Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen: Bauarbeiten an Pesch-Siedlung sollen in einigen Monaten starten

Viel Grün und Räume für Begegnung: die Pläne für das neue Quartier werden immer konkreter.
Viel Grün und Räume für Begegnung: die Pläne für das neue Quartier werden immer konkreter. Foto: Projektmanagement

Rund 550 Wohnungen für bis zu 1500 Menschen sollen bis zum Jahr 2026 auf einem 15 Hektar großen Areal im Umfeld des Heinrich-Pesch-Hauses in West entstehen. Die Projektmanager haben die Investitionssumme am Dienstag auf etwa 200 Millionen Euro geschätzt. Ende dieses Jahres sollen die Bauarbeiten beginnen.

Ein „Leuchtturmprojekt“ nennt Ernst Merkel das ehrgeizige Vorhaben des Heinrich-Pesch-Hauses und des Jesuitenordens sowie der katholischen Gesamtkirchengemeinde Ludwigshafen. Der ehemalige Baudezernent der Stadt und GAG-Chef managt das Projekt gemeinsam mit Michael Böhmer. Bei einem Pressegespräch am Dienstagnachmittag erläuterten beide den aktuellen Sachstand für die neue Siedlung, die auf einer Ackerfläche errichtet werden soll.

Vor zwei Jahren waren die Pläne erstmals öffentlich präsentiert worden. Auf dem Gelände sollen nicht nur wie etwa am Rheinufer Süd neue Häuser und Wohnungen entstehen, sondern auch eine vielfältige Gemeinschaft und gute Nachbarschaft wachsen. Menschen aus vielen sozialen Schichten, Kulturen und Generationen sollen in der Siedlung ein neues Zuhause finden. An dem Konzept dafür wird im Pesch-Haus bereits intensiv gearbeitet.

Kita-Neubau beginnt Ende dieses Jahres

„Wir hoffen auf Baurecht ab Ende Mai“, skizzierte Merkel die weiteren Schritte. Derzeit werde die Trägerbeteiligung vorbereitet. Dann sollen die Pläne dem Bauausschuss und dem Stadtrat vorgestellt werden. Schon Ende des Jahres, so hofft Merkel, soll mit dem Neubau einer Kindertagesstätte und eines Begegnungszentrums begonnen werden. Merkel würde die Kita gern im ersten Bauabschnitt in Zusammenarbeit mit dem städtischen Wohnbauunternehmen GAG errichten. Betreiber der Betreuungseinrichtung werde dann aber die katholische Kirche sein. Die GAG hat bereits signalisiert, dass sie in dem Viertel Sozialwohnungen errichten will, die im Bestand des Unternehmens verbleiben sollen.

Insgesamt geht der Projektmanager von fünf bis sechs Jahren Bauzeit und drei bis vier Bauabschnitten aus. „Wir wollen im Workshopverfahren geeignete Investoren finden“, erläuterte der 70-Jährige das weitere Verfahren. Damit wolle man Mitte dieses Jahres starten. Interessenten gebe es schon jetzt sehr viele.

Ein Parkplatz pro Wohneinheit

Im Frühjahr 2021 soll der Wirtschaftsbetrieb Ludwigshafen von der Frankenthaler Straße aus mit dem Kanalbau beginnen. Parallel dazu sollen die Straßen der Siedlung geplant und erste Wege angelegt werden. Manager Michael Böhmer informierte, dass es in dem neuen Quartier pro Wohneinheit nur einen Stellplatz in zwei Parkhäusern geben werden. Zum Vergleich: In anderen Ludwigshafener Wohngebieten liegt der Schnitt bei 1,5 bis zwei Plätzen. Außerdem darf auf den Straßen der Siedlung nur Schritttempo gefahren werden. Bürgersteige wird es daher keine geben.

Für das ganze Viertel soll es laut Böhmer einen sogenannten Concierge geben, der im Begegnungszentrum angesiedelt werden soll und der dann zum Beispiel Pakete annimmt. Auch ein Café, in dem inklusiv Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen arbeiten, und ein ambulanter Pflegedienst sollen etabliert werden. Ein bis zwei Quartiersmanager sollen sich dauerhaft um das Zusammenleben in der neuen Siedlung kümmern.

Bewohnerverein informiert über Konzept

Sowohl die Investoren als auch die künftigen Bewohner sollen nach den Ausführungen Böhmers einem Bewohnerverein beitreten. Das soll gewährleisten, dass alle gut über das besondere Konzept des Zusammenlebens informiert sind. Im ersten Bauabschnitt sollen ab dem dritten Quartal 2021 120 Wohnungen entstehen. Ernst Merkel geht von einer Bauzeit von einem Jahr aus. Die ersten Mieter und Eigentümer könnten also voraussichtlich Ende 2022 einziehen.

Ein Viertel der Wohnungen und Häuser sind für Menschen mit Unterstützungsbedarf reserviert. Merkel betonte, dass es sich möglichst um Ludwigshafener handeln sollte. In die Familienhäuser sollen auch tatsächlich Familien einziehen und nicht Singles. Auch hier würden bei der Auswahl Familien, die bereits in der Chemiestadt zu Hause sind, bevorzugt.

Mietgärten und Grillplätze

Als Ausgleich für die Versiegelung der bisherigen Ackerflächen sicherten beide Projektmanager zu, dass viel in die Grünbereiche der Siedlung investiert werde. Auch soll es kleine Mietgärten, Treffpunkte mit Grillplätzen und mehrere Kinderspielplätze geben.

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