Ludwigshafener Geschichte(n)
Als das Kabelfernsehen nach Ludwigshafen kam
Die Deutsche Bundespost startete damals den Ausbau ihres meist unterirdischen Kabelnetzes für Fernseh- und Radiogeräte – die Hausantennen wurden dadurch überflüssig und das Stadt- und Dorfbild in den betroffenen Kommunen freundlicher. Diese Post-Aktion war der eigentliche Startschuss eines medienpolitischen „Urknalls“, mit dem in Ludwigshafen und in Teilen der Vorderpfalz eine neue technische Form der Kommunikation geschaffen wurde: Die Region war die Nummer 1 von insgesamt vier deutschen Pilotprojekten, mit denen die Politik die Auswirkungen der möglichen Programmvermehrung im Fernsehen und Hörfunk per Kabelfernsehen in der Bundesrepublik erforschen wollte.
Drei weitere solche Großversuche starteten mit den Pilotprojekten von München ab 1. April 1984, Dortmund (1. Juni 1985) und Berlin (28. August 1985). Zum Ludwigshafener Projekt, das insgesamt auf drei Jahre Laufzeit angelegt war und am 30. Dezember 1986 offiziell beendet wurde, gehörten neben der Stadt selbst auch die eher ländlich geprägten Bereiche rund um Schifferstadt und Edenkoben.
Damals 19 TV-Angebote
Dort waren beim Beginn des Pilotprojekts mit der offiziellen Bezeichnung „Ludwigshafen/Vorderpfalz“ am 1. Januar 1984 insgesamt rund 5000 Haushalte von der Bundespost verkabelt – davon konnten erst 1200 per hauseigenem Kabelanschluss die ersten Sendungen des Privatfernsehens mit damals 19 nationalen und internationalen TV-Angeboten verfolgen. Der allererste Pilotanschluss ist damals am 13. Oktober 1983 in Schifferstadt geschaltet worden: Teilnehmer Nummer 1 im hiesigen Projektgebiet und damit wohl auch in ganz Deutschland war das katholische Schwesternhaus St. Elisabeth.