Glosse
Was neue Autos wirklich brauchen
Die Internationale Automobilausstellung hat begonnen. Da sie unter dem Motto „Mobilität der Zukunft“ steht, sind an dieser Stelle noch dringende Forderungen zu erheben, die hoffentlich von den Machern der Show und den Ausstellern schon berücksichtigt wurden, ansonsten aber dringend im Nachgang umgehend in die Produktion einfließen müssen.
Erstens: Schafft die Blinker ab, die benutzt sowieso keiner mehr. Das spart Gewicht und somit Energie und natürlich auch Strom, falls der kleine Hebel am Lenker aus Versehen dann doch mal bewegt werden sollte.
Man kann trotz Tempomats noch Gas geben
Zweitens: Der Tempomat gehört verboten. Die eigentlich ganz praktische Einrichtung, die den Verkehrsfluss verstetigen könnte, überfordert deutsche Autofahrer und wird nur dazu verwendet, auf der Mittelspur der Autobahn herumzuzuckeln und die wenigen Irren, die sich gelegentlich mal rechts einordnen, gnadenlos hinter Lastwagen einzusperren. Dass man trotz Tempomats auch noch aufs Gas treten kann, um Überholvorgänge zu beschleunigen, gehört offenbar (ebenso wie das Blinken, siehe Punkt eins) zu Geheimwissen, das in Fahrschulen nicht mehr vermittelt wird.
Dachzelte müssen Standard werden
Drittens: Autoaschenbecher werden hoffnungslos überschätzt. Raucher benutzen sie nicht, sondern nehmen stets den großen Ascher: das Seitenfenster.
Viertens: Rüstet Autos endlich standardmäßig mit Dachzelten aus. Wer heute etwas auf sich hält, braucht längst keinen Stern auf der Haube und auch kein SUV mehr, wohl aber die flache Schachtel auf dem Autodach, die sich bei Bedarf (okay, also so gut wie nie) in ein luftiges Schlafzimmer verwandelt. Das ist seit Corona ein absolutes Muss-man-haben. Und wenn ihr dann noch (als zeitgemäße Alternative zu früher mal angesagten umhäkelten Klopapierrolle auf der Hutablage) eine Idee für einen Klapplokus auf der Anhängerkupplung habt, sind alle Probleme gelöst. So geht Mobilität der Zukunft.