Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel ASV Fußgönheim will Spieler länger an Verein binden

Personalnot: Trainer Myftari könnte in Pirmasens auflaufen.
Personalnot: Trainer Myftari könnte in Pirmasens auflaufen.

Es ist erst ein paar Wochen her, da hat Fußball-Verbandsligist ASV Fußgönheim auf den letzten Drücker das Ticket für die neue Saison gelöst. Es ist die zehnte in Folge für den ASV in dieser Liga und die 17. insgesamt in den vergangenen 20 Jahren. Trainer Fisnik Myftari hofft auf eine Runde in ruhigerem Fahrwasser.

Als die Fußgönheimer 2013 unter Spielertrainer Christian Schäfer souverän Meister wurden und in die Verbandsliga zurückkehrten, waren der VfL Neustadt, Südwest Ludwigshafen und der TDSV Mutterstadt noch Klassenkameraden des ASV. So lange wie die Schwarz-Weißen spielen nur Jahn Zeiskam und die SG Rieschweiler ununterbrochen in dieser Liga. Damals und vor allem in den Jahren nach dem ersten Aufstieg 2003 kennzeichneten eine personelle Kontinuität und großer Zusammenhalt die jeweiligen Kader der Fußgönheimer. Das hatte sich in den vergangenen Jahren gravierend verändert. Es gab von Saison zu Saison ein ständiges Kommen und Gehen fast in Kompaniestärke.

Das soll der Vergangenheit angehören, und da kommt Coach Fisnik Myftari ins Spiel: „Es war schon im Winter klar, dass wir in der Sommertransferperiode noch mal viele Veränderungen haben werden, aber ich habe die Hoffnung, dass Akteure künftig länger als nur ein Jahr beim Verein bleiben.“ Die Zuschauer konnten sich damals mit dem Team identifizieren, was früher ein großes Plus gewesen sei. Dies gelte es wieder zu erreichen. Im Winter lag das Augenmerk bei den neuen Kräften einzig und allein auf der Qualität, die nötig war, um in der Liga zu bleiben, jetzt spielt auch das Geburtsdatum eine Rolle. Von den zwölf neuen Spielern sind die meisten noch sehr jung, hoch talentiert und entwicklungsfähig. Sieben Akteure haben den Verein verlassen.

Ex-Profi Philipp Stiller wieder da

Der prominenteste Neue ist ein alter Bekannter: Philipp Stiller (32), Ex-Profi und polnischer Junioren-Nationalspieler, hat zwischen 2015 und 2017 schon mal in Fußgönheim gespielt. „Ich bin froh, dass er da ist. Philipp ist eine große Hilfe, auch weil wir die dieselbe Auffassung von Fußball haben“, erklärt der Coach. Stiller sei als spielender Co-Trainer mit Schwerpunkt Athletik, eine Bereicherung und Autorität, dazu fachlich überragend. Und er kann helfen, die enorm große Lücke, die Kelly Botha und Daniel Fichtner in der Abwehr hinterlassen haben, zu schließen.

Der zweite erfahrene Kicker ist Verteidiger Berkant Sahin (27), der lange beim LSC war, die Saison 2018/19 für Fußgönheim spielte und zuletzt das Trikot der DJK Ziegelhausen/Peterstal trug. „Berkant redet viel mit den jungen Spielern, kommt aber aus einer langen Verletzungspause und hat noch Rückstände aufzuarbeiten“, verdeutlicht Myftari. Wäre gut, wenn er bald fit wäre, denn Routinier Bartosz Franke laboriert weiter an einem Fersensporn und Ardit Palevic fällt aus privaten Gründen bin in den September hinein aus. Trotzdem rechnet der Coach damit, dass es in dem 25-köpfigen Kader ein Hauen und Stechen um die Stammplätze geben werde. Myftari ist überzeugt davon, dass sich Fußgönheim im Lauf der Runde steigern werde, zumal zu Beginn etliche Spieler im Urlaub sind. In der starken Liga hofft er, dass der ASV mit dem Abstieg nichts zu tun habe.

„Ich bin sehr froh, dass sich Stefan Wehe und Giuseppe Vitale um viele Dinge kümmern“, sagt Myftari. Wehe ist kürzlich zum neuen Vorsitzenden der Fußgönheimer und damit zum Nachfolger von Andreas Kirsch gewählt worden, und der Sportliche Leiter Vitale kümmere sich im Hintergrund tatkräftig um die Sponsoren. Das Trio deckt nahezu komplett das operative Geschäft des ASV ab.

Hohe Ausfallliste

Am Sonntag, 15 Uhr, wird es ernst. Die Fußgönheimer starten mit einem Auswärtsspiel beim FK Pirmasens II. „Die Voraussetzungen sind ungünstig, weil rund ein Dutzend Spieler aus unterschiedlichen Gründen ausfallen“, blickt Myftari sorgenvoll auf das Wochenende. Er selbst wird wohl auf der Bank sitzen. Vermutlich verteidigt der ASV mit Fünferkette.

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