Ludwigshafen Berufsziel Filmregisseurin

Die Berlinerin Emma Bading in Ludwigshafen.
Die Berlinerin Emma Bading in Ludwigshafen.

Emma Bading besucht zum ersten Mal das Ludwigshafener Filmfestival. Die 20-jährige Schauspielerin ist in gleich drei Filmen zu sehen: in „1000 Arten, Regen zu beschreiben“, in „Grüner wird`s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“ und in „In My Room“.

„Die Filme sind sehr unterschiedlich“, sagt sie. „,Grüner wird`s nicht` ist eine Komödie und ein bisschen auch ein Road-Movie.“ Sie selbst spielt darin die rebellische Tochter eines reichen und exzentrischen Schlossherrn. Sie trifft auf Schorsch (Elmar Wepper), der, vergleichbar rebellisch, gerade seine Gärtnerei im Stich gelassen hat und in seinem Kiebitz, einem Doppeldecker und Ultraleichtflugzeug, vom Tegernsee ans Nordkap möchte. „Die beiden fliegen dann zusammen weiter und helfen sich gegenseitig, um am Ende bessere Menschen oder einfach glücklicher zu werden“, fasst Emma Bading zusammen. „Bei ,1000 Arten` war ich jetzt auch mal im Kino, um zu sehen, wie das Publikum reagiert.“ Die Zuschauer seien richtig mitgegangen, beschreibt sie ihren Eindruck. „Manche fanden es lustig, und andere haben gesagt, es hat sie total berührt“, berichtet die Schauspielerin von Gesprächen. „Das ist eigentlich das Schönste, wenn das Publikum den Film so ganz unterschiedlich auffasst, er aber jeden irgendwo so im Herzen trifft.“ „,1000 Arten Regen zu beschreiben“ befasst sich mit dem Phänomen des „Hikikomori“, einer Sozialphobie oder Persönlichkeitsstörung. „Da geht es um eine Familie, in der der Sohn sich hinter seiner Tür verschließt und einfach nicht mehr rauskommt.“ Die Eltern (Bibiana Beglau und Bjarne Mädel) sind ratlos. „Und ich bin seine Schwester Miriam, die eigentlich noch vollkommen in der Pubertät steckt und die es schwer belastet, dass sie ihren Bruder da auf eine ganz komische Art und Weise verliert.“ Ebenfalls in dem klugen Familiendrama zu sehen ist die junge Pfälzer Schauspielerin Janina Fautz. Emma Bading ist mit der etwa Gleichaltrigen gut befreundet und spielte an ihrer Seite auch in der Komödie „Meine teuflisch gute Freundin“. „Nur drei oder vier Drehtage“ hatte Bading für „In My Room“, einer modernen Robinsonade von Ulrich Köhler, Gewinner des Ludwigshafener Filmkunstpreises von 2011. „Ich spiele eine junge Berlinerin, die mit dem Hauptcharakter eine entscheidende Nacht verbringt. Mehr nicht.“ Sie hat den Film selbst noch nicht gesehen. Emma ist die Tochter von Thomas Bading aus dem Ensemble der Berliner Schaubühne und der Schauspielerin Claudia Geisler-Bading, die zuletzt etwa in Fatih Akins Romanverfilmung „Tschick“ agierte. Auch Emmas neun Jahre jüngere Schwester Bella übernimmt bereits seit Jahren kleinere Rollen in Film und Fernsehen. „Unsere Eltern geben uns den Einblick in diese Welt, aber sie drängen uns zu nichts“, erklärt Emma Bading. „Eigentlich hat sich das einfach so ergeben, weil ich mal wissen wollte, was meine Eltern überhaupt so machen. Ich bin dann zu Castings gegangen, das hat mir Spaß gemacht und das hat sich immer so weiterentwickelt.“ Ihre erste Rolle hatte sie 2012 in „Halbschatten“ als Tochter eines abwesenden Vaters, die mit ihrem größeren Bruder in einem französischen Ferienhaus lebt. Eine durchgehende Rolle spielt sie seit vier Jahren in den „Usedom-Krimis“ im Ersten, auch hier eine rebellische Tochter. „Ich habe nie Theater gespielt. Ich glaube, ich bin eher für den Film gemacht“, meint Bading. Vor drei Jahren hat sie die Schule nach der elften Klasse verlassen und hat nicht vor, eine Schauspielschule zu besuchen. Es zieht sie zur Regie. „Weil ich den Drang habe, eigene Geschichten zu erzählen, eigene Bilder zu finden und etwas zu erschaffen. Ich brauche einfach mehr Strippen, an denen ich ziehen kann. Als Schauspielerin habe ich noch zu wenig Einfluss auf die Projekte. Das möchte ich jetzt verändern.“ Termine —„Grüner wird`s nicht“ am 29. August um 18 Uhr in Festivalkino 1 —„In y Room“ am 29. August um 22 Uhr in Festivalkino 1 und am 31. August um 14.30 Uhr in Festivalkino 2 —„1000 Arten Regen zu beschreiben“ am 8. September um 16.30 Uhr in Festivalkino 3

x