Fussball
Arminia Ludwigshafen siegt beim SC Idar-Oberstein 6:1
„Ich habe im Winter anscheinend elf neue Spieler geholt“, schwärmte Spielleiter Markus Impertro von der wie verwandelt auftretenden, unveränderten Mannschaft. Die Torfabrik hat Hochkonjunktur, die Mannschaft der Stunde in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar siegt weiter. Das Schützenfest war der vierte Dreier in Serie, acht der zehn Rückrundenspiele haben die Rheingönheimer gewonnen, nur gegen Spitzenreiter Schott Mainz verloren und bei Rot-Weiß Koblenz unentschieden gespielt. In der Rückserie holte der FCA 25 Punkte bei 35:15 Toren und kletterte vom 14. Platz nach der Hinserie auf Platz 7. Die Erfolgsserie soll am Samstag (15 Uhr) am Hohen Weg gegen den abstiegsgefährdeten SV Auersmacher fortgeschrieben werden.
„Wir waren sehr effektiv“, beschrieb Trainer Chris Chorrosch den Traumstart am Mittwoch vor 313 Zuschauern im Stadion „Im Haag“. Der gastgebende Aufsteiger stand sprichwörtlich im Regen und lag nach elf Minuten mit 0:3 zurück. „Zwei Standards und ein Traumtor“, bilanzierte der hochzufriedene Arminen-Coach den Blitzstart. So sorgte Noah Maier in der 4. Minute nach einem fein getimten Freistoß von Steffen Straub für die Führung. Die baute Wal Fall in der 7. Minute nach der ersten Ecke von Ricardo Antonaci per Kopf aus. Nach Maier-Zuspiel setzte Giuliano Cultrera den Ball aus 16 Metern unhaltbar für Tobias Edinger in den Torwinkel. „Das sah, glaub’ ich, wirklich gut aus“, sagte der pfeilschnelle Stürmer, der auch abgebrüht für das 5:0 in der 68. Minute und kaltblütig für das 6:1 in vorletzter Minute sorgte. Lange galt der Mann mit der Nummer 9 eher als Chancentod denn als Torjäger, Aufwand und Ertrag standen oft in einem Missverhältnis. „Es läuft auf einmal. Es kommt mir aber auch zugute, dass wir mit zwei Stürmern spielen, mehr Chancen haben“, sagt Cultrera, der nun zehn Tore auf dem Konto hat.
Fall hat Spaß
„In der Systemumstellung auf zwei Spitzen“ sieht Trainer Chorrosch den Höhenflug seiner Mannschaft begründet, die wenig Chancen zuließ, im Kollektiv sehr gut verteidigte. Das Ehrentor von Florian Zimmer per Kopf nach Hill-Flanke in der 74. Minute war nicht mehr als ein Schönheitsfleck auf der weißen Weste des wenig geprüften, sicheren Torhüters Robin Schneider. „Es macht Spaß“, frohlockte Wal Fall, der die Abwehr herausragend organisierte. An seiner Seite reift Jhon Mosquera, der am Samstag allerdings ersetzt werden muss. Positionsgetreu mit guten Umschaltmomenten agierten die Außenverteidiger, rechts Antonaci, links Nathaniel Esslinger.
„Wir sind immer im Plan geblieben“, lobte der Trainer das konsequent-disziplinierte Handeln. Ein wirkungsvolles Bindeglied zwischen den Mannschaftsteilen verkörperte Philip Krischa, der für die 4:0-Pausenführung sorgte (45. +2). Als ein Foul an dem Mittelfeldrackerer nicht mit Gelb gesühnt wurde, was Physio Jörg Reischmann bei der Behandlung monierte, zeigte ihm die gut leitende Schiedsrichterin Naemi Breier Gelb.
Kopf, Herz und Seele der Mannschaft verkörperte einmal mehr Kapitän Nico Pantano. „Wenn man einen Pantano hinter sich hat, kann man nur gut aussehen“, schwärmte Dreifach-Torschütze Cultrera strahlend. Die Flügelzange mit Bastian Hommrich rechts und dem nach Pause links aufziehenden Straub sorgte mit für die große Dominanz. Einen großen Schritt voran in seiner Entwicklung macht Mittelstürmer Noah Meier, der sich sehr gut gegen den ehemaligen FCK-Profi Kevin Kraus behauptete, bisher elf Saisontore erzielte. „Es hat Spaß gemacht gegen jemand spielen zu dürfen, der seinen Traum schon gelebt hat“, sagte Maier, der die Bälle klug festmachte. Er hat auch Träume: „Ich will alles geben, um so hoch als möglich zu spielen.“