schweißgebadet und werden von den Zuschauern mit Applaus verabschiedet, bevor die nächste Gruppe an den Start geht. „Gefahren wird bei jedem Wetter und das ganze Jahr“, sagt Staiger, „und unser Verein freut sich über jeden, der zuschauen oder mitfahren möchte.“ Autorennen mit den ferngesteuerten Flitzern ist ein Hobby, das technisches Verständnis, Gefühl für das Fahrzeug und die Strecke sowie eine schnelle Reaktion verlange. Durch die herzliche Atmosphäre beim MAC Dannstadter Höhe fällt es umso leichter, sich für diesen Sport zu begeistern.