Ludwigshafen Über Grenzen hinweg

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Ludwigshafen ist diesmal Gastgeber des Festivals „Junges Theater im Delta“. Vom 23. bis 26. Juni erfüllen mehr als 300 Kinder und Jugendliche das Theater im Pfalzbau mit quirligem Leben. 23 Gruppen aus den drei großen Theatern der Region präsentieren ihre Produktionen. Diese reichen von Märchenstücken über Klassikerbearbeitungen bis zu eigenen Projekten zu aktuellen Themen. „Grenzenlos“ lautet das Motto.

Das Festival ist Bestandteil eines Jugendtheaterprojekts, das vor elf Jahren von der BASF als Hauptsponsor angestoßen wurde. Es fördert die Jugendarbeit an den drei großen Theatern der Region: Mannheimer Nationaltheater, Theater im Pfalzbau in Ludwigshafen, Theater Heidelberg. In einem gemeinsamen Festival, das reihum ausgerichtet wird, stellen die jungen Theatermacher ihre Arbeiten vor. Zuschauen kann jeder Interessierte; in erster Linie sind das natürlich die Mitwirkenden selbst. Sie erleben authentisches Festivalambiente mit Begegnungen, Diskussionen, Workshops und jeder Menge Spiele und Spaß in den Pausen. Im Teppichfoyer locken Verkleidungskiste, Klangwerkstatt, Fotokabine, Improbühne und weitere Attraktionen, im Gläsernen Foyer wird gegessen und getrunken. Auch das Achtelfinale der Fußball-Europameisterschaft kann man hier verfolgen. Auf dem Theaterplatz veranstalten die Kinder ihr eigenes Fußball-Turnier. Mit einer gemeinsamen Aktion geht das Festival am Donnerstag, 23. Juni, 10.30 Uhr, auf dem Theaterplatz los. Danach ziehen alle in den Theatersaal zur Eröffnung auf der großen Bühne. Die kommt aber nur dieses eine Mal zum Einsatz. Die Aufführungen finden auf der Hinterbühne, der Studiobühne sowie den Probebühnen 1 und 2 statt. Die Organisation hat sich bei der unlängst zu Ende gegangenen Schultheaterwoche bewährt. Während der Kern des Festivals in elf Jahren gleich geblieben ist, hat sich an den Rändern einiges verändert. Hier gibt es Kooperationspartner, die inzwischen fest dazugehören: in Mannheim das Jugendkulturzentrum Forum, in Ludwigshafen das Kinder- und Jugendtheater Speyer. Das Junge Nationaltheater tritt mit neun Gruppen an, vier davon kommen vom Forum: das traditionsreiche Augenblicktheater, die neue Formation Exil Theater und zwei Improvisationstheatergruppen. Der Junge Pfalzbau ist mit sechs Gruppen dabei, das Kinder- und Jugendtheater Speyer mit drei. Aus Heidelberg präsentieren sich fünf von den insgesamt acht Spielclubs, die dort aktiv sind. Das diesjährige Thema „Grenzenlos“ hat sich in mehreren Produktionen als Plädoyer für ein Miteinander unterschiedlichster Menschen und Kulturen niedergeschlagen. Da geht es um das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen (Inklusionstheaterprojekt Junger Pfalzbau, Augenblicktheater Forum), das Miteinander unterschiedlicher Kulturen („Till Eulenspiegel – Nasreddin Hodscha“, Junger Pfalzbau), und Sprachen (Junges Nationaltheater) sowie als Überwindung geografischer Grenzen (Fluchtprojekt Junger Pfalzbau). Es gibt Bearbeitungen von Kinderbuchklassikern wie „Ronja Räubertochter“ oder „Alice“, und auch zwei populäre Jugendklassiker („Die Welle“, „Frau Müller muss weg“) werden auf die Bühne gebracht. Erstaunlich zahlreich sind Auseinandersetzungen mit Klassikern: „We walk Faust forward“ kommt vom Jungen Nationaltheater, Dürrenmatts „Physiker“ unter dem Titel „Ökonomen“ vom Forum und Schillers „Maria Stuart“ von der Bühnencrew Speyer. Die von Pfalzbau-Intendant Tilmann Gersch besorgte „Ajax“-Inszenierung nach Sophokles ist ebenfalls zu sehen. Ein Tanzprojekt des Jungen Nationaltheaters erkundet Mannheim.

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