Fußball Arminia Ludwigshafen schlägt Sportfreunde Eisbachtal 5:1

Mann des Spiels: Arminias Rechtsaußen Bastian Hommrich.
Mann des Spiels: Arminias Rechtsaußen Bastian Hommrich.

Oberligist FC Arminia Ludwigshafen hat Aufsteiger Spfr. Eisbachtal mit 5:1 (3:1) geschlagen. Eine klare Sache, müsste man meinen, doch das war es gewiss nicht.

Der Sieg fiel deutlich zu hoch aus.Ein Wunsch von vielen Trainern und Spielern ist es, möglichst früh in Führung zu gehen. Mit einem Vorsprung im Rücken könne man befreit aufspielen, er verleiht Selbstvertrauen und weckt die Spielfreude. In der Regel ist das so. Doch manchmal hemmt ein schnelles 1:0, verführt zu Lockerheit und Nachlässigkeit, lässt Konzentration und Schärfe abflauen und löst Selbstgefälligkeit aus. So ähnlich erging es dem FCA am Samstag. „Das 1:0 war prima herausgespielt, aber danach haben wir gedacht, alles läuft von selbst. Das unbewusste Zurückschrauben war nicht unser Plan“, sagte Arminias Coach Chris Chorrosch. Fehlpässe, verlorene Zweikämpfe, verstolperte Bälle, fehlender Biss und Esprit sowie technische Mängel bei der Ballverarbeitung kennzeichneten die ersten 45 Minuten.

Das besagte Führungstor bereitete Bastian Hommrich über rechts mit einer maßgerechten Flanke vor. Giuliano Cultrera scheiterte zwar zuerst an Torhüter Niklas Kremer, doch den Abpraller verwertete er zum 1:0 (4.). Sicherheit gab der Treffer nicht, die Arminia verlor mehr und mehr den Zugriff. Nach einem Freistoß von Lukas Reitz aus dem Halbfeld schliefen die Gastgeber komplett, einer verließ sich auf den anderen. Nutznießer war Jerome Zey, der den Ball in Ruhe annehmen und vollstrecken konnte (17.). Nach zwei Halbchancen für Noah Maier (20.) und Giuliano Cultrera (26.) schien der Gast die Begegnung komplett drehen zu können.

Zunächst rettete Torwart Robin Schneider knapp 30 Meter vor dem eigenen Tor in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Torjäger Zey (32.). „Puh, da hat mich Robin gerettet, das war ein viel zu kurzer Rückpass“, räumte Hommrich seinen Lapsus ein. Es folgte ein Treffer von Zey, den der Schiedsrichter annullierte, weil er vorher ein Foul Zeys an FCA-Abwehrchef Wal Fall gesehen hatte (37.). Kann man pfeifen, muss man aber nicht zwingend, so die einhellige Meinung nach dem Abpfiff. Da hatten die Einheimischen Glück. Ebenso drei Minuten später, als Jonas Kahles traf, der Assistent aber die Fahne hob – Abseits. Und schließlich landete nach einem Steilpass der Lupfer von Reitz über Schneider hinweg nur Zentimeter neben dem verlassenen Tor (45.).

Während Eisbachtal also versäumte, in Führung zu gehen, wurde Hommrich zum Mann des Tages. „Im Strafraum waren wir einen Tick wacher“, sagte der Außenstürmer. Etwa beim 2:1, als nach einer Kopfballverlängerung von Maier Cultrera mit dem Versuch eines Fallrückziehers Verwirrung stiftete und Hommrich handlungsschnell die Kugel über die Linie schob (41.). Ähnlich war es beim 3:1. Die Ecke von Steffen Straub verlängerte Fall per Kopf und erneut Hommrich blieb beim Stochern nach dem Ball gegen zwei Eisbachtaler Sieger (45.+2). „Das war fußballerisch viel zu wenig. Wir haben unser sonstiges Leistungsniveau nicht erreicht“, sprach Chorrosch Klartext.

Nach der Pause mühten sich die Gäste, wurden aber nur noch beim Lattenschuss von Kahles (53.) und einem Kopfball desselben Spielers, den Schneider stark parierte (66.), gefährlich. Das 4:1 gelang dem eingewechselten Adnan Rizvanovic nach einem tollen Pantano-Pass (58.). „Wir waren brutal effektiv“, brachte es der Kapitän auf den Punkt. Ein Satz, der für alle Auftritte nach der Winterpause gilt. Da traf der jetzt seit sechs Spielen unbesiegte FCA in vier Partien 17 Mal ins Schwarze. „Für den Sieg müssen wir uns nicht entschuldigen. In der Vorrunde gab es etliche Begegnungen, die wir verloren haben, obwohl wir besser waren, aber die Chancen nicht genutzt haben“, betonte der Trainer.

Den Schlusspunkt in einer an Höhepunkten ärmeren zweiten Hälfte, die die Rheingönheimer kontrollierten, setzte Hommrich. Er verwandelte einen am seine Schnelligkeit nutzenden Jannik Dörr verursachten Elfmeter mit fast schon aufreizender Lässigkeit. „Das Spiel stand auf der Kippe, aber wir haben Mentalität bewiesen, wollten die Tore unbedingt machen“, erklärte der 23-jährige Hommrich. Es sei nicht seine beste Partie gewesen, aber drei Tore habe er in der Oberliga zuvor noch nie geschossen. Hinzu kommt eine Vorlage, was das Spiel zu einem unvergesslichen Erlebnis für Hommrich gemacht haben dürfte.

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