Ludwigshafen Auch mal eine ruhige Kugel schieben
«Dannstadt-Schauernheim.» Das traditionelle Frühjahrs-Boule-Turnier im Biergarten des Turnerheims des TV 1888 Dannstadt hat am Mai-Feiertag etliche Spieler auf die Bahnen gelockt. Vom Profi bis zum Anfänger war alles vertreten. Am Ende ging der Sieg an das Team um Yussuf Evcan und Wolfgang Apfelbacher – beides erfahrene Spieler.
Beim Boulen geht es gesellig zu, ein bisschen wie im Biergarten. Darum haben die meisten Spieler bereits ein frisch Gezapftes in der Hand. Und es gibt natürlich ein paar Sprüche zum Talent des Kontrahenten, die aber stets liebevoll gemeint sind. „Oft sind es die gleichen Gesichter, die hier auftauchen, doch es gibt immer ein paar Neue“, berichtet Uwe Hirtz vom TV, der seit Jahren den Grill betreut und die Spieler dabei im Auge hat. Wer Lust hat, kann mitspielen und sich zur Not auch Kugeln leihen. Philipp Dylka wird als Schriftführer bestimmt. Neben seinen Würfen trägt er die Spielergebnisse ein. Zählen muss jedes Team selbst. Wer zuerst 13 Punkte hat, gewinnt. Einen Punkt erreicht man, wenn die schwere Boulekugel am nächsten an der kleineren Zielkugel, im Fachjargon Schweinchen, zum Liegen kommt. Dabei dürfen die Kugeln der Konkurrenten durchaus weggeschossen werden. Der Kreis, aus dem geworfen wird, wird – ganz unkompliziert – mit dem Fuß grob im Kies markiert. Damit es fair zugeht, werden Zweierteams gelost. So haben die Anfänger größere Chancen, mit einem erfahreneren Spieler zusammenzuspielen. Die Teams wiederum werden in zwei Gruppen unterteilt. Um den Einzug ins Finale kämpfen dann die zwei besten Teams jeder Gruppe. Gespielt wird auf vier Bahnen, die mit gespannten Seilen abgesteckt sind. Früher sah das Gelände deutlich wilder aus, erzählt Uwe Hirtz. Ein Kinderspielplatz wurde neu gebaut, Sanitäranlagen errichtet und eine Überdachung gezimmert. Die sonst sehr ruhige und idyllische Lage wird während des Turniers etwas lauter. Irgendwann erwacht der Ehrgeiz, und da passt es gar nicht ins Bild, wenn die Anfängerkugel plötzlich besser liegt als die eigene. Geht ein Wurf daneben, dann hängt es selbstverständlich nie am Spieler, Schuld ist die unebene Bahn, die plötzliche Windböe oder die Sonne, die blendet. Da sind sich alle einig. Aber auch sonst gibt es keine großen Diskussionen. „Man geht zusammen zu den Kugeln und entscheidet gemeinsam, welche am nächsten liegt. Notfalls gibt es Maßbänder“, erklärt Uwe Hirtz. Ein heißer Favorit auf einen der vorderen Plätze ist eigentlich immer Carlo Di Paolo, der Wirt des Turnerheims. Der hat aber dieses Jahr zu viel in seiner Gastronomie zu tun und kann nicht mitspielen. Nach einigen Stunden steht das Team um Yussuf Evcan und Wolfgang Apfelbacher als Gewinner fest. Dahinter folgen Francisco Gomez-Sierra und Martina Beinlich auf Platz zwei, das Team um Paul Rudeck und Erhard Moll wird Dritter. Es ist Ehrensache, dass zu den ausgeschriebenen Geldpreisen auch noch eine Flasche Hochprozentiges gereicht wird, die die Sieger aber brüderlich teilen. Wie gesagt, beim Boulen geht es gesellig zu.