Ludwigshafen Alte Lieder und beliebte Klassiker

Festliche Atmosphäre: die Sänger und Musiker in der Schlosskirche Sankt Jakobus Fußgönheim.
Festliche Atmosphäre: die Sänger und Musiker in der Schlosskirche Sankt Jakobus Fußgönheim.

«Fussgönheim.» Sieben Frauen des Ensembles Cantabo haben in der Schlosskirche Fußgönheim Adventslieder gesungen, unterstützt von der Chorgemeinschaft Plankstadt und dem Instrumentalensemble Katharinen. Dazwischen wurden besinnliche und heitere Texte gelesen. Die Gesamtleitung hatte Hans Jochen Kaube.

Das Ensemble Cantabo ist klein, aber fein, und das hörte man beim Konzert in der Schlosskirche Sankt Jakobus. Die Frauen hatten sich auf der Empore der Altarseite positioniert und dort oben gesungen – sozusagen buchstäblich „in excelsis“ (in der Höhe). Rahel Kleinmann, eine der Sängerinnen, hat dort auch die Texte gelesen. Das Repertoire bestand zum Teil aus alten Liedern, die neu gesetzt waren, und aus romantischen Stücken. „Macht hoch die Tür“ ist wohl das bekannteste Adventslied. Den Text hat der Königsberger Pfarrer Georg Weissel 1623 geschrieben, die Melodie, die wir heute kennen, hat Johann Feylinghausen 1704 komponiert. In Fußgönheim sang die Chorgemeinschaft Plankstadt mit dem gemischten Chor einen Satz von Johannes Matthias Michel, dem aktuellen Kantor an der Mannheimer Christuskirche. Sein Kölner Kollege, Dom-Kantor Oliver Sperling, schrieb den Chorsatz für die alte Volksweise „Und unser lieben Frauen“, die Cantabo sang. Natürlich gehören zu einem Adventskonzert auch ein paar beliebte Klassiker. Dazu zählt unbedingt „Tochter Zion“, ein Stück aus Georg Friedrich Händels Oratorium „Der Messias“. Es bezieht sich auf einen alttestamentlichen Text, in dem das neue Jerusalem, symbolisiert als Tochter Zion, die Wiederkehr des Herrn erwartet. Mit Chor, den Cantabo-Sängerinnen und den Streichern klang das beeindruckend festlich und kräftig. Das „Cantique de Noël“ von Adolphe Adam ist unter vielen Namen bekannt. Im Original von 1847 heißt der Text „Minuit Chrétiens“, gesungen wird es oft als „O Holy Night“, im Deutschen auch als „Heilige Nacht“. Das hat das Frauen-Ensemble sehr schön zur Klavierbegleitung von Hans Jochen Kaube vorgetragen. Insgesamt hat das Ensemble durch klaren, sauberen Satzgesang einen sehr guten Eindruck gemacht. Der Klang entwickelte Strahlkraft und das kam in der Schlosskirche gut zur Geltung. Auch der gemischte Chor der Chorgemeinschaft Plankstadt klang angenehm und hatte eine gute Dynamik. Nur einmal kamen die Chorsänger ins Wackeln, nämlich bei „Maria durch ein Dornwald ging“. Die Unsicherheit bei dem schwierigen Stück blieb aber die Ausnahme. Die Unterstützung durch das Streicherensemble ergab insgesamt einen schönen Gesamtklang und unterstrich die festliche Atmosphäre. Die vorgetragenen Texte reichten vom romantischen „Weihnachtslied“ Clemens Brentanos bis zum heiteren „Vorweihnachtstrubel“ von Ursel Scheffer.

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