Bad Bergzabern RHEINPFALZ Plus Artikel Wie sich die Bundespolizei für Bedürftige in der Stadt einsetzt

Die Bundespolizisten Steven Einsiedeln (links) und Jörg Klingeberg haben Weihnachtsgeschenke für die Wunschsternaktion eingekauf
Die Bundespolizisten Steven Einsiedeln (links) und Jörg Klingeberg haben Weihnachtsgeschenke für die Wunschsternaktion eingekauft.

Die Bundespolizei, größter Arbeitgeber in Bad Bergzabern, will in der Weihnachtszeit zwei caritative Projekte umsetzen. Die sollen Menschen in der Stadt zugute kommen.

Es ist nicht so, dass die Polizeivollzugsbeamten der Bundespolizei, von denen 431 in Bad Bergzabern stationiert sind und die rund 70 Zivilbeschäftigten, die meist auch in der Region wohnen, Zeit übrig hätten. Ganz im Gegenteil, wie Polizeioberrat Jörg Klingeberg, der stellvertretende Abteilungsleiter der Bundespolizei im Gespräch mit der RHEINPFALZ erläutert. „Wir sind für die Verstärkung der Grenzkontrollen zuständig, überwiegend im Bereich Saarbrücken und Prüm“, so Klingeberg. Das sei der Zuständigkeitsbereich des Standorts Bad Bergzabern, insgesamt gibt es in Deutschland zehn Standorte.

Seit diesem Jahr gehöre auch die Drohnenabwehr zum festen Programm, zwei Drohnen seien dafür angeschafft worden, so Klingeberg. Zudem gebe es Multisensorfahrzeuge, die Drohnen erkennen und bildlich fixieren können. Fußballreiseverkehr, Fußballspiele, Grenzkontrollen oder Demonstrationen, Kontrollen an Bahnhöfen, die Einsätze sind vielfältig und es sind viele. „Wir haben viele Überstunden, die wir auch immer wieder versuchen abzubauen“, informiert Klingeberg.

Auch Umweltschutz wichtig

Er hat seine Laufbahn angefangen, als Deutschland noch geteilt war und die Einrichtung Grenzschutz hieß. Sein Kollege, Polizeioberkommissar Steven Einsiedel, ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und seit 17 Jahren dabei. Beide sind stolz auf ein Alleinstellungsmerkmal in Bad Bergzabern, das einmalig in ganz Europa ist. Die seit 2023 bestehende deutsch-französische Einheit DFEE „Daniel Nivel“, die aus 30 Mitgliedern der Bundespolizei Bad Bergzabern und ebenso vielen der Gendarmerie Nationale in Metz besteht und in beiden Ländern eingesetzt wird, zum Beispiel bei den Paralympics in Paris. Benannt ist sie nach Daniel Nivel, einem französischen Gendarm, der während der Fußballweltmeisterschaft 1998 in Paris von deutschen Hooligans fast zu Tode geprügelt wurde. „Alle Mitglieder der Einsatzgruppe dürfen auch im jeweils anderen Land hoheitliche Aufgaben durchführen, das ist etwas ganz Besonderes“, so Klingeberg.

Aber es gibt auch andere Projekte, die am Standort Bad Bergzabern umgesetzt werden. Kaum bekannt ist das Umweltmanagement der Bundespolizei. Erfolge sind bisher bei der Senkung des Wasser- und Papierverbrauchs zu verzeichnen, Mehrwegbesteck wurde eingeführt und auch der Abfall bei der Verpflegung bei Einsätzen ist deutlich gesunken. Und es gibt weitere Vorhaben, wie etwa jenes, die großen Parkflächen mit Solarpaneelen auszustatten. Mit gleich doppelter Wirkung. „Dann könnten unsere Einsatzfahrzeuge sonnengeschützt abgestellt werden“, so Klingeberg. E-Ladesäulen auf dem Gelände, Dachbegrünungen oder Regenwasserrückhaltung sind weitere Vorhaben.

Spendenkonzert und Wunschaktion

Trotz mehr als vollem dienstlichen Terminkalender plant die Bundespolizei derzeit aber auch zwei caritative Projekte. Das Bundespolizeiorchester Hannover wird ein Benefizkonzert in der Aula des Alfred-Grosser-Schulzentrums geben, bei dem auch das 15-jährige Geigengenie Leander Hennes Resch aus Barbelroth auftreten wird. „Es ist ein gemeinsames Konzert der Stadt Bad Bergzabern und der Bundespolizei“, informieren Klingeberg und Einsiedel. Spenden sollen der Tafel Bad Bergzabern zugute kommen.

Mit großer Beteiligung der Bundespolizisten, Zivilbeschäftigten und Soldaten der Bundeswehr als zweitgrößtem Arbeitgeber und in Zusammenarbeit mit dem Haus der Familie wird es auch wieder eine Wunschsternaktion geben. Bedürftige Menschen dürfen Wünsche in einem bestimmten finanziellen Rahmen äußern und auf einen Stern schreiben. Die gibt das Haus der Familie zuvor aus und übergibt dann die Wunschsterne den Schenkenden. In diesem Jahr erfüllen die Wünsche 130 Polizisten und Mitarbeiter der Bundespolizei und 120 Beschäftigte und Soldaten der Bundeswehr. „Es ist eine wunderbare Aktion, und ich bedanke mich für das Vertrauen der Bundespolizei und der Bundeswehr in uns, dass die Geschenke auch diejenigen bekommen, die sie wirklich brauchen“, freut sich die Leiterin des Hauses der Familie, Helga Schreieck.

Termin

Das Benefizkonzert ist am Sonntag, 7. Dezember, 17 Uhr, in der Aula des Alfred-Grosser Schulzentrums. Einlass ist ab 16 Uhr, der Eintritt ist frei, Spenden erwünscht.

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