Fußball
Arminia Ludwigshafen: Glückstor entscheidet Oberligapartie
Die Partie war schon zehn Minuten lang beendet, da waren in den Katakomben des Südweststadions immer noch lauter Jubel, Lachen und Gesänge zu hören. Allerdings nicht im Bereich des FCA. Der emotionale Ausbruch kam aus der Kabine der Saarländer, die sich riesig über diesen Auswärtssieg freuten. Dies zeigt den hohen Stellenwert, den der Erfolg in Ludwigshafen für sie hat, obwohl die Arminen in dieser Spielzeit bereits die sechste Heimniederlage quittierten. Die Rheingönheimer haben sich in den vergangenen Jahren in der Liga Respekt verschafft, da kann man als Gegner auch mal etwas ausgelassener feiern, wenn man sie bezwingt.
Das Kontrastprogramm gab es auf der Gegenseite. Arminia-Trainer Andres Brill war die Enttäuschung anzusehen, dass sein Team mit leeren Händen die anstrengende Hinserie mit vielen englischen Wochen beendet hat. „Es ist schon bitter, dass eine Zufallsproduktion das Spiel entscheidet. Dieses Gegentor war bezeichnend“, spielte der Trainer auf den einzigen Treffer an. Beim ersten gefährlichen Angriff der Gäste klärte Lukas Kebernik zwar, doch den zurückspringenden Ball nahm Flügelstürmer Jan Rebmann direkt. Vermutlich wollte er die Kugel von außerhalb des Strafraums nur wieder vor den Kasten schlagen, doch er traf den Ball so glücklich, dass er sich als Bogenlampe über Torwart Robin Schneider senkte und vom Innenpfosten ins Tor sprang (4.).
Gegner setzt auf Konter
Auch Markus Impertro ärgerte sich. „Ein Glückstor, das Auersmacher in die Karten gespielt hatte“, sagte der Sportchef der Arminen. Mit der Führung im Rücken zogen sich die Gäste zurück und setzten auf Konter. Der FCA hatte zu Beginn Möglichkeiten für Laurenz Graf (6.), Markus Schmitt (10.) und Daniel Fichtner (16.), doch danach verflachte die Begegnung bis zur Pause immer mehr, was auch daran lag, dass die Gastgeber nicht zwingend genug agierten. Dies war auf den tiefen und unebenen Platz zurückzuführen, der die Ballkontrolle erschwerte und flüssiges Kombinationsspiel fast unmöglich machte.
Nach Wiederbeginn besaßen die Platzherren zwar mehr Spielanteile, doch die Mannschaft agierte oft zu kompliziert und umständlich. Es fehlte zudem an Präzision und Durchschlagskraft. „Mitunter haben wir den Ball gut laufen lassen, aber ich glaube, wir hätten noch fünf Stunden spielen können, ohne ein Tor zu erzielen“, brachte Brill die Harmlosigkeit auf den Punkt. Außerdem verteidigte Auersmacher vielbeinig und gut, ließ kaum Chancen zu. Im Gegenteil. Die besten Möglichkeiten im zweiten Abschnitt hatte der SVA. Der abgefälschte Schuss von Oliver Bickelmann (67.) und die Fallrückzieher von Nils Birster nach dem folgenden Eckball (68.) touchierten jeweils die Latte.
„In Sachen Einstellung kann ich dem Team keinen Vorwurf machen, aber wir waren vor dem gegnerischen Tor nicht gierig und konsequent genug“, resümierte Brill, der auf sechs Akteure, darunter etliche Stammspieler und Leistungsträger, verzichten musste. „In der Rückrunde benötigen wir noch sechs Siege zum Klassenerhalt“, glaubt Impertro. 50 Punkte wird man wohl brauchen, um den zwölften Platz, der die Rettung bedeutet, zu behalten. Wie der verletzte Sebastian Lindner verdeutlichte, wird es sein letztes halbes Jahr als Fußballer sein. „Ich beende im Sommer meine Laufbahn und will wieder als Trainer arbeiten“, sagte der in Kürze 32 Jahre alt werdende Lindner.