Landau Zauberei rund um das Thema Verkehr
Die Jungen und Mädchen der ersten und zweiten Klassen der Böhämmer-Grundschule in Bad Bergzabern sind ganz aufgeregt. Sehnsüchtig erwarten sie den Besuch des Zauberers Tommy Morgan aus Worms. Ist ein Magier zu Gast, möchte man schließlich herausfinden, wie seine Tricks funktionieren.
Das spielt dieses Mal jedoch keine Rolle. „Der Zauberer erklärt heute den Verkehr“, erklärt Johannes aus der zweiten Klasse. Die Mitschüler gucken etwas ungläubig, sind aber genauso gespannt auf die Zauberkünste. Und gleich zu Beginn seines Auftritts im Filmsaal der Schule erklärt Tommy Morgan das wichtigste Element in seiner Schau: die Gehmännchen-Ampel. Die springe manchmal von Grün auf Rot, einfach so. Für die Kinder heißt es dann „Stopp“ am Gehweg, nicht über die Straße gehen. Tommy Morgan erklärt: „Bei Rot darf ich nicht zaubern.“ Da haben die Erst- und Zweitklässler ein Auge drauf, denn bei jedem „Rot“ schreien sie kräftig „Halt“. Ihnen entgeht kein rotes Lichtsignal. Schülerin Eva bringt es auf den Punkt: „Bei Rot stehen und bei Grün gehen!“ Da nicken alle Köpfe aus den Zuschauerreihen. Doch wo sind die Zaubersachen? Tommy Morgan ist verzweifelt. Er habe vergessen, sie einzupacken, erzählt er. Da bleibt ihm und den Kindern also nichts anderes übrig, als mit vereinten Kräften übernatürliche Kräfte einzusetzen. Mit Zauberpulver und der Pumpe, die alles aufbläst, sind ruckzuck der Zauberbeutel, Tommys Freund, der Bär Tapsi, ein kleiner Bus und ein Häuschen und vor allem der vom Pfarrer geschenkten Verschwindebeutel wieder da. Puh, Glück gehabt, die Show kann also beginnen. Gleich geht es auch weiter beim Verkehrszaubern. Aus dem Beutel des Pfarrers zieht Luca-Sophie drei Tücher in den Farben rot, gelb und grün. Da ist auch der Zauberer überrascht, die Schülerin hat nämlich eine Autofahrerampel gezaubert. Nun wird der Filmsaal zum Fußgängerüberweg. Joanna zeigt allen, wie man richtig über den Zebrastreifen geht. Alle anderen Kinder unterstützten sie dabei, indem sie mit ihren Händen über dem Kopf ein Dach bilden, um Häuser darzustellen, die an der Straße stehen. Noah wohnt in Vorderweidenthal. Dort gebe es leider keinen Zebrastreifen oder eine Ampel, sagt er. Doch der Papa hat ihm alles genau erklärt. Also für ihn, wie er stolz sagt, kein Ding. Nun ist der große Auftritt des süßen Bären Tapsi. Zusammen mit Tommy erzählt er den Kindern, dass der kleine Bär während einer Autofahrt vorne auf dem Beifahrersitz saß, gleich neben dem Vater. Es kam zum Unfall und Tapsi zog sich eine Beule und eine blutende Lippe zu. Seitdem sitze er nur noch im Kindersitz hinten, erklärt er. Alle machen große Augen, Annika und Miriam schütteln den Kopf. Wie kann man nur so etwas machen? Also wirklich, das ist doch gefährlich. Wenig später heißt es: Simsalabim, die Zauberstunde ist vorbei. Wolfgang Brenzinger von der pädagogischen Kinderverkehrsbühne Rheinland-Pfalz ist der Erfinder des Verkehrszauberers Tommy Morgan und dem Programm, das die Verkehrserziehung im Fokus hat. Seit 30 Jahren gastiert der Wormser Künstler an Grundschulen, Förderschulen und Kindergärten, um den Kleinen das richtige Verhalten im Straßenverkehr in spielerischer und humorvoller Art näherzubringen. In dieser Zeit gab es bereits mehr als 20.000 Vorstellungen, die durch die Landesverkehrswacht, die örtlichen Verkehrswachten und die Fachberatern für Verkehrserziehung an den Schulen geplant und organisiert werden.