Ludwigshafen Alltag trifft Exotik

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Mutterstadt. Nussschalen, Seidenpapier, Draht: Malerei trifft Materialien. Melanie Wieser gestaltet ihre Kunstwerke auf besondere Art. Die Mutterstadterin stellt zurzeit unter dem Titel „Bildobjekte in Acryl“ ihre Werke in der Gemeindebücherei Mutterstadt aus.

Künstlerisch sei sie schon seit ihrer Schulzeit in der Integrierten Gesamtschule in Mutterstadt aktiv, erzählt Melanie Wieser bei der Eröffnung ihrer Ausstellung in der vergangenen Woche. In den vergangenen Jahren habe sie verstärkt Workshops und Kurse besucht. „Ich habe verschiedene Sachen ausprobiert“, sagt die 32-Jährige. Neben der Technik des Vergoldens haben sie auch gelernt, wie man durch Oxidation Objekte verfremdet und ihnen ein ganz besonderes Aussehen verleiht. Doch die Inspiration zu ihren „Bildobjekten in Acryl“, wie sie ihre Werke selbst nennt, gewinne sie aus Materialien, die so alltäglich wie Sand und Stahlwolle, exotisch wie Kokosnussschalen und Bananenblätter und ungewöhnlich wie Treibholz sein können. Die Faszination für verschiedene Materialien führe dazu, dass sie immer und überall auf verschiedene Dinge stoße und mitnehme. Zuhause habe sie daher schon einen Fundus an Materialien, und wenn eine Idee heranreift, kann sie dann darauf zurückgreifen. Für ihr großes Bild, auf dem sie eine Vielzahl von in schmale Scheiben geschnittene Kokosnussschalen verwendet hat, hatte sie in einer Gärtnerei ein Deko-Objekt erstanden und zu Hause in seine Einzelteile zerlegt, erzählt Melanie Wieser. Ihre Werke entstehen aus der „Lust auf Farben und Materialien und dem Spaß, damit zu arbeiten“, schildert die 32-Jährige ihr kreatives Schaffen. Insbesondere die dreidimensionale Wirkung der Materialien auf dem farbigen Untergrund würden den Reiz bilden, betont Melanie Wieser. „Ich lasse mich leiten – während der Arbeit merkt man, wie es besser aussehen kann.“ Nicht immer lassen sich Materialien so leicht in Kunstobjekte verwandeln. So gebe es auch teilweise mehrere Versuche, bis es klappt. Zunächst trage sie auf den Untergrund, eine Leinwand, drei bis vier verschiedene Schichten mit Acrylfarbe auf, auf denen sie ihre Materialien arrangiert. Dazu sei mal mehr, mal weniger Zeit nötig. Besonders aufwendig seien die drei Bilder gewesen, die sie jeweils mit mehreren hundert kleinen, zu Trichtern geformten Seidenpapierstückchen gestaltet hat. Ihren Bildern hat sie ganz knappe Titel gegeben, die eher auf die verwendeten Materialien hinweisen, als auf Themen oder Aussagen des Werkes. „Es ist schön, wenn jeder in den Bildern sieht, was er möchte“, lässt sie den Besuchern Freiraum für ihre Fantasie. „Ich bin auch offen für Kritik“, sagt sie, denn Kunst sei ja auch Geschmackssache. Die ausgestellten Werke sind in den vergangenen eineinhalb Jahren entstanden, berichtet Melanie Wieser. Einige ihrer Bilder seien schon bei einer Ausstellung mit anderen Kunstschaffenden im Anwesen des Mutterstadter Künstlers Said Seyedi in der Ringstraße unter dem Titel „Kunst im paradiesischen Garten“ zu sehen gewesen. Die Veranstaltung in der Gemeindebibliothek bestreitet sie nun alleine. „Es ist meine erste Einzelausstellung“, sagt sie. Das sei natürlich sehr spannend und sie sei auch aufgeregt. Die Mutterstadterin Pia Kaiser hat mit gefühlvollen Balladen die Veranstaltung musikalisch begleitet. Bibliotheksleiterin Birgit Bauer sagte, es freue sie, dass zwei junge Künstlerinnen aus Mutterstadt zu Gast in der Gemeindebibliothek seien. Es gehe ihr auch darum, die örtliche Kunst zu unterstützen. Noch Fragen? Die Ausstellung „Bildobjekte in Acryl“ von Melanie Wieser ist bis Donnerstag, 28. April, in der Gemeindebibliothek Mutterstadt, Ludwigshafener Straße 3, zu sehen. Öffnungszeiten: montags, dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr sowie mittwochs und samstags jeweils von 10 bis 12 Uhr. (mmö)

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