Fussball
Arminia-Torwunder Bastian Hommrich mit stolzer Bilanz
Es könnte eine Frage wie bei Günter Jauchs berühmter Fernsehsendung „Wer wird Millionär?“ sein: Welcher Spieler hat vom Saisonstart 2022/23 bis heute die meisten Oberligaspiele für den FC Arminia Ludwigshafen bestritten? A: Spielmacher Nico Pantano, B: Flügelstürmer Bastian Hommrich, C: Abwehrchef Lukas Hartlieb oder D: Torhüter Kevin Urban. Manch einer müsste vermutlich den Telefonjoker bemühen. Eine zugegebenermaßen schwierige Frage, die wohl nicht jeder richtig beantworten könnte. Die Lösung lautet: Bastian Hommrich. Seit er bei den Rheingönheimern unter Vertrag steht, hat er die meisten Partien absolviert, nämlich 68 von 72.
Neunmal ins Schwarze getroffen
Fürwahr eine stolze Bilanz für den Rechtsaußen, der sich gegen Konkurrenten wie Jonas Schäfer oder Markus Schmitt behauptet hat. Gegen Mechtersheim leitete er den Sieg mit dem frühen 1:0 ein, was sein 14. Oberligator war und zugleich der erste Saisontreffer der Arminia. „Die meisten Oberligaeinsätze in diesem Zeitraum zu haben, ist schon krass. Es bestätigt, dass ich seit meiner Ankunft und dem Sprung von der Bezirks- in die Oberliga Stammspieler bin. Das ist für mich Ansporn, der Mannschaft mit weiteren Toren zu helfen“, sagt der 22-jährige Frankenthaler. In seiner ersten Runde traf er neunmal ins Schwarze, in der vorigen Saison erzielte er vier Treffer. „Ziel ist es jetzt, die Marke von zehn Toren zu erreichen“, erklärt Hommrich, der in seinen ersten beiden Spielzeiten bei der Arminia auf 15 Torvorlagen kam.
Der Mann mit der Rückennummer 17 studierte an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim sechs Semester BWL mit Fachrichtung Industrie. „Die schriftliche Prüfung habe ich bestanden und die Bachelorarbeit abgegeben. Anfang September folgt die mündliche Prüfung“, informiert der Student. Es folgt in Ludwigshafen das Masterstudium, für das eine 18-monatige Regelstudienzeit vorgesehen ist. Parallel dazu bleibt er als Werkstudent bei dem Frankenthaler Unternehmen KSB, wo er bisher schon gearbeitet hat.
Breite Brust durch Derbysieg
Die Saison 2024/25 sieht Hommrich positiv. „Wir haben zwar etliche gestandene Oberliga- und sogar Regionalligaspieler verloren, aber die Jungen machen sich gut“, verdeutlicht der Außenbahnspieler. Sie hätten Bock darauf, im Training zu lernen. In den Übungseinheiten sei ordentlich Feuer drin, die Intensität sei hoch. Der Derbysieg gegen Mechtersheim sei nicht nur verdient, sondern auch wichtig fürs Selbstvertrauen gewesen und verleihe der Mannschaft für die kommenden Begegnungen eine breite Brust.
Hommrich glaubt an das Potenzial des Teams. „Eine ruhige Saison im Mittelfeld ist möglich. Wir wollen nicht wieder bis zum letzten Spieltag zittern. Das hat unglaublich viele Nerven gekostet“, formuliert der 22-Jährige das Ziel. Mit Blick auf sein Alter hat Bastian Hommrich eine überraschende Feststellung getroffen: „Ich gehöre altersmäßig mittlerweile zum Mittelalter bei uns.“ Tatsächlich sind nur elf der 24 übrigen Kadermitglieder älter als der Rechtsfuß, der den Kontakt zum VfR Frankenthal aufrechterhält, von dem er 2022 gekommen war. „Dort spielen etliche enge Freunde von mir. Und da der VfR meist sonntags kickt und wir am Samstag, bin ich regelmäßig bei den Heimspielen.“
Riesige Herausforderung in Diefflen
Der neue Trainer Chris Chorrosch ist mit Hommrich absolut zufrieden. „Basti hat sich in der kurzen Zeit, in der ich da bin, sehr gut entwickelt und kommt immer besser in Schwung. Er ist körperlich gut drauf, braucht aber noch mehr Zutrauen in seine Fähigkeiten“, sagt der Coach. Chorrosch fordert den Rechtsaußen auf, noch öfter das Eins-gegen-eins zu suchen. „Der nächste Schritt muss sein, dass er sich so aufdrängt, dass unser Spiel nicht automatisch linkslastig wird: Damit wäre auch Steffen Straub entlastet“, überlegt der Übungsleiter.
Die Partie in Diefflen (Samstag, 15 Uhr) fällt unter die Rubrik riesige Herausforderung. Zumindest wenn man auf die Bilanz schaut. Die Arminen haben aus den sechs Partien bei den Saarländern nur einen Punkt geholt und zuletzt mit 1:4 und 2:6 zwei deutliche Niederlagen eingesteckt. „Eine körperlich robuste Mannschaft, die nach nur einem Punkt aus dem ersten beiden Spielen gegen Neulinge schon etwas unter Druck steht“, vermutet der Trainer. Mit Fabian Poss, Chris-Peter Haase und Lukas Feka haben die Dieffler eine starke Offensive. Ein Grund mehr für den FCA an die Pluspunkte aus dem Spiel gegen Mechtersheim anzuknüpfen. Chorrosch nennt eine reife Spielanlage, hohes Anlaufen der gegnerischen Abwehr oder das gute Besetzen der Halbräume.