Fußball
Arminias Lukas Kebernik spielte einst gegen Jamal Musiala
Das letzte Spiel in Eisbachtal bestritt die Arminia am 1. April 2023. Es war eine wilde Partie, in der die Gäste schnell 0:3 und zur Pause 2:5 zurücklagen. Am Ende reichte es zu einem spektakulären 5:5. Die Torschützen waren zweimal Fabian Herchenhan, Matteo Monetta und Alexander Biedermann bis zum 4:5. Von ihnen steht keiner mehr im Kader. Das 5:5 markierte Lukas Kebernik in der 90. Minute. Aber auch der lange Innenverteidiger wird am Samstag, wenn die Partie um 16 Uhr angepfiffen wird, nicht auflaufen. Er ist ebenso wie Jamie Tahedl wegen einer Roten Karte aus dem Spiel gegen Rot-Weiß Koblenz gesperrt.
Doch es ist nicht die einzige schlechte Nachricht, die Innenverteidigung betreffend. Auf dieser Position war der FCA in der vorigen Saison üppig besetzt. Lukas Hartlieb hatte seinen Platz sicher, seine Nebenleute wechselten: Wal Fall, Kebernik, Fabian Herchenhan, Sebastian Lindner, Daniel Fichtner oder Felix Jung und am Ende auch Marc Ehmann spielten dort. Acht Akteure, von denen vier nicht mehr im Verein sind, Ehmann wieder in den USA studiert und Hartlieb sich das Kreuzband gerissen hat. Und die beiden verbliebenen Akteure fallen in Eisbachtal gleichfalls aus. Kebernik ist gesperrt und Fall im Urlaub. Somit heißt es für Trainer Chris Chorrosch: Innenverteidiger gesucht.
Impertros Angebot
Mit einem Augenzwinkern brachte sich Sportchef Markus Impertro am Samstag nach der Begegnung mit Rot-Weiß Koblenz ins Gespräch und kündigte sein Kommen zum Training an. Chorrosch machte den Spaß mit und bat den Funktionär, die Scheinbeinschoner nicht zu vergessen. Doch eigentlich ist dem Coach nicht zum Lachen zumute. Die Position des Innenverteidigers zwingt ihm zum Tüfteln. „Jetzt sind kreative Lösungen gefordert“, weiß der 35-jährige Übungsleiter.
Der 21 Jahre alte Lukas Kebernik schätzt die Situation, die am Samstag zu seiner ersten Roten Karte führte, richtig ein: „Ich bin zu früh auf den Boden und einen Schritt zu spät gekommen. So in den Zweikampf zu gehen, war zu ungestüm und die falsche Entscheidung.“ Wegen der jetzt folgenden Sperre muss Kebernik auf sein 50. Oberligaspiel, das eigentlich in Eisbachtal über die Bühne gehen sollte, noch mindestens eine Woche warten. Dass die Arminia bis zum Platzverweis nur eine klare Torchance der Koblenzer zuließ und im Verbund sehr gut verteidigte, ist auch ein Verdienst Keberniks.
Gegen Musiala gespielt
„Lukas arbeitet sehr gut gegen den Ball, macht vieles richtig und hat dafür gesorgt, dass nach der schweren Verletzung von Lukas Hartlieb im Defensivzentrum keine Baustelle entstanden ist“, lobt Chorrosch den 1,94 Meter langen Defensivmann, der in der dritten Saison beim FC Arminia spielt. Weiterentwickeln könne er sich im Spiel nach vorne. Da sollte er schneller Entscheidungen treffen, um seinem Spiel eine noch größere Souveränität zu verleihen. Dazu könne er mit seiner Größe auch noch torgefährlicher werden. „Ja, das stimmt. Zwei Oberligatore und noch ein, zwei Treffer in Pokalspielen, das ist eine ausbaufähige Bilanz“, räumt Kebernik ein.
Der gebürtige Otterstadter begann seine Laufbahn bei der ortsansässigen TuRa zunächst als Stürmer. In der D-Jugend wechselte er zum FC Speyer 09 und lief ab der C-Jugend für den Karlsruher SC auf. Dort wurde er zum Abwehrspieler umgeschult. Mit der U17 des KSC spielte er in der Junioren-Bundesliga. „Eine coole Erfahrung. Ich habe damals viel gelernt und mitgenommen“, schildert Kebernik seine Zeit bei den Badenern. Cool sei auch die Begegnung beim FC Bayern München gewesen, weil bei den Bayern ein gewisser Jamal Musiala kickte. Im letzten A-Jugendjahr spielte der Anlagenmechaniker, der im Februar seine Ausbildung beendete, wieder in Speyer, bevor er zur Arminia wechselte.
Das Vakuum in der Zentrale wird Chorrosch wohl mit dem defensiven Mittelfeldspieler Philip Krischa (21), der bereits am Samstag nach Keberniks Platzverweis in die hinterste Reihe rückte, und Hasan Yalcinkaya (19) füllen. Yalcinkaya holte sich am Sonntag im Reserveteam Spielpraxis und arbeitete im Training Rückstände auf. „Denkbar ist, dass Nils Wannemacher im Mittelfeld aufläuft“, spricht der Coach über seine Überlegungen, den 20-Jährigen erstmals für die Startelf zu nominieren. Eisbachtal sei eine junge, homogene Mannschaft, die in der Regel mit einer zentralen Spitze agiere. Im Aufsteigerduell in Idar-Oberstein feierten die Westerwälder ihren ersten Auswärtssieg, der für Euphorie und eine breite Brust sorgen dürfte.