Landau Wer kann, der kann
Leistungsstarke und besonders leistungsfähige Schüler fördern – das ist das Ziel einer auf zehn Jahre angelegten Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Länder. Als eine von 300 Schulen in Deutschland, davon 17 in Rheinland-Pfalz und vier in der Pfalz, ist die Landauer Konrad-Adenauer-Realschule plus (Kars) mit dabei (wir berichteten bereits am 15. November). „Die Schüler sollen die Möglichkeit haben, sich weiterzuentwickeln“, sagt Schulleiter Manfred Schabowski. Gegliedert ist die Förderinitiative in drei Module, die die Kars in den nächsten zehn Jahren bearbeiten wird. „Im ersten Modul geht es vor allem darum, ein leistungsförderndes Klima zu schaffen“, erklärt Schabowski. Das umfasst ein breites Lernangebot, das auf die individuellen und unterschiedlichen Bedürfnisse der Schüler und deren Lernstand zugeschnitten ist. „Wichtig ist uns bei solchen Projekten, dass wir alle Gruppen, also Schüler, Lehrer, Eltern und Schulleitung, miteinbeziehen.“ Eine große Rolle spielt auch das Netzwerk der Schule. „Wir arbeiten sehr gut mit verschiedenen Betrieben, der Zooschule in Landau oder auch der Hochschule in Worms zusammen.“ Vor allem mit dem Campus Landau der Universität Koblenz-Landau verbindet die Kars mehr als nur gute Nachbarschaft. Mit der Einführung des neuen Schwerpunktes Bio- und Umwelttechnologie an der Fachoberschule soll es den Schülern der zwölften Klasse im Zuge der Förderinitiative künftig zum Beispiel möglich sein, ausgewählte Lehrveranstaltungen an der Uni zu besuchen. Das zweite Modul betrifft die Förderung der Schüler im Regelunterricht. „Dazu gehört auch, dass man die individuellen Bedürfnisse der Schüler erkennt“, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Regina Sersch. In einigen Klassen seien deswegen zwei Lehrkräfte in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch zur Stelle. „Das hat den Vorteil, dass man noch kleinere Lerngruppen bilden kann. Das begünstigt eine individuelle Zuwendung.“ Das Ziel des dritten Moduls ist das Erkennen und das Fördern besonders begabter Schüler. „Als Angebot für unsere zehnten Klassen haben wir zum Beispiel die AG ,Übertritt in die Oberstufe’“, berichtet der Schulleiter. Dabei werden die Hauptfächer bereits auf dem Niveau der Oberstufe unterrichtet. Den Schülern, die sich entscheiden, die Schule nicht nach der zehnten Klasse zu verlassen, sondern in die Oberstufe zu wechseln, werde der Übertritt dadurch erleichtert. Gleichzeitig sollen aber auch leistungsschwächere Schüler berücksichtigt und entsprechend mitgenommen werden. In den kommenden zehn Jahren erhält die Kars Unterstützung durch die Förderinitiative. „So eine lange Laufzeit ist ungewöhnlich, aber natürlich sehr angenehm. Somit hat das Projekt genug Zeit, sich zu entwickeln“, sagt Regina Sersch. Hilfreich sei dabei nicht nur die finanzielle Zuwendung, sondern auch der Austausch mit anderen Schulen und dem pädagogischen Landesinstitut. „Wir werden regelmäßig Rückmeldungen erhalten. Außerdem werden zum Beispiel Lehrerfortbildungen angeboten.“ Auch die Eltern freuen sich über die Möglichkeiten, die die Förderinitiative der Schule und den Schülern bietet. „Wir können das nur begrüßen“, sagt Elternsprecherin Michaela Löbenbrück. „Es geht hier nicht ausschließlich um Wissensvermittlung, sondern auch um die Entwicklung der Persönlichkeit der Kinder.“ Man werde nicht in Schubladen gesteckt, sondern habe die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Ein Beispiel dafür ist Georg Dausch. „Ich hatte nach der vierten Klasse keine Gymnasialempfehlung“, berichtet der 15-Jährige. Nach der Orientierungsstufe, in der die Schüler alle Wahlpflichtfächer einmal kennenlernen können, entschied er sich für Technik und Naturwissenschaft. Die Förderung an der Kars zeigte bei Dausch Wirkung. „Ich besuche derzeit die zehnte Klasse. Danach gehe ich in die Oberstufe und mache an der BBS mein Abi.“ Später will er Zahnmedizin studieren. „Unser System ist durchlässig“, bestätigt auch Schulleiter Schabowski. „Den Schülern stehen somit alle Möglichkeiten offen.“ Durch die Förderinitiative sollen es nun noch ein paar Möglichkeiten mehr werden. Im Netz www.kars-landau.de