Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Weniger Einschränkungen für Solaranlagen in Altstadt

Bisher gibt es kaum Solaranlagen in der Altstadt.
Bisher gibt es kaum Solaranlagen in der Altstadt.

Landau will die Installation von Fotovoltaikanlagen auf Dächern in der Altstadt erleichtern. Dies hatten SPD und CDU beantragt. Das Ziel soll mit einer geringfügigen Änderung der Altstadtsatzung erreicht werden und deckt sich mit Bekundungen des Landes, die Nutzung von Solarenergie auch auf denkmalgeschützten Bauwerken mit Einschränkungen zuzulassen.

Sie könnten sich gut vorstellen, mit einer Anlage auf dem Rathaus voranzugehen, sagten Oberbürgermeister Dominik Geißler (CDU) und der Beigeordnete Lukas Hartmann (Grüne), der für das Gebäudemanagement (GML) zuständig ist. Es müsse ja nicht gleich auf der Dachfläche zum Marktplatz hin sein, so Geißler. Er warb dafür, die optische Wirkung auf Touristen nicht außer Acht zu lassen. Konkret heißt dies, dass möglichst Dachflächen genutzt werden sollen, die wenig bis gar nicht von der Straße aus einsehbar sind. Wenn das GML ausreichend Kapazitäten frei habe, wolle es eine solche Anlage auf dem Südflügel des Rathauses montieren lassen, sagte Hartmann. Die Dachflächen seien nicht von der Salzhausgasse einsehbar, nur von gegenüberliegenden Dachgeschosswohnungen aus. Klaus Eisold (SPD) kritisierte, dass das GML seines Wissens im vergangenen Jahr nur zwei Fotovoltaikanlagen gebaut habe. Das sei „ein bisschen wenig“.

Laut Landesbauordnung müssen Solaranlagen nicht beantragt und genehmigt werden, es sei denn, sie befinden sich auf Kulturdenkmälern. Die bisherige Altstadtsatzung der Stadt Landau regelt zusätzlich, das Stadtbild zu wahren und behutsam weiterzuentwickeln, dabei aber auf den Erhalt des Raum-, Straßen- oder Platzbildes und der Dachlandschaft zu achten. Die Neufassung lässt Fotovoltaik und Solarthermie auch auf einsehbaren Flächen zu, wenn sie in gleicher Neigung wie die Dachfläche und ohne deutlich sichtbare Unterkonstruktion angebracht werden. Auf frühere Abstandsvorgaben zu Dachtraufe, -first oder -rand und auf Farbvorgaben für die Anlagen wird verzichtet.

Botschaft senden

Unterm Strich ändert sich nicht viel, die Verwaltung will aber mit der Neufassung der Satzung die Botschaft aussenden, dass sie Bürokratie abbaut und die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen voranbringen will. Auch in den Gestaltungssatzungen für die Stadtdörfer hatte es keine Gestaltungsanforderungen an Solaranlagen mehr gegeben.

Das Rathaus ist nicht das einzige große Gebäude in der Innenstadt, bei dem über Fotovoltaik auf dem Dach nachgedacht wird: Kürzlich hatte Dekan Volker Janke dies im RHEINPFALZ-Gespräch auch für die große Dachfläche der Stiftskirche angeregt.

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