Landau Wochenspiegel:

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Es ist vielleicht die Ironie der Geschichte, dass der Streit um das geplante Fachmarktzentrum in Rohrbach in die närrische Zeit fällt. Eigentlich gehört es in dieser Phase zum guten Ton, nicht alles so bierernst zu nehmen, zu feiern, zu lachen. Wer am Mittwochabend im Rohrbacher Dorfgemeinschaftshaus zu Gast war, bekam jedoch mit, dass den Menschen im Ort derzeit nicht zum Spaßen ist. Die maximale Eskalationsstufe ist erreicht. Die Stimmung zwischen Stadt und Kreis ist so wie beim Erwachen am Aschermittwoch nach einer durchzechten Faschingsnacht. Diese Geschichte bietet zwar Büttenrednern für die kommende Kampagne reichlich Stoff, lustig ist sie leider nicht. Denn egal, wie der Konflikt ausgehen wird, die Bürger könnten am Ende die Narren sein. Kein Witz, die Stadtverwaltung hat die Versuche aufgegeben, in amtlichen Dokumenten zu gendern, also, in geschlechtergerechter Sprache zu texten. Liebe Bürgerinnen und Bürger und so. Der Vorschlag kommt, natürlich, von einem Mann. Stefan Joritz, seines Zeichens Rechtsamtsleiter im Rathaus. Bei der Formulierung der Satzung für den neuen Seniorenrat seien so viele „innen“ aufgetaucht, dass der Text nicht mehr lesbar gewesen sei, lautete die Erklärung. Wie lästig. Die weibliche Form wurde kurzerhand verbannt und in eine Fußnote an den Anfang der Satzung gezwängt: Die männliche Form gelte gleichermaßen für Frauen und Männer, heißt es dort. Warum nicht anders herum, liebe Leserinnen? Weiß doch eh jeder, dass wir Frauen für die Männer mitdenken. Wie ausgebeint fühlten sich einige Mitglieder des Hauptausschusses, als sie jetzt ihr Plazet zur Nutzungsänderung für das Grundstück am ehemaligen Schlachthofturm geben sollten. 2006, als die Auflage gemacht wurde, tickten die Uhren in Landau noch anders. Halböffentlich sollte die Nutzung sein, jetzt baut der Investor Wohnungen. Als reines Wohngebiet wäre der Grund heute viel mehr wert, argumentierten die Kritiker. Dabei ist die Geschichte nun wirklich abgehangen: Es ging um den Turm damals und um nichts anderes. Wie sauer Bier hatte die Wirtschaftsförderung den angeboten – und lange hatte keiner angebissen. Das wäre vermutlich heute nicht anders. Eigentlich schade, denn so eine klassische Pommesbude im Schlachthofturm hätte auch ihren Charme. |ansc

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