Landau „Volksverräter“-Wagen auf Faschingsumzügen:

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Der nachträgliche Streit um die Zuständigkeit für den Bad Bergzaberner Karnevalsumzug, speziell um die Frage, wem das unsägliche Motiv des Kapellener „Partybusses“ mit der Konsequenz des Teilnahmeverbots hätte auffallen müssen, bringt nicht nur nichts, sondern er spaltet im Zweifel die Gruppe all derer, die in der Hauptsache ehrenamtlich die bisherigen Züge auf den Weg gebracht haben. Das wäre bedauerlich. Ich halte es für sinnvoller, nachdem das sprichwörtliche Kind in den karnevalistischen Brunnen gefallen ist, dass alle Beteiligten einschließlich der Kommunalverwaltungen (nicht nur in Bad Bergzabern) darüber nachdenken, wie ein solcher Eklat in Zukunft verhindert werden kann. Der Gesellschaft drängt sich die Überlegung auf, was in ihrer Mitte falsch läuft, wenn sich derartige Botschaften öffentlich und ohne Unrechtsbewusstsein auszulösen Bahn brechen. Wie steht es mit der Meinungsfreiheit in Deutschland? Das muss man sich fragen, wenn man die Reaktion auf diesen Wagen sieht. Sicherlich hätte man auch ein anderes Wort mit gleicher Bedeutung finden können, um diesen unsinnigen Veröffentlichungen aus dem Weg zu gehen. Das hätten die Wagenbauer, die ich persönlich kenne, sicherlich auch getan, wenn sie sich der Aufregung um dieses Wort bewusst gewesen wären. Und die Verantwortlichen, alles Leute, die die Zugorganisation ehrenamtlich und gern machen. Alles Leute, die Humor haben und für die Sache Fasenacht stehen. Alle wollen nichts gesehen haben? Schade, dass sie nicht zu einer persönlichen Stellungnahme oder Meinungsäußerung bereit waren. Ich hoffe, die Flecken in der Unterhose lassen sich rückstandslos entfernen. Ja, und der Bürgermeister aus Bad Bergzabern hat sofort den Umzug verlassen, so stand es zumindest in der RHEINPFALZ. Für einen Faschingsbegeisterten wie ihn sicher eine sehr schwere Entscheidung (...). Kontaktaufnahme mit den Wagenbauern, ohne großes Trara, hätte da mehr gebracht. Und da waren noch die Stellungnahmen von Herrn Ludwig in Presse und Fernsehen, mehr als peinlich. Es ist schon verwunderlich, dass in einer Region wie der unseren immer wieder solche Sachen hochgespielt werden. Braucht man das, um im Gespräch zu bleiben? Ich wüsste da andere Sachen. Ich hoffe, dass die Staatsanwaltschaft schnell zur richtigen Entscheidung kommt und das Ermittlungsverfahren einstellt. Zum Schluss noch ein Satz an die Wagenbauer: „Jetzt seid ihr mal richtig groß rausgekommen, das war schon immer das angestrebte Ziel eurer Umzugsteilnahmen. Ich hoffe, ihr macht weiter. Fasching braucht euch.“ Danke, dass Sie die „Verunglimpfung“ veröffentlicht und somit verewigt haben. Viele Deutsche hätten sonst nicht erfahren, dass es in Bergzabern aufrechte Menschen gibt, die so denken wie sie selbst. Es sind inzwischen Millionen. Wunderbar! Und hier noch einmal. Danke. (...) Mir wurde die Stimmung durch die wohlfeile Trump-Verunglimpfung und billige AfD-Beschimpfung getrübt. Die RHEINPFALZ hat völlig recht. Die Meinungsfreiheit nimmt massiv Schaden, und die Entgleisung des Umzugswagens aus Kapellen-Drusweiler ist, gelinde gesagt, eine Frechheit. Man sollte die Gruppe wegen Beleidigung anzeigen! Sie, Herr Fröhlich, springen mit den rechten Parteien in ein Boot. Sie treten die Demokratie und die Meinungsfreiheit mit Füßen. Volksverräter ist kein Sprachgebrauch in unserem Land. Im Bundestag werden solche Ausdrücke gerügt und sogar mit Ordnungsrufen bedacht. Sie sind anscheinend nicht im Bilde, was Grundkurs Demokratie bedeutet. Gehen Sie in einen Grundkurs für Demokratie und Meinungsfreiheit, gehen Sie in die Türkei, und dann werden wir sehen wer recht hat und wer nicht. Solche Menschen wie Sie sind eine Gefahr für die Demokratie. Besonderen Dank an den Redakteur Ihrer Zeitung. Sie haben das richtige gesagt. Danke auch an die Redaktion der RHEINPFALZ, die dem Leserbriefschreiber indirekt die Leviten gelesen hat. Dankeschön. Sie sind eine spitze Zeitung. Weiter so. Ihre Überschrift in der RHEINPFALZ vom 3. März trifft genau den Punkt. Wir doch nicht, nichts gehört, nichts gesehen, wegducken, abtauchen, ja wie haben denn diese Leute die Motivwagen überprüft? Nichts gegen die ehrenamtlichen Helfer, aber hier wäre eine andere Handlungsweise erforderlich gewesen. Auch die Stadtspitze muss sich fragen lassen, wieso nicht gegen die Weiterfahrt des Wagens protestiert wurde und nicht die Veranstalter informiert wurden, hier wäre sicherlich noch einiges möglich gewesen. Meiner Meinung nach hätte man diesen grenzwertigen Wagen immer noch aus dem Umzug ausschließen können und die Weiterfahrt verweigern müssen. Da hätte man halt mal Rückgrat zeigen können. Es ist schon traurig, wenn deutsche Bürger noch nicht einmal auf Faschingsumzügen ihren Unmut über die eigene Politik zum Ausdruck bringen dürfen (...). Das größte Unverständnis habe ich jedoch über die Aussage des Stadtbürgermeisters, welche eigentlich nur den Schluss zulässt: „Keine Eier in der Hose und Angst um seinen Posten!“ Jeder Politiker mit Rückgrat sieht über solche Anspielungen (noch zu Fasching) lächelnd drüber weg, so war es jedenfalls in der Vergangenheit. Mit solchen Kommentaren über einen Faschingswagen fühlt man sich tatsächlich stasiüberwacht. Ist das Demokratie?

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