Ludwigshafen
Ludwigshafener Parks: Der Ebertpark und sein Stellenwert für die Stadt
Er wurde am 28. Mai 1925 eröffnet, ist 26 Hektar groß und beherbergt etwa 1600 Bäume. Der Ebertpark in Friesenheim ist beliebt bei Spaziergängern, Joggern und Kulturinteressierten. Welchen Stellenwert er für Ludwigshafen hat, haben wir Constanze Kraus gefragt, Geschäftsführerin des Förderkreises.
Frau Kraus, was bedeutet Ihnen der Ebertpark?
Das ist mein Park vor der Haustür, in dem ich schon mit meinen Kindern sehr viel Zeit verbracht habe, als sie noch klein waren. Das ist ein ganz wunderbares Fleckchen Erde. Ich genieße es immer sehr, hier zu sein. Da besteht eine große emotionale Bindung.
Und was bedeutet der Park für Ludwigshafen?
Sehr viel. Am Sternbrunnen sieht man in den Sommermonaten immer wieder Hochzeitspaare, die hier Fotos machen, selbst wenn sie gar nicht hier geheiratet haben. Das ist ein wichtiger Punkt für die Stadt, um auch mal so etwas wie ein romantisches Gefühl auszudrücken. Die Menschen gehen hier am Wochenende spazieren, picknicken hier oder nutzen den Park als Joggingstrecke. Er ist ein zentraler Treffpunkt für jede Gesellschaftsschicht. Besonders für alle, die keinen eigenen Garten haben.
Grünlagen haben für das Stadtklima eine wichtige Bedeutung, sie sind aber auch mit Blick auf die Pflege ein Kostenfaktor. Ist diese Kosten-Nutzen-Balance für den Ebertpark ausgewogen?
Auf jeden Fall. Der Nutzen für die Stadtgesellschaft ist riesig und überwiegt absolut, Stichwort Erholungswert. Wir haben hier die Konzertmuschel mit ganz vielen Veranstaltungen, zu denen sich immer mehr Leute verabreden. Auf der Spielwiese ist sonntags bei gutem Wetter kaum ein Platz frei.
Und die Aufgabe vom Förderkreis ist welche?
Eine starke Lobby für den Park zu sein, ihn ins Bewusstsein der Menschen zu rücken und ihn im Gespräch zu halten – auch innerhalb der Stadtverwaltung. Darüber hinaus wirbt der Förderkreis auch Mittel ein, mit denen wir bauliche Dinge umsetzen oder Veranstaltungen stemmen können. Als der Förderkreis im Jahr 2005 auf Initiative von Detlef Tuttlies, dem damaligen Chef der Wohnungsbaugesellschaft GAG, gegründet wurde, war die Stadt bereits knapp bei Kasse. Das Thema Grün war seinerzeit schon ganz klassisch als sogenannte freiwillige Leistung definiert und daher Opfer vieler Sparrunden. In einem entsprechend schlechten Zustand befand sich der Park. Da war kaum ein Weg gerade, die Lampen standen schief, waren nicht angeschlossen und die Beete in einem erbärmlichen Zustand. Der ganze Park war ziemlich verwahrlost. Der Förderkreis hat dann ganz klar das Zeichen gesetzt: Die Bürgerschaft will diesen Park erhalten und sich darum kümmern. 35 Engagierte haben den Förderkreis ins Leben gerufen, heute sind es 450 Mitglieder. Das spricht Bände.
Und die Konzerte oder Lesungen in der Muschel sind häufig voll besetzt.
Ja, das hat sich super entwickelt. Zu Beginn der Formate standen nur 20 bis 30 Leute vor der Konzertmuschel. Inzwischen haben wir 500 bis 600 Gäste. Und mit dem Parklauf im April haben wir auch jüngere Altersschichten erreicht. In kultureller, aber auch in sportlicher Hinsicht ist das Programm noch ausbaufähig. Zuletzt habe ich beispielsweise eine richtig große Frisbee-Gruppe mit 30, 40 Leuten beobachtet. Zudem wird hier Boule gespielt. Es gibt jede Menge Aktivitäten, die auch ohne uns laufen. Aber vielleicht können wir da als Förderkreis künftig unterstützend wirken, falls das finanzier- und personell machbar ist.
Ist denn der Parkfest-Rummel vor der Eberthalle noch zeitgemäß?
Meine persönliche Meinung ist, dass man unbedingt über das Parkfest-Konzept nachdenken sollte. Da ist aber vor allem die Marketinggesellschaft Lukom als Betreiberin gefragt.
Der Parkeingang soll umgestaltet werden. Wie ist da der Sachstand?
Der Eingangsbereich soll ein bisschen aufgeräumter, strukturierter und weitläufiger gestaltet werden. Die grauen, baufälligen Lagerhäuschen rechts und links werden verschwinden. Was mir und dem Förderkreis am Herzen liegt, sind die alten Kassenhäuschen. Die sind sehr stark von Vandalismus betroffen. Wir möchten sie auf jeden Fall erhalten, die gehören zum Park. Die Frage ist, wie man sie künftig nutzt und schützt. Das ist nicht so einfach. Ich hoffe, dass wir eine Lösung finden, die finanzierbar ist.
Der Rosengarten wird neu konzipiert und gestaltet. Was steht noch an?
In den Vorjahren hat sich viel getan. Es wurden fast alle Wege saniert. Eine Lichtachse durch den ganzen Park wurde geschaffen und an zahlreichen Stellen wurden auf Wunsch vieler Bürger neue Bänke platziert. Das Turmrestaurant, die Konzertmuschel und der Sternbrunnen wurden saniert. Baulich ist der Park gut in Schuss. Im nördlichen Bereich ist der neue Rosengarten in Arbeit, ein noch ungelöstes Thema ist der Quellgarten.
Und was könnte dort entstehen?
Das ist die große Frage. Bisher ist sie nicht beantwortet. Etwas mit Wasser ist wahrscheinlich zu teuer, weil die Auflagen sehr hoch sind. Mal sehen. Die Bepflanzung ringsum mit den Staudenbeeten ist schon mal ganz schön geworden.
Und das Turmrestaurant als gastronomisches Aushängeschild? Da gab es ja viel Kritik am früheren Pächter Thomas Mutschler. Der Zehn-Jahres-Vertrag mit dem Stuttgarter wurde aufgelöst. Seither ist die Familie Elert verantwortlich. Läuft das?
Das läuft jedenfalls viel besser als unter dem Vorgänger. Auch in der Kooperation mit den Konzerten und den Veranstaltungen in der Muschel gibt es eine enge Abstimmung.
Klingt fast nach wunschlos glücklich.
Wunschlos glücklich ist man nie, aber es sind schon ganz viele Wünsche in Erfüllung gegangen. Uns ist es gelungen, den Park in der Stadtgesellschaft klar zu positionieren. Da müssen wir dran bleiben. Die Resonanz ist positiv, die Menschen identifizieren sich sehr stark mit dem Park. Rückblickend auf das Gründungsjahr kann man durchaus von einer Erfolgsgeschichte sprechen. Es ist viel passiert, auch wenn es an gewissen Ecken im Park immer wieder Handlungsbedarf gibt.
Zur Person
Constanze Kraus (53) ist Mutter von zwei Söhnen (24, 26) und einer Tochter (22). Sie lebt in Friesenheim, sitzt für die CDU im Stadtrat und arbeitet als Pressereferentin für die Wohnungsbaugesellschaft GAG.
Die Serie
Über 1000 Hektar Grünfläche gibt es in Ludwigshafen, darunter viele Parks. In unserer Serie „Ab ins Grüne“ erzählen wir ihre Geschichten, treffen Park-Menschen und genießen selbst den wohltuenden Schatten großer Bäume.