Ludwigshafen
Ludwigshafen: Was Malu Dreyer beim Besuch in der Leitstelle gelernt hat
Etwa viermal im Jahr reist Ministerpräsidentin Malu Dreyer (58, SPD) durch ihr Bundesland, um sich vor Ort bei Betroffenen über Themen wie Pflege zu informieren. Die viertägige Tour trägt den Titel „Im Land daheim“ – und das trifft für die gebürtige Pfälzerin sicherlich zu.
In Neustadt aufgewachsen, hat sie in Mainz Jura studiert, war Staatsanwältin in Bad Kreuznach und wechselte schließlich in die Landespolitik nach Mainz. Sie lebt mit ihrem Mann in Trier – wenn sie mal daheim ist. Denn als kommissarische SPD-Vorsitzende muss sie oft auch in Berlin sein. „Ein zeitaufwendiges Ehrenamt“, scherzt sie, wenn man sie darauf anspricht. Am Montag führte sie ihre Sommerreise unter anderem nach Ludwigshafen in die Integrierte Leitstelle an der Hauptfeuerwache in Mundenheim.
112-Notrufen laufen hier ein
Hier laufen in einem Neubau seit Mai 2018 die 112-Notrufe aus der Region zusammen. Die Leitstelle betreut Ludwigshafen, Frankenthal, Speyer und Neustadt sowie den Landkreis Bad Dürkheim und den Rhein-Pfalz-Kreis – ein Gebiet, in dem rund 620.000 Menschen leben. Rund zwölf Millionen Euro wurden in den Neubau investiert, knapp die Hälfte davon hat das Land beigesteuert, den Rest die Kommunen. Dreyer konnte sich nun überzeugen, dass die Landesregierung die Millionen gut investiert hat.
Die Landesmutter war zuletzt vor zwei Jahren auf der Hauptfeuerwache, um den Feuerwehrmännern für ihre Arbeit beim BASF-Explosionsunglück zu danken. Doch die Tagespolitik überschattete damals den Besuch. Zwischen Land und Stadt gab es Streit über die Verantwortung für eine Panne bei der Betreuung eines unter Terrorverdacht stehenden 13-Jährigen. Die damalige Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU) und Dreyer gerieten vor Ort aneinander.
Wohlfühlprogramm
Am Montag gab’s für Dreyer das Wohlfühlprogramm. Sie wurde von OB Jutta Steinruck (SPD) geherzt. Zum Kaffee gab’s Zwetschgenkuchen. Und von Feuerwehrchef Stefan Bruck die Lebensweisheit: „Man muss vor die Lage kommen und nicht dahinter.“ Auf den Fußball übertragen: den Ball kontrollieren und nicht hinterherrennen. „Das passt eigentlich auf alles“, meinte Dreyer. Ob sie dabei auch an die SPD gedacht hat?