Spiel des Tages RHEINPFALZ Plus Artikel A-Klasse: Duell der Kellerkinder in Birkenheide

Birkenheides Spielertrainer Can Citak.
Birkenheides Spielertrainer Can Citak.

Aufsteiger ASV Birkenheide und der FC Arminia Ludwigshafen II stehen jeweils auf einem Abstiegsplatz in der Fußball-A-Klasse Rhein-Pfalz. Am Sonntag, 15.30 Uhr, treffen sich die beiden beim ASV und verspüren bereits ein wenig Druck.

„Wir sind Neuling und kämpfen um den Klassenerhalt. Das war von Anfang an zu erwarten“, stellt Birkenheides Spielertrainer Can Citak (31) klar. Sein Team habe Potenzial, sei individuell stark, aber andere Teams seien eingespielter. Und das nicht nur, weil es beim ASV häufig Wechsel in der Startformation gibt. „Wenn ich das 1:4 im Kreispokal in Weisenheim heranziehe, dann ist mir aufgefallen, dass beim Gegner die Automatismen im letzten Drittel überragend sind. Da wollen wir hinkommen“, sagt der Coach. Im Training soll dies verstärkt geübt werden. Im Moment lebe der Neuling noch zu sehr von der individuellen Klasse einzelner Akteure wie beispielsweise Spielmacher Florian Kaiser.

Zwei Beispiele: Volkan Dogan (25) ist ein enorm starker Flügelstürmer, der sich aber in Edigheim eine Rote Karte eingehandelt hat und drei Wochen pausieren muss. Er fehlt auch gegen den FCA. Oder der gleichaltrige Zinar Selcik, der einer der schnellsten Akteure der Liga sein dürfte. „Technisch und spielerisch haben wir gute Leute, aber am Spielverständnis hapert es“, hat Citak erkannt. Außerdem hat eine eigene Führung nichts zu heißen. Am Sonntag in Eppstein hieß es 3:2 für den ASV, der am Ende 3:6 verlor. In Edigheim lag das Team gar 3:0 vorne und unterlag noch 3:4. „Wir zahlen Lehrgeld, aber die Jungs sind immer noch positiv und halten zusammen“, betont der Trainer. Ein Sieg würde enorm weiterhelfen.

Tabelle ohne Aussagekraft

Murat Celik, Trainer des FC Arminia II, lehnt den Blick auf die Tabelle ab: „Es ist viel zu früh für Prognosen. Die Tabelle hat noch keinerlei Aussagekraft.“ Er sieht alle Mannschaften nach dem frühen Saisonstart noch in der Orientierungsphase. Dennoch gab es zuletzt die ersten zwei Erfolgserlebnisse. In der Liga bezwang die Arminia, die seit 2008 ununterbrochen der A-Klasse angehört, den ASV Heßheim 2:1. Es war der erste Saisonsieg. Im Pokal wurde bei der neugegründeten Eintracht Ludwigshafen 5:1 gewonnen, wobei fünf verschiedene Akteure trafen. „Das ist typisch für uns, denn einen abgezockten Torjäger, der regelmäßig trifft, haben wir nicht. Im Abschluss hapert es“, verdeutlicht Celik.

Dafür stimmt die Einstellung in der Multi-Kulti-Truppe. „Bei uns sind Spieler aus zwölf Nationen und von drei Kontinenten“, berichtet der Coach. Spaß im Training sei wichtig. Wenn dem einen oder anderen die Kraft ausgeht, dann kann es sein, dass der 50-jährige Trainer selbst noch mithilft, einen Vorsprung über die Zeit zu bringen wie am Sonntag gegen Heßheim. Seine Heimspiele trägt der FCA derzeit auf dem Stadionvorgelände aus, weil die Bezirkssportanlage Rheingönheim umgebaut wird. Der blutjungen Truppe, in die fünf eigene A-Junioren integriert wurden, rettete zuletzt der 17-jährige Torwart Paul Gronau den Sieg. Vor ihm trugen schon Vater Stefan und Opa Axel das schwarz-weiße Trikot.

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