Klassensplitter RHEINPFALZ Plus Artikel Arminia Ludwigshafen II im Abstiegskampf

Murat Celik
Murat Celik

Viele Fußballmannschaften der Region haben die freien Tage über Ostern genossen. Nicht so der FC Arminia Ludwigshafen II, der in der A-Klasse Rhein-Pfalz binnen weniger Tage gleich zweimal ranmusste und aus diesem Doppelpack vier Punkte einstrich.

Das waren bitter nötige vier Zähler, die den Hoffnungsfunken glimmen lassen, den Abstieg in die B-Klasse doch noch zu verhindern. Klappt das nicht, wäre es eine Zäsur, denn die Rheingönheimer spielen seit 16 Jahren ununterbrochen in der Liga und sind der Dino der A-Klasse Rhein-Pfalz.

„Das 1:1 beim Mitkonkurrenten ASV Heßheim kann nicht hoch genug bewertet werden, weil unsere beiden Kapitäne Alilou Savadogo und Noah Herberle ausgefallen sind“, sagt Trainer Murat Celik, der auf vier A-Junioren zurückgreifen musste. Den starken Auftritt wiederholten die Schwarz-Weißen drei Tage später beim 4:2-Erfolg über die SG Edigheim, obwohl die beiden stabilen Innenverteidiger Massimo Rabia und Leon Balde fehlten. „Da haben wir viel improvisiert und während der Partie mehrfach umgestellt, weil wir auf Spielstände reagieren mussten“, erklärt der 51 Jahre alte Coach.

Verstärkung geholt

Dass es gegen die Edigheimer zu drei Punkten reichte, lag auch am Einsatz von Bastian Hommrich, Jamie Tahedl, Robert Langer und Gianluca Giannetta aus dem Oberligakader. Ein Manko aber bleibt. „Wie schon zuvor gegen Friesenheim und in vielen weiteren Spielen haben wir auch gegen die SGE direkt nach der Pause unsere schlechteste Phase gehabt, in der die Partie fast gekippt wäre“, spielt Celik auf den Anschlusstreffer der Gäste und auf eine große Chancen des starken Nils Göhlert an. Die Schlafmützigkeit zu Beginn des zweiten Abschnitts sei die größte Schwäche der jungen Mannschaft. Bisher ist es noch nicht gelungen, dies abzustellen und ein Mittel gegen die kollektive Unaufmerksamkeit zu finden.

Da ist es gut, wenn man einen Rückhalt im Kasten hat, der eine verlässliche Größe ist. Lars Malmberg, der schon in der ersten Garnitur ausgeholfen hat, war gegen Edigheim einmal mehr der Fels in der Brandung und verhindert mit mehreren klasse Aktionen größeren Flurschaden. „Lars ist unglaublich wichtig und ein Führungsspieler“, lobt der Übungsleiter seinen 22-jährigen Torhüter. Der ist auch extrem ehrgeizig, wie eine kleine Begebenheit verrät. Nach der 3:4-Pleite gegen Friesenheim schlichen die Mitspieler in die Kabine, während der sichtlich angefressene Malmberg noch auf dem Platz den Dialog mit Celik suchte und mit ihm über taktisches Fehlverhalten und Patzer des Teams diskutierte.

Schützenhilfe benötigt

Obwohl der FC Arminia II in der Rückrundentabelle Platz acht belegt, wird Schützenhilfe nötig sein, um in der Liga zu bleiben. Vier Punkte ist Heßheim weg, schon sechs Eisenberg und Vatanspor Frankenthal. Außerdem ist auch Hintermann VfR Friesenheim noch im Rennen. „Wir haben zweimal gegen Eisenberg verloren, ebenso das Hinspiel beim SV Südwest und das Rückspiel kürzlich gegen Friesenheim“, ärgert sich der Betriebswirt. Seine Rechnung sieht Siege in den Derbys gegen Südwest Ludwigshafen, den FC Croatia und SG Maudach vor. Dazu noch ein Überraschungserfolg aus den vier Partien gegen Mannschaften aus dem oberen Drittel.

Murat Celik, der mit drei Jahren aus der im Nordosten der Türkei gelegenen Stadt Elazig nach Deutschland kam und sich als „pfälzischen Türken“ bezeichnet, ist Armine durch und durch. Rund zehn Jahre führte er den Verein als Vorsitzender, seit vier Jahren trainiert er die „Zweite“ und ein Ende ist nicht abzusehen, auch bei Abstieg nicht. „Wir verlassen kein sinkendes Schiff“, sagt er lachend und spricht für sich sowie Co-Trainer Joschi Imhof, Spielleiter Frank Schmidt und Allzweckwaffe Andreas Glück. Schon deswegen nicht, weil er aktuell die Söhne und Enkel von ehemaligen Mitspielern trainiert. Und übrigens: Es ist längst nicht klar, ob das Schiff Arminia II tatsächlich sinkt.

x