Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Wie das Impfzentrum in Landau aussehen wird

Die Impfstraßen werden unter anderem noch farblich markiert, damit es keine Orientierungsprobleme gibt.
Die Impfstraßen werden unter anderem noch farblich markiert, damit es keine Orientierungsprobleme gibt.

Noch ein paar Wochen, dann können sich auch in Landau Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen. Das Impfzentrum wird gerade aufgebaut, die Arbeiten sind im Zeitplan. Drinnen wird das Flughafenprinzip angewendet.

„Wir sind im Zeitplan“ – das Impfzentrum in der Landauer Albert-Einstein-Straße 29 könne Stand jetzt wie anvisiert am 22. Februar die ersten Impfwilligen aufnehmen. Das betonen Bastian Dietrich und Stefan Krauch. Die beiden sind die Impfkoordinatoren des Kreises Südliche Weinstraße sowie der Stadt Landau und zuständig für den Aufbau des gemeinsamen Impfzentrums beider Kommunen. Aus ihrer Perspektive ist es ein Vorteil, dass das Zentrum in Landau später kommt. Man könne von den Erfahrungen anderer Kommunen lernen.

Beispiele? Der Wartebereich ist im Inneren des Zentrums, damit Schlangen vor dem Eingang vermieden werden können. „Wir haben nun gesehen, dass einige Menschen deutlich früher kommen“, sagt Dietrich. Ein anderes Problem, das bei anderen Zentren identifiziert wurde, sind verwirrende Wege. Auch das haben Dietrich und Krauch mitbedacht: Die Impfwilligen bekommen Farben zugeteilt. Anhand dieser Farben folgen sie einfachen Wegen. Diese seien auch so gestaltet, dass man nicht falsch abbiegen könne. Also ein Farbleitsystem in Kombination mit Absperrungen – vom „Flughafenprinzip“ ist die Rede.

Alle wollen die Pandemie stoppen

Andere Kommunen haben ihre Erfahrungen bereitwillig beigesteuert, berichten die Koordinatoren. Allen voran der Kreis Germersheim, mit dem es ein gemeinsames Impfzentrum in Wörth gibt, aber auch die Städte Neustadt und Speyer, sagt Krauch. Die Zusammenarbeit sei sehr offen und positiv. „Wir haben schließlich alle das Ziel, die Pandemie zu stoppen.“

Kritisiert wurde unter anderem, dass es so lange dauere, bis das Impfzentrum in Landau steht. „Vier Wochen sind die normale Vorlaufzeit“, sagt Dietrich. So lange hätten auch andere Kommunen gebraucht. Der Kreis Germersheim hat es in zwei Wochen geschafft. Das sei jedoch die absolute Ausnahme, da man in Wörth auf die vorhandene Infrastruktur des Notkrankenhauses zurückgreifen konnte, berichtet Dietrich. Die Germersheimer Kreisverwaltung hat das ebenfalls schon mehrmals hervorgehoben. „Dazu kommt, dass die Firmen nicht an den Telefonen warten, bis wir uns melden, sondern vielleicht auch schon andere Aufträge haben“, erklärt Co-Koordinator Krauch.

In Landau sind laut den beiden Koordinatoren zehn Personen für die Planung zuständig. Gearbeitet werden müsse an den Abläufen, Personal muss gewonnen und geschult werden, die Technik muss funktionieren, dazu kommt noch die Abstimmung mit dem Land, das die Landesimpfzentren finanziert. Stadt- und Kreisverwaltung haben Mitarbeiter dafür abgestellt, dazu kommen Beschäftigte, die eigentlich bei der Stadtholding arbeiten. „Es ist sehr viel Feinabstimmung zu leisten“, sagt Dietrich. Dazu kommen Externe: Die Messebaufirma habe die Kabinen im Innenbereich binnen einer Woche hochgezogen, 15 Mitarbeiter seien im Einsatz gewesen.

Wie läufts drinnen ab?

Der Aufbau an sich ist wie in allen anderen Impfzentren. In Landau gibt es drei „Impfstraßen“ – und weder Treppen noch andere Hindernisse. Alles ist barrierefrei. Zunächst kommt der Besucher aber in einen Check-in-Bereich in der Halle. Davor ist der Wartebereich – derzeit ist er noch kahl, aber die Stühle stehen schon bereit. Im Check-in wird unter anderem geprüft, ob die Unterlagen vollständig ausgefüllt sind. Notfalls werde den Menschen beim Ausfüllen geholfen, sagt Krauch. Drei Schalter existieren für drei Straßen – und ein vierter, falls der Betrieb ins Stocken gerät. Das könne passieren, wenn jemand Hilfe beim Ausfüllen der Formulare braucht oder Fragen hat, erläutert Krauch.

Nach dem Check-in geht’s in den zweiten Wartebereich – ebenfalls bestuhlt. Von dort geht es weiter in den zweiten Teil der großen Halle und in eine der drei Impfstraßen. Zwei sind für Erstimpfungen gedacht, eine für Menschen, die die zweite Impfung erhalten. Die Menschen, die zuerst geimpft werden, erhalten zunächst in Gruppen zu zwölf Personen eine Aufklärung durch einen Arzt. Dort haben sie auch noch die Möglichkeit, allgemeine Fragen zu stellen. Will jemand eine spezielle Frage stellen, steht eine Einzelkabine zur Verfügung.

Nach der Aufklärung kommen die Impfboxen. In den Straßen für die erste Impfung sind es jeweils zwölf Kabinen. Sie sind Z-förmig gestaltet. „Im ganzen Zentrum muss man nichts berühren“, sagt Dietrich. In der Straße für die zweite Impfung haben sich Stadt und Kreis die Zone für die Aufklärung gespart. Laut jetzigem Kenntnisstand sei sie nicht nötig, berichtet Krauch. Dort stehen 24 Kabinen.

Nach der Impfung gibt es den letzten Wartebereich – hier sind auch Sanitäter anwesend, falls jemand die Impfung nicht vertragen sollte. „So können wir vor Ort reagieren, falls was los ist“, sagt Krauch. Dazu gibt es dort sicherheitshalber noch einen Behandlungsbereich. In Wörth sei bisher nichts passiert, zudem gelte der Biontech-Impfstoff als gut verträglich, fasst Krauch, der eigentlich bei der Stadt als Abteilungsleiter Feuerwache fungiert, den Stand der Erkenntnisse zusammen. Stadt und Kreis seien auch auf Kreislaufprobleme vorbereitet, denn „es kommt ja auch die Aufregung dazu“. Nach 15 Minuten Wartezeit können die Menschen zum Check-out-Schalter und dann wieder nach Hause gehen.

Die Impfkoordinatoren: Stefan Krauch (links) und Bastian Dietrich.
Die Impfkoordinatoren: Stefan Krauch (links) und Bastian Dietrich.
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