Ludwigshafen Arminia am Scheideweg
LUDWIGSHAFEN. Nach der 0:3-Niederlage in Burgbrohl steht Fußball-Oberligist FC Arminia Ludwigshafen unter Zugzwang. Heute, 19.30 Uhr, Südwest-Stadion, muss gegen den Tabellenzehnten SV Gonsenheim gewonnen werden, um sich Luft im Abstiegskampf zu verschaffen.
Dazu müssen die Arminen das Pokalaus bei Schott Mainz am Dienstagabend verarbeiten. „Schade, wir haben bis auf die erste Viertelstunde eine starke Leistung abgeliefert. Ich mache der Mannschaft keinen Vorwurf, uns fehlt halt ein Knipser“, resümiert Trainer Thomas Fichtner. Damit ist die Arminia nach der Endspielteilnahme 2013 zum dritten Mal in Folge im Pokal-Achtelfinale ausgeschieden. In diesem Jahr besonders ärgerlich, wenn man sieht, wie viele unterklassige Teams noch im Wettbewerb sind. Seit Jahren ist die Linksverteidigerposition eine Problemzone der Arminia. Unzählige Akteure haben sich da schon versucht. Es sieht so aus, als habe der Verein jetzt eine gute Lösung gefunden: Kevin Lohrke, das 23 Jahre alte Nordlicht, das vor der Saison vom Hamburger Oberligisten SV Rugenbergen gekommen ist, für den Lohrke 123-mal in der Oberliga auflief. „Ich bin bei der Arminia super aufgenommen worden und habe mich schnell integriert. Die Leute sind offen und die Pfalz ist ein schöne Landstrich“, sagt der Verteidiger. Lohrke studiert in Mannheim noch zwei Semester Internationales Management und will später in die freie Wirtschaft. Nach Ludwigshafen kam er der Liebe wegen – Freundin Elena, die er in einem Dubai-Urlaub kennenlernte, kommt aus Edingen-Neckarhausen. „Wir haben fast ein Jahr lang eine Fernbeziehung geführt. Auf Dauer ist das aber schwierig“, erklärt Kevin Lohrke. Zu Beginn haben den Hamburger einige Dinge überrascht. „Zum ersten Spiel sind wir 50 Minuten nach Hauenstein gefahren. Die Mitspieler habe da von einem Derby geredet“, wundert sich Lohrke. In der Oberliga Hamburg, in der nicht so körperbetont gespielt werde wie hier, habe die längste Anreise zu einem Auswärtsspiel lediglich 45 Minuten gedauert. „Zweieinhalb Stunden mit dem Bus nach Burgbrohl und wieder zurück – das ist schon happig“, blickt der Verteidiger auf das letzte Auswärtsspiel zurück. Das größte Problem sei der Dialekt. „Wenn die Jungs in der Kabine loslegen, dann wird es mitunter schwierig“, gibt Lohrke schmunzelnd zu. Ein paar Begriffe haben allerdings schon Einzug in seinen Wortschatz gehalten, versichert der Verteidiger und gibt ein paar Kostproben: „Gell, ajo.“ Fichtner ist mit seiner Nummer 16 sehr zufrieden: „Kevin ist ein kleiner, giftiger Verteidiger mit einem starken linken Fuß. Er hat ein gutes Pass-spiel, schlägt starke Flanken, hat sich ins Team gekämpft und ist ein Gewinn.“ Das will Kevin Lohrke heute Abend wieder beweisen. (thl)