Ludwigshafen Auf dem Sprung ins Rampenlicht

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MUTTERSTADT. Mit noch nicht einmal 16 Jahren hat Hochspringerin Meike Reimer aus Mutterstadt zu ihrem ersten Höhenflug angesetzt. Heute startet sie mit den deutschen U20-Leichtathleten nach Stockholm, reist dann nach Eskilstuna weiter und hat am Freitag ihren ersten internationalen Wettkampf.

Da beginnt die Qualifikation in dem kleinen Stadion des 65.000-Einwohner-Städtchens in Södermanland, in dem man das Jahr über zwei Fußball-Zweitligisten die Daumen drückt und nun die besten Leichtathleten Europas, die jünger als 20 Jahre sind, zu ihren Titelkämpfen empfängt. Ob es fürs Finale am Sonntag reicht, weiß niemand, aber das ist auch nicht das wichtigste Ziel der Zehntklässlerin am Paul-von-Denis-Gymnasium in Schifferstadt. Meike Reimer muss sich erst einmal orientieren. Fast alles, was da auf sie zukommt, ist Neuland. Ihr Vater Klaus Reimer, der vor zwei Wochen in Mannheim als aufmerksamer Beobachter am Rande stand, sagte: „Es geht alles verdammt schnell, es kommt so überraschend. Vor einem Jahr hätte das keiner geahnt.“ Vor einem Jahr – da war Meike bei 1,75 Meter angekommen, nachdem sie mehr und mehr von den Erfahrungen des Hochsprungexperten Juri Tscherer profitierte. Ihr erster Trainer Klaus Scheible hatte sie bei der TSG Mutterstadt aufgebaut, Reimer war dann Tscherer aufgefallen, kam einmal die Woche zu ihm ins Training. Zum Jahresbeginn wechselte sie zum ABC Ludwigshafen. „Sie hat lange Beine, ideale Voraussetzungen“, sagt Tscherer über seine Athletin, die mit ihrem Sieg und den 1,81 Meter bei der DLV-Juniorengala alles klar machte. Aber die 16-Jährige, die in Schweden die Jüngste im deutschen Team sein wird, wusste nicht so recht, wie ihr geschah. Sofort war eine so genannte Chaperon zur Stelle, die sie nicht aus den Augen ließ, zur Dopingkontrolle führte und danach zur Siegerehrung. Der für die Hochspringerinnen zuständige Berliner Jan Keil zeigte ihr gleich an, dass die Reise nach Eskilstuna klappen wird. „Das ist so cool, das hätte ich nicht gedacht“, meinte Meike Reimer, „ich hatte gehofft, dass es klappt, aber es sind so viele deutsche Hochspringerinnen auf einem Niveau. Es war eher ein Traum.“ Ein Traum auch für Juri Tscherer, hat er doch endlich wieder eine international startende Athletin zu betreuen. Der letzte war Christian Reif bei der WM 2007 in Osaka, davor Elena Herzenberg bei Hallenmeisterschaften in Lissabon, Wien und Birmingham zwischen 2001 und 2003. Herzenbergs Bestleistung steht bei 1,94 Meter. Für Meike Reimer ist es noch ein Stück des Wegs dahin. Aber: „Sie kann sehr schnell umsetzen, was man ihr sagt. Ihr Problem ist noch, dass sie zu viel denkt, das stört die Automation des Ablaufs“, sagte Tscherer. Der war voller Freude und Stolz an diesem 28. Juni in Mannheim.

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