Ludwigshafen Paar zwingt Töchter zu Sexfilmen

Einem 49-jährigen Mann und einer 38-jährigen Frau aus Ludwigshafen wird vorgeworfen, im Sommer 2017 mehrmals sexuelle Handlungen mit den damals 13 und zwölf Jahre alten Töchtern der Frau vorgenommen zu haben. Beim gestrigen Prozessauftakt am Landgericht zeigte sich das Paar geständig.
Möglich sind bei einer Verurteilung Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Die Mädchen sollen laut Anklage dazu genötigt worden sein, das Paar beim Sex zu filmen und sexuelle Handlungen an dem Mann durchzuführen. Die beiden Angeklagten räumten die Vorwürfe ein. Laut Staatsanwaltschaft wurden die Videos offenbar auch ins Internet gestellt. Dabei habe die Mutter den beiden Töchtern erklärt, dass sie Aufnahmen von den sexuellen Handlungen wünscht. Die 13-Jährige habe darauf das Paar beim Oralsex gefilmt, bevor es auf dem Küchentisch zum Geschlechtsverkehr kam. Dann habe die 13-Jährige die Genitalien des Mannes mit der Hand manipuliert, während die Zwölfjährige das Geschehen filmte. Vergleichbares habe sich an mehreren Terminen abgespielt. Seit Ende Juli 2017 sitzen beide Angeklagte in verschiedenen Gefängnissen in Untersuchungshaft. Das Sorgerecht für die Kinder wurde der Mutter vom Familiengericht Ludwigshafen entzogen. Vor Gericht wirkten beide eher unauffällig. Der eher schmächtige 49-Jährige zeigte sich bereit, zu den Vorwürfen auszusagen. Die zierliche 38-Jährige wollte nur Angaben zur Person machen. Sie habe starke gesundheitliche Probleme und sei zu 100 Prozent schwerbehindert, sagte die Frau vor Gericht. Die von der Anklage erhobenen Vorwürfe gaben beide Beschuldigte gleich zu Beginn zu. „Der Schaden für die Kinder ist irreparabel“, zeigte sich der 49-jährige auf Nachfrage des Richters schuldbewusst. Auf die Frage, warum die Kinder dabei waren, gab der Angeklagte an, dass die Mädchen einfach ins Zimmer gekommen seien, als das Paar Sex hatte. „Es kam dazu, weil alle Beteiligten es wollten. Ich war nicht die treibende Kraft“, behauptete der Mann. Angesichts der vorliegenden Geständnisse stimmten Verteidigung und Staatsanwaltschaft dem Vorschlag des Richters zu, auf die Vernehmung der Mädchen zu verzichten und die Details der Anklage nicht in der Verhandlung zu erörtern. Nach kurzer Beratung verzichtete das Gericht auch auf die Vernehmung der beiden Polizeibeamten, die die Vorgänge und Aussagen damals aufgenommen haben, aber wegen Krankheit beziehungsweise Urlaubs in den nächsten Wochen nicht zur Verfügung stehen. Das Verfahren wird am heutigen Donnerstag fortgesetzt.