Tennis RHEINPFALZ Plus Artikel Alicia Mall und Julian Franzmann lassen sich von Regenumzug nicht stören

Julian Franzmann hatte das Glück, im Finale ein wenig ausgeruhter zu sein, weil der Regen den Zeitplan durcheinander warf..
Julian Franzmann hatte das Glück, im Finale ein wenig ausgeruhter zu sein, weil der Regen den Zeitplan durcheinander warf..

Mit den Siegen von Julian Franzmann (TC Bad Ems) bei den Herren und Alicia Mall vom TC Weiss-Rot Speyer endete das 28. DTB-offene Ranglistenturnier des Tennisverbandes Pfalz beim Park TC Ludwigshafen. Die Zuschauer sahen durch die Bank Tennis auf sehr gutem Niveau. Thomas Dreher, Sportwart des Verbandes, freute sich nicht nur über den Sieg der Speyrerin, sondern auch über den guten Zusammenhalt der Ludwigshafener Vereine.

Gefühlt erhielt praktisch jeder auf der Zuschauertribüne eine Umarmung. Siegerin Alicia Mall hatte eine Menge Unterstützung aus Speyer mitgebracht. Großartig zittern musste der Anhang nicht. Das Finale der 18-Jährigen gegen die zwei Jahre jüngere und an zwei gesetzte Pauline Ebs vom TK Grün-Weiss Mannheim war mit 6:1, 6:3 ebenso eine klare Angelegenheit, wie das Halbfinale zuvor, in dem Mall die an eins gesetzte Isabel Heupgen aus Köln mit 6:1, 6:0 förmlich deklassierte.

Eine gute Länge in den Angriffsschlägen und jede Menge Tempo des Talentes aus der Trainingsgruppe von Roger Langknecht ließen der Turnierfavoritin nicht den Hauch einer Chance. „Ja, es lief ganz gut heute“, kommentierte die angehende Abiturientin lachend und mit einem großen Schuss Untertreibung.

Genau die richtige Zielgruppe

Ihr Sieg sowie die Finalteilnahme der 16-jährigen Ebs freute auch Sportwart Dreher, zeige das doch, dass der Verband mit seiner Einstufung des Turniers die richtige Zielgruppe anspricht: „Junge Spielerinnen aus der Region“. Er hätte sich mit Blick auf das Damenfeld sogar noch mehr Spielerinnen aus der Pfalz gewünscht. „Aber zumindest kommt die Siegerin von hier.“ Und auch Mannheim sei schließlich fast noch im Einzugsgebiet.

Sonderlich schwer trug die Zweitplatzierte nicht an der Finalniederlage. „Ich habe gesehen, woran ich arbeiten muss.“ Gegen die druckvollen Angriffsschläge der Gegnerin hatte sie im Finale einfach nicht das richtige Mittel gefunden. Insgesamt war sie mit ihrem Turnier aber trotzdem zufrieden, will das hier Gelernte im September umsetzen, wenn sie in der Schweiz an einem internationalen Jugendturnier teilnehmen wird. „Aber jetzt mache ich erst einmal Urlaub.“, sagte sie, während Siegerin Alicia Mall sich schon über ihren zweiten Turniersieg in dieser Saison freute. „Mein nächstes Ziel ist es, in der deutschen Rangliste weiter nach oben zu kommen“, verriet sie.

Pech für den indischen Ur-Pfälzer

Bei den Herren gab es einen verkappten Lokalmatador. Tejas Chaukulkar war jahrelang für den TC Mutterstadt aktiv, hatte in seinem Halbfinale gegen Ante Cikojevic (Vaihingen-Rohr) auch noch ein T-Shirt seines ehemaligen Clubs. „Ich habe gar nicht mitbekommen, dass er mittlerweile zum KETV nach Karlsruhe gewechselt ist. Er ist doch eigentlich ein Ur-Pfälzer“, kommentierte Thomas Dreher schmunzelnd.

Ins Finale, wie zuletzt 2018, schaffte es der „indische Pfälzer“ dann aber nicht. Schuld daran war möglicherweise der Regen vom Samstag. Der hatte die Plätze auf der Parkinsel in eine einzige Seenplatte verwandelt. Fortgesetzt wurde das Turnier deshalb im Norden der Stadt auf den Plätzen des BASF TC, dem Dreher ausdrücklich für das unkomplizierte Entgegenkommen dankte.

Hohes Niveau nicht gehalten

Allerdings war Chaukulkars Viertelfinale gegen den Plankstadter Julian Einhoff so spät angesetzt, dass es wegen Dunkelheit auf den Sonntagvormittag verlegt werden musste, der Routinier damit schon ein Match in den Knochen hatte, ehe er auf seinen ausgeruhten Gegner Cikojevic traf. Und trotzdem wurde es eng, gab sich der Routinier mit den letzten Kraftreserven erst nach dem 8:10 im Championstiebreak geschlagen.

Im Endspiel traf wiederum Cikojevic auf einen etwas ausgeruhteren Gegner Julian Franzmann vom TC Bad Ems. Franzmann siegte nach fast zweieinhalb Stunden mit 5:7, 6:2, 10:5, weil sein Gegner das hohe Niveau im Aufschlagsspiel nicht über die gesamte Spielzeit halten konnte, im zweiten Satz ein wenig schwächelte und auch im Championstiebreak gegen den solider spielenden Franzmann das Nachsehen hatte.

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