Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel 800 Azubis starten bei der BASF

Im Jahr 2021 starten insgesamt 800 Jugendliche und junge Erwachsene bei der BASF am Standort Ludwigshafen und im BASF-Ausbildung
Im Jahr 2021 starten insgesamt 800 Jugendliche und junge Erwachsene bei der BASF am Standort Ludwigshafen und im BASF-Ausbildungsverbund ins Berufsleben.

Für rund 800 junge Menschen hat am Mittwoch mit dem Ausbildungsstart bei der BASF ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Es ist der zweite Ausbildungsstart unter besonderen Bedingungen. „Wir hätten uns gewünscht, dass wir die Auszubildenden wieder anders begrüßen können, aber mittlerweile haben wir ja darin Übung“, erklärte Gruppenleiterin Daniela Kalweit.

Zumindest auf den ersten Blick hat sich nichts geändert. „Meine halbe Verwandtschaft arbeitet hier. Deshalb habe ich hier ein Praktikum gemacht, und deshalb war mein Berufswunsch klar“, sagte der 16-jährige Pascal Marmet aus Maxdorf, ebenso ein angehender Elektroniker für Automatisierungstechnik wie Marvin Slotos Pardo. „Die BASF ist ein guter Arbeitgeber, und man hat hier einen sicheren Job“, erklärte der 19-Jährige aus Dirmstein, der allerdings noch keine Verwandtschaft im Werk hat. „Mir hat ein Bekannter aus dem Ort die Ausbildung empfohlen.“

Die Mund-zu-Mund-Propaganda funktionierte also auch in Zeiten der Pandemie. Ansonsten mussten Kalweit und ihr Team auch in diesem Jahr neue, andere Wege gehen. Und das gleich in verschiedenen Richtungen. Sowohl bei der Anwerbung möglicher Auszubildender in den unterschiedlichen Berufsbildern als auch bei der Ausbildung selbst. So wurden nicht nur alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzt, sondern auch die Herausforderung von Ausbildung unter vorgegebener Kontaktbeschränkung gemeistert. „Ich glaube, wir haben die laufende Ausbildung unter Corona hervorragend bewältigt, und wir werden aus dieser Krise gestärkt hervorgehen“, so Kalweit. Und auch ohne das große Gemeinschaftsgefühl konnten sich alle 800 neuen Auszubildenden im Werk willkommen fühlen.

Trotz Corona gut vorbereitet

Susann Stöhr kennt alle Seiten. Die 18-jährige aus Heßheim kam am Mittwoch in ihr drittes Ausbildungsjahr, erlebte das erste Jahr ohne Einschränkungen und das zweite Jahr unter besonderen Bedingungen. Ihr Fazit ist ein Stoßseufzer: „Jedes Jahr ohne Corona ist ein gutes Jahr.“ Dann wird sie aber wieder ernst, denn unter den gegebenen Voraussetzungen sieht sie sich auch bei virtuellem Unterricht und weniger Einsätzen in der Praxis gut auf ihr künftiges Berufsleben vorbereitet. „Die Zwischenprüfung hat gezeigt, dass es keine Defizite gibt.“

Immerhin wurden die praktischen Teile weiterhin im Werk durchgeführt. „Ausbildungsinhalte an den Anlagen kann man nicht komplett digitalisiert zu Hause übermitteln“, erklärte Martin Woltersmann, Gruppenleiter für die Ausbildungsberufe im Bereich Metall, und Elektro. Gerade in seinen Ausbildungsberufen habe das Unternehmen sein Ausbildungsangebot ausgeweitet. Mit jeweils 84 angehenden Elektronikern für Automatisierungstechnik und ebenso vielen Anlagemechanikern stellt dieser Zweig mittlerweile die zweitgrößte Berufsgruppe hinter den Chemikanten. „Viele unserer Anlagen sind schon in einem gewissen Alter und müssen nach und nach digitalisiert werden. Dafür brauchen wir noch jede Menge Anlagenmechaniker“, warb er.

Auffrischung für Mathematik

Bei seinem Unternehmen ist dieser Wunsch längst angekommen. Wir bilden bedarfsgerecht aus, und in Zukunft spielen Produktion und Technikausbildung eine große Rolle“, so Kalweit. Und deshalb habe man auch die Auszubildenden gestärkt. „In diesem Jahr hatten wir schon eine Woche vor Beginn der Ausbildung einen Auffrischungskurs für Mathematik.“ Eine Gelegenheit, die von einigen Auszubildenden ergriffen wurde. Auch von Marvin Slotos Pardo, der nach dem Ende seiner Schulausbildung zunächst einmal Aushilfsjobs über mehrere Monate angenommen hatte. „Deshalb hat mir diese Auffrischung richtig gutgetan.“

Insgesamt habe auch die Anwerbung funktioniert, resümierte Kalweit. So haben sich in diesem Jahr rund 10.500 junge Menschen um eine Ausbildung bei der BASF beworben – rund 500 mehr als im Vorjahr und damit gegen den bundesweiten Trend. Alle 800 angebotenen Ausbildungsplätze wurden auch belegt. Das seien zwar 20 weniger als noch im Vorjahr, „aber wir haben in der Zwischenzeit auch ein Unternehmen verkauft, und die Auszubildenden aus diesem Bereich gehören nicht mehr zu unserem Bereich“, erklärte sie, warum das Niveau insgesamt trotzdem stabil geblieben sei.

Virtuelle Formate für Anwerbung und Ausbildung

Die gestiegene Anzahl an Bewerbungen sei darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen schon frühzeitig virtuelle Formate für Anwerbung und Ausbildung angeboten habe. „Das konnten bundesweit nicht viele Betriebe.“ Deshalb sei eine Ausbildung bei der BASF auch im Jahr 2021 ein guter Start in den Beruf. Und auch darüber hinaus. „Wir haben mit dem Recruiting für 2022 schon begonnen.“

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