Ludwigshafen / Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Adler gegen Eulen: Mit Müllbeuteln und Greifzangen am Rhein

Greifen fürs Gruppenbild schon mal zur Zange (von links): Julia Ost, Finn Leun, Uwe Franken, Claudia Föllinger und Yuri Ziffzer.
Greifen fürs Gruppenbild schon mal zur Zange (von links): Julia Ost, Finn Leun, Uwe Franken, Claudia Föllinger und Yuri Ziffzer.

Einen besonderen Wettstreit zwischen den beiden populären Sportvereinen soll es in knapp zwei Wochen geben. Doch bei der Reinigungsaktion am Rhein kann jeder mitmachen.

Adler gegen Eulen, Mannheim gegen Ludwigshafen, das linke Rheinufer gegen das rechte – die Initiative „RhineCleanUp“ lädt am Samstag, 13. April, zum sauberen Wettstreit. Der Sieger steht dabei schon jetzt fest: „Gewinnen wird die Umwelt“, waren sich die Beteiligten der Adler Mannheim, der Eulen Ludwigshafen und Organisator Uwe Franken sicher.

Viel Überzeugungsarbeit musste Franken nicht leisten. „Nach nur einem Telefonat waren die Eulen und die Adler sofort mit dabei“, sagt er. Seit 2018 gibt es die Initiative RhineCleanUp schon, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Rhein von seiner Quelle bis zur Mündung von möglichst viel Müll zu befreien. „Ursprünglich gab es dafür nur einen Fluss und einen Aktionstag im September“, so Franken. Mittlerweile habe sich das Programm auf 29 Flüsse ausgedehnt. „Allein an den sechs Aktionstagen haben mittlerweile 100.000 Menschen rund 1000 Tonnen Müll gesammelt.“

Sportlicher Ehrgeiz gefragt

Er ist zuversichtlich, dass in diesem Jahr noch einiges dazukommt. Das sei einerseits erschreckend und deprimierend, aber auf der anderen Seite auch ein gutes Gefühl, denn jedes eingesammelte Gramm Müll entlaste die Umwelt, entlaste den Fluss und damit letztlich auch die Meere, denn bis zu 80 Prozent der Verschmutzung der Ozeane entstamme den Flüssen, so Franken.

Auch deshalb baut er auf den sportlichen Ehrgeiz der Adler Mannheim und der Eulen Ludwigshafen. „Wir hoffen auf die Anziehungskraft von zwei populären Vereinen der Region.“ So werden die Adler am 13. April auf den Rheinterrassen den Müll aufsammeln. Warum erklärte der ehemalige Torhüter und heutige Referent der Geschäftsleitung, Yuri Ziffzer: „Früher habe ich als Torhüter den Kasten freigehalten und heute eben die Stadt und die Umwelt.“ Er verspricht, dass eine Menge Jungadler bei der Aktion mit dabei sein werden.

Werben um die Fans

Nach dem frühen Ausscheiden der Profitruppe könne es nun durchaus auch passieren, dass sich der ein oder andere Profi-Adler mit Handschuhen, Müllbeutel und Greifzange am Rheinufer wiederfindet. Dabei decke sich die Sammelaktion mit den Nachhaltigkeitszielen, die sowohl die Adler selbst als auch die Deutsche Eishockeyliga vorgegeben haben. „Wir sind gerade dabei, unseren CO2-Fußabdruck zu erstellen“, sagt Nachhaltigkeitsmanagerin Claudia Föllinger von den Adlern.

Und auch bei den Eulen, die vom Gelben Haus in Richtung Parkinsel aktiv sein werden, rannte Franken offene Türen ein: „Nach dem ersten Gespräch mit Lisa Hessler ging es nur noch um einen geeigneten Termin.“ Überhaupt zeigte sich der Organisator von den guten Netzwerken in Ludwigshafen begeistert. „Ich hatte schnell einen Kontakt zur Hafengesellschaft. Und die waren auch sofort mit dabei. Das zeigt, dass wir mit der Aktion auf dem richtigen Weg sind. Wir sind uns unserer Vorbildfunktion bewusst“, erklärte Julia Ost vom Nachhaltigkeitsmanagement der Eulen. Auch sie kündigte eine große Beteiligung der Jugendabteilung des Handballleistungszentrums an und hofft auf viele Anhänger der Handballer, die am 13. April mithelfen werden. „Wir werden dafür bei unseren Heimspielen werben.“ „Ich rufe die Ludwigshafener zur Teilnahme auf“, ergänzte der aktuell verletzte Finn Leun.

Noch Fragen?

Der Wettbewerb beginnt am Samstag, 13. April, um 14 Uhr. Treffpunkt in Ludwigshafen: Gelbes Haus. Treffpunkt in Mannheim: Rheinpromenade/Rheinterrassen. Gesammelt wird bis 16 Uhr.

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