Ludwigshafen Ältere Frauen überfallen

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Ein 21-jähriger Mutterstadter soll im Juli und August 2014 ältere Frauen in Ludwigshafen und Mutterstadt ausgeraubt haben. Raub und Körperverletzung lautet die Anklage in einem Verfahren, das gestern am Amtsgericht Ludwigshafen begonnen hat.

Laut der Anklage von Oberstaatsanwalt Kai Hempelmann hat der 21-Jährige am 25. Juli 2014 in der Mundenheimer Wilhelminenstraße einer 91-jährigen Frau gegen den Kopf geschlagen, als diese sich gerade bückte. Dann habe der Mutterstadter die Handtasche der Frau, die an ihrem Rollator befestigt war, abgerissen und sei geflüchtet, schilderte Hempelmann den weiteren Ablauf. In der Handtasche seien 70 Euro und die EC-Karte der 91-Jährigen gewesen. „Das habe ich garantiert nicht gemacht“, versicherte der Mutterstadter. „Ich bin kein unbeschriebenes Blatt, aber das ist nicht mein Kaliber“, sagte der Angeklagte. Die Beschreibung des Täters passe zwar auf ihn, „aber gucken Sie mich mal an: Jeder Zweite in Ludwigshafen sieht genauso aus wie ich“, argumentierte der Deutsch-Libanese. Die 91-jährige Ludwigshafenerin soll am nächsten Verhandlungstag als Zeugin gehört werden. Der zweite Überfall, den Hempelmann in der Anklage aufführte, ereignete sich in Mutterstadt. Am Abend des 16. August 2014 habe der Mutterstadter einen 19-jährigen Bekannten mit dem er unterwegs war, aufgefordert, drei ältere Frauen zu überfallen. Der 19-Jährige habe sich geweigert, daraufhin habe sich der Angeklagte den Frauen von hinten genähert und einer der Frauen einen Rucksack weggerissen, sagte Hempelmann. Ein Handy sei die Beute gewesen. Wie sich bei der gestrigen Aussage der Frau herausstellte, ist die Anklage zu diesem Vorfall offenbar fehlerhaft. Ihr seien ein Rucksack und eine Tasche von der Schulter gerissen worden, sagte die Frau. Nicht richtig sei auch, dass sie versucht habe, den Rucksack festzuhalten, wie dies in der Anklage steht. Klar ist jedoch: An der Tasche waren Fingerabdrücke des vorbestraften Angeklagten entdeckt worden. Der sagte gestern, er habe die Tasche an einem Nachmittag im Sommer 2014 in einer Grünfläche an der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Mutterstadt gefunden und sie durchsucht, „aber es war nichts drin, was ich hätte brauchen können“. Die Mutterstadterin berichtete, dass Tasche und Rucksack etwa eine halbe Stunde nach dem Überfall von Spaziergängern in einer Grünfläche bei der Rundsporthalle der IGS gefunden worden seien. Sie habe, nachdem ihr Tasche und Rucksack weggerissen wurden, eine Person in Richtung Rundsporthalle wegrennen sehen. Sie könne diese Person aber nicht beschreiben. Angesichts dessen, dass die Tasche kurz nach dem Überfall gefunden wurde, könne das, was der Angeklagte sagt, nicht stimmen, waren sich Hempelmann und das Gericht einig. Die Verhandlung wird am 21. März, 9 Uhr, fortgesetzt. (ann)

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