Ludwigshafen „13 Jahre ein sicherer Job“

Stabsfeldwebel Dominique Dürkes wurde am Stand der Bundeswehr unter anderem von Edith Vierling und ihren Schülerinnen besucht.
Stabsfeldwebel Dominique Dürkes wurde am Stand der Bundeswehr unter anderem von Edith Vierling und ihren Schülerinnen besucht.

«Mitte.» Vorträge, Infostände und allerlei persönliche Gesprächsangeboten haben Polizei, Bundespolizei und Bundeswehr bei einem Besuch im Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur am Donnerstag im Gepäck gehabt. Trotz des offenbar sinkenden Respekts für Uniformträger war die Nachfrage von Schülern und Angehörigen groß.

Kommissarin Nicole Fabian – dunkelblaue Montur, Pistole am Gürtel – steht als Ansprechpartnerin am Stand der Polizei bereit. Sie beantwortet unter anderem die Fragen von Jakob Hofseß. „Drogenfahnder, das würde mich interessieren“, hat der gerade gesagt. Mit seiner Mutter Dorothea ist er aus Neustadt ins Berufsinformationszentrum (Biz) gekommen. In der Rolle des Schutzpolizisten sieht er sich eigentlich eher nicht, aber ein direkter Weg zum Drogenfahnder ist ihm verwehrt. Zunächst würden alle Absolventen der Polizeischule in den allgemeinen Polizeidienst übernommen, klärt ihn Fabian auf. Von da könnten sie sich auf interne Ausschreibungen für verschiedenste Bereiche bewerben. Um mit der Ausbildung anfangen zu können, müssen auch gesundheitliche Voraussetzungen erfüllt sein. Bei Jakob bestehe der Verdacht auf eine Rot-Grün-Sehschwäche, berichtet die Mama, und die Ausbildungsberaterin der Polizei erklärt sofort, dass das ein Ausschlussgrund wäre. Das wollen die Besucher aus Neustadt nun erst mal durch eine ärztliche Untersuchung feststellen lassen. Am Stand der Polizei informiert sich auch Marvin Schreck. Er besucht die Höhere Berufsfachschule in Ludwigshafen, um die Fachhochschulreife zu erlangen, die ihm das Studium an der Polizeischule in Hahn ermöglichen würde. Das Studium ist der einzige Weg, um in Rheinland-Pfalz Polizist zu werden. Am Polizeiberuf findet Schreck gut, dass man rauskomme, etwas „Action“ habe und nicht nur im Büro sitze. Für interessierte Schüler gibt es übrigens auch Praktika bei der Polizei. „Da bieten wir fünf Tage volles Programm, fahren auch zur Polizeihochschule in Hahn, um alles anzusehen“, erzählt Fabian. Gegenüber geben Stabsfeldwebel Dominique Dürkes und Oberfeldwebel Patrick Schwan Infos zu Berufsbildern bei der Bundeswehr. „13 Jahre ein sicherer Job“, wirbt Dürkes für den Soldatenberuf. Solange könne man als Zeitsoldat dienen. Anschließend könne man in den Staatsdienst übernommen werden. „Meine Schülerinnen gehen aber nicht nach Afghanistan“, merkt Edith Vierling an. Die Lehrerin im Christlichen Jugenddorfwerk in Ludwigshafen ist mit drei Mädchen gekommen. Vor allem Laura Steyer interessiert sich für die Bundeswehr, weil deren Angebot „einfach spannend“ ist. Was Auslandseinsätze anbelangt, klärt der Stabsfeldwebel auf: „Die Bereitschaft, in den Einsatz zu gehen, ist Voraussetzung.“ Die Besucher der Infoveranstaltung lockt vor allem auch die breite Palette von Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten bei der Bundeswehr. Die Bundespolizei stand ebenfalls Rede und Antwort. Hauptkommissar Gunter Disandt überraschte mit wenig bekannten, vielfältigen Aufgaben der Truppe. Neben der Sicherung von Bahnhöfen und Flughäfen sei sie auch für die Sicherheit der deutschen Botschaften, des Bundesverfassungsgerichts und vieler anderer Institutionen verantwortlich. Selbst Undercovereinsätze in deutschen Flugzeugen zur Abwehr von Entführungen gehörten zu ihren Aufgaben. Und im Gegensatz zur Landespolizei komme man zur Bundespolizei auch ohne ein Abitur, denn hier gebe es noch einen mittleren Dienst.

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