Spiel des Tages
ASV Fußgönheim besiegt TuS Altrip 3:0
Tolle Tore, bissige Zweikämpfe, hochkarätige Torchancen, Rudelbildung und Emotionen – das Bezirksligaduell zwischen Spitzenreiter ASV Fußgönheim und Verfolger TuS Altrip erfüllte alle Erwartungen. Mit dem 3:0 (1:0) verteidigten die Gastgeber nicht nur die Tabellenführung, sondern haben nach fünf Spielen weiterhin die optimale Punkteausbeute.
Die Gastgeber hätten es sich deutlich einfacher machen können. Bevor Ronny Krause (38.) die hochverdiente Führung für die Gastgeber erzielt hatte, vergab der ASV gleich drei hundertprozentige Gelegenheiten, bei denen es deutlich schwerer war, den Ball eben nicht im Tor unterzubringen.
Krause schiebt ein
Jannik Said (14.) musste einen Abpraller aus knapp elf Metern mit dem schwächeren rechten Fuß nehmen, verzog deutlich über das Tor. Ziya Köroglu hatte vier Minuten nach Solo von David Schinnerer genauso die Führung auf dem Fuß, wie Krause (29.), der nach mehreren Abprallern plötzlich völlig frei vor Torwart Maximilian Stupp stand, aber den Ball nicht am Gästetorhüter vorbeibrachte. Knapp zehn Minuten später konnte er sich gegen den Führungstreffer praktisch nicht mehr wehren. Nach einem blitzsauberen Angriffsspielzug von der rechten Verteidigungsseite über eine schnelle Mittelfeldstafette zur linken Angriffsseite und von dort so perfekt und scharf von Jannik Said in die Mitte gepasst, dass Krause nur noch den Fuß hinhalten musste.
„1:0 ist ein gefährliches Ergebnis“, trauerte ASV-Trainer Dennis Pfeiffer den vergebenen Chancen ein wenig hinterher. Insgesamt waren er und sein gleichberechtigter Trainerkollege Thomas Gomola mit der Leistung seiner Mannschaft aber zufrieden. „Es war das erwartet schwere Spiel, aber die Mannschaft hat sich diesen Sieg gut erarbeitet.“ Vor allem ein Aspekt hat ihm dabei gut gefallen: „Wir haben über die gesamten 90 Minuten kaum etwas vor unserem Tor zugelassen.“ Tatsächlich war ein Kopfball von Andelo Srzentic in der Nachspielzeit nach einer Ecke die klarste Chance für die Altriper, die eigentlich gut ins Spiel gefunden hatten, aber dieses schön anzusehende Passspiel nicht bis vor das gegnerische Tor brachten. Ein früher, aber harmloser Warnschuss von Deniz Tancredi (3.) blieb die einzig zählbare Ausbeute. Und nach gut zehn Minuten drehte sich das Spiel so langsam, übernahm der ASV die komplette Kontrolle. TuS-Trainer Dirk Warnecker kannte gleich mehrere Gründe dafür: „Am Ende kommt es im Fußball auf ein paar Grundtugenden an.“ Laufbereitschaft sei eine davon. „Und Fußgönheim war einfach bereit, mehr zu laufen.“ Einen Vorwurf wollte er seiner Mannschaft deshalb aber nicht machen. „Wir haben andere Ziele als der ASV.“ Insgesamt fehle seiner jungen Mannschaft ein wenig die Erfahrung, und ein Teil des Kaders habe noch Trainingsrückstand. „Wir hatten heute drei Spieler dabei, die nach ihrem Urlaub heute das erste Punktespiel gemacht haben. Es dauert einfach noch ein paar Wochen, bis wir voll auf der Höhe sind.“
Gelb für Warnecker
Immerhin waren weite Teile der zweiten Hälfte wesentlich ausgeglichener. Fußgönheim kam nicht mehr gefährlich vor das Tor. Altrip kämpfte verbissen im Mittelfeld. Manchmal allerdings auch ein wenig übermotiviert. So erhielt der eingewechselte Jan Warnecker fünf Minuten nach dem Seitenwechsel direkt die gelbe Karte. Er hatte Gegenspieler Markus Bussek mit dem Fuß am Kopf getroffen – es war der Auftakt für eine hektische Phase, in der Schiedsrichter Michael Speier (Westhofen) Mühe hatte, die Übersicht zu behalten. Sieben gelbe Karten, davon zwei für die Gastgeber, waren dabei noch eine eher harmlose Ausbeute. Immerhin bat der Unparteiischen nach einem Foul gegen Jan Warnecker (78.), für das Schinnerer gelb gesehen hatte, beide Trainer zum beruhigenden Gespräch auf den Platz. Das half. Zumal Tobias Winsel das Spiel auf seine Art beruhigte. Sein erster Versuch wurde dabei noch abgeblockt, aber mit dem zweiten Anlauf traf er zum 2:0 (83.) – die Vorentscheidung, Ziya Köroglu beseitigte mit seinem Treffer zum 3:0 drei Minuten vor dem Ende auch noch die letzten Zweifel. Ärgerlich aus Sicht des Gästetrainers: „Wir hatten gerade unsere Innenverteidiger in den Sturm geschickt und mit dem ersten Konter fangen wir uns das 2:0.“ Da hätte er sich ein wenig mehr Biss von seiner Mannschaft in der Verteidigung gewünscht. Den verdienten Sieg für die Gastgeber räumte er ein, auch wenn aus seiner Sicht ein wenig mehr drin gewesen wäre. Dafür hätte der Schuss von Norichika Nuriyam (78.) aus knapp elf Metern aber zumindest aufs Tor kommen müssen – der Schuss wurde geblockt und damit war der Weg zum deutlichen Fußgönheimer Sieg im Spitzenspiel frei.