Leserbriefe Viele Reaktionen nach Kritik an Amtsführung von Landaus OB Geißler

Der Beitrag unseres Karikaturisten Berthold Ritter ist eine Anspielung darauf, wie Dominik Geißler im Jahr 2022 nach Landau kam.
Der Beitrag unseres Karikaturisten Berthold Ritter ist eine Anspielung darauf, wie Dominik Geißler im Jahr 2022 nach Landau kam. Theo Kautzmann, bei den Christdemokraten in Landau und SÜW seit Langem fest verwurzelt und ein enger Vertrauter des einstigen CDU-Schwergewichts Heiner Geißler, hatte die Idee, Dominik Geißler für die OB-Kandidatur zu begeistern. Nach dem Aus der Merkel-Regierung war der Mitarbeiter des einstigen Wirtschaftsministers Peter Altmaier just zu dieser Zeit arbeitslos.

Die Kritik der RHEINPFALZ an der Amtsführung von Landaus Oberbürgermeister Dominik Geißler hat zu einem breiten Echo in unserer Leserschaft geführt.

Geißler kann es nicht“ lautet der Titel eines Leitartikels in der Ausgabe vom vergangenen Montag, 5. Januar. Sabine Schilling, Leiterin der Lokalredaktion Landau, hat darin die Arbeit von Oberbürgermeister Dominik Geißler kritisch bewertet. Geißler ist seit 1. Januar 2023 im Amt und auf acht Jahre gewählt. Die Lokalredaktion hat zahlreiche Zuschriften bekommen, nicht alle sind zur Veröffentlichung gedacht. Deshalb hier ein Auszug aus den Zuschriften.

„Nicht immer nach Parteibuch gehen“

Ich muss der Redakteurin Frau Schilling leider recht geben. Er kann es nicht, wie sollte er es auch.

Von der Pfalz kam der Hilferuf eines CDU-Urgesteins nach Berlin „Dominik, du machst des“. Und Dr. Geißler machte dies vermutlich auch aus Pflichtbewusstsein zur CDU Südpfalz, als OB von Landau zu kandidieren. Wenn jemand keine Abschlüsse vorweisen kann, die ihn als Fachmann/ Fachfrau in der Verwaltung von Kommunen ausweist, so sind die Probleme vorhersehbar. Verwaltungen werden durch zusätzliche Expertise aufgebläht, da der Chef sie ja nicht hat. Bisherige Mitarbeiter werden, weil sie zum Chef andere Meinungen haben als illoyal benannt. Diese Spirale setzt sich fort, bis nur noch Ja-Sager die Verwaltungsgeschäfte bestimmen.

In Landau konnte bisher Schlimmeres verhindert werden durch einen aufmerksamen Stadtrat. Jetzt könnte man natürlich sagen, der Wähler ist schuld. Ja, aber nur zum Teil. Maßgeblich für die Aufstellung der Kandidaten sind die Parteien. Wenn aber nur nach Parteibuch ausgesucht wird, ähnlich wie im Kreis Germersheim bei der Landratswahl, so ist eine Weiterentwicklung von Stadt oder Kreis im positiven Sinne nicht möglich.

Meine Bitte an die Verantwortlichen wäre daher, nehmt Kandidaten, die zumindest Erfahrung in zweiter Reihe hinter Verwaltungschefs vorweisen können und verzichtet auf Selbstdarsteller/Influencer oder Content-Creator. Der Wähler dankt es euch.

Thomas W. Kopf, Bellheim

„Selten so geärgert“

Der Kommentar hatte es in sich und trifft in voller Gänze zu. Selten habe ich mich über meine Stimmabgaben (!) so geärgert.

Aber Geißler steht durchaus für den Prototyp des heutigen Politikers. Auf der Verpackung steht etwas völlig anderes als das, was man als Bürger dann letztendlich bekommt.

Beispiele gefällig? Merz, Wegner, Wadephul, Weimer, Kretschmann, Günther, Kuhle, Strack-Zimmermann und Wüst. Die Liste ließe sich endlos weiterführen.

Landau gibt auch optisch ein immer weniger gutes Stadtbild ab. Sorry, dass ich dieses böse Wort verwende, das gerne absichtlich missverstanden wird.

Chris Dasch, Landau

„Zutreffende und mutige Darstellung“

Aus Neustadt verfolge ich die Geschehnisse in Landau und freue mich, dass endlich mal jemand klar sagt, was schon lange offenkundig ist. Ich danke Ihnen für Ihre zutreffende und mutige Darstellung, mit der die Funktion einer freien Presse sichtbar wird und hoffentlich auch zu dem für Landau wünschenswerten Ergebnis führt.

Klaus Gröschel, Neustadt

„Schiere Polemik“

Sabine Schilling geht den Oberbürgermeister der Stadt Landau mit einer Heftigkeit an, die betroffen macht!

Die Wortwahl Schillings in ihrem Beitrag belegt, dass die Dame zwischen sachgerechter Berichterstattung, sachgerechter Kommentierung und persönlicher Verunglimpfung nicht zu unterscheiden weiß. Den Oberbürgermeister der Stadt Landau als „unzuverlässig“ und „desinteressiert“zu bezeichnen, der sein „Handwerk nicht beherrscht“ und „beratungsresistent“ ist, stellt keine angemessene Berichterstattung dar, sondern ist schiere Polemik! Als Gipfel der Unverschämtheit bewerte ich die Titulierung des Oberbürgermeisters als „Clown aus dem Rathaus“!

Frau Schilling sollte sich mit dem Gedanken an ihren eigenen Ruhestand vertraut machen.

Hans-Joachim Liedtke, Landau

„Auch CDU-Akteure hinterfragen“

Gestern ließ mir ein Freund Ihren Leitartikel „Geißler kann es nicht“ zukommen. Ich lebe seit einigen Jahren im Ausland und komme nur noch selten in meine Geburtsstadt Landau. Gleichwohl verfolge ich die Geschehnisse in Landau nach wie vor mit großem Interesse.

In der zurückliegenden jüngsten Zeit kam ich aus dem Kopfschütteln vor atemloser Verwunderung nicht mehr heraus. Allzu oft stellten sich mir angesichts der erkennbaren Entwicklung der Stadt die Fragen: Wer handelt hier verantwortlich und woher kommen die Akteure?

Aus vielen persönlichen Gesprächen mit Freunden und Bekannten erfuhr ich auch von deren Irritationen und deren Bewertungen fehlender Qualifikationen des Stadtoberen. Ihr engagierter Leitartikel tut der verletzten Seele vieler Landauer Bürger nur gut. Tief sitzt die Enttäuschung, die Empörung, ja die Wut und der Zorn auf den Verantwortlichen.

Bleiben wir noch einen Moment bei dem Letztgenannten. Es ist unbedingt richtig, tatsächliches Unvermögen und objektiv gegebene Qualitätsdefizite ungeschönt öffentlich anzusprechen. Geht man zugunsten des Unvermögenden davon aus, dass er ja nicht vorsätzlich oder bewusst Schwäche und Unvermögen andauernd demonstriert, sondern nur so handelt, weil er es nicht besser weiß und kann, so erhebt sich wie von selbst die Frage: Wie kam Dominik Geißler überhaupt in das Amt eines Oberbürgermeisters? Und damit sind wir bei Ihrer entblößenden Feststellung: Geißler ist kein Eigengewächs der Landauer CDU.

Wenn er also kein Eigengewächs mit erkennbaren Wurzeln in der Landauer Geschichte und Gesellschaft ist, dann drängt sich die Frage der nachweislichen Qualifikation für das angestrebte Amt auf. Die Urheber, ja sogar die Erfinder, des Desasters saßen und sitzen nicht in der Gemeinschaft der Bürger. Die sogenannten Repräsentanten der Bürgerschaft im Stadtrat sind gehalten, sich den Spiegel vor Augen zu halten.

(...) Die verbale Empörung über den Sündenfall „Kai Schürholt“ war groß und vor allem laut. Dies veranlasste mich damals, einige Väter der Stadt aus der konservativen Fraktion des Stadtrates zu fragen, ob sie denn wüssten, dass je höher und verantwortlicher eine ausgeschriebene Position sei, desto umfangreicher die vom Kandidaten zu erbringenden Zeugnisse und Qualifikationsnachweise sein müssten. Die Antworten waren summa summarum ernüchternd. Kurz zusammengefasst: „Er war doch ein Mann von uns!“

So wird es auch im Falle des Dominik Geißler geschehen. Warum nach Qualifikationen fragen, ist er doch ein leibhaftiger Sohn von „unserem Heiner“. Ihn in Frage zu stellen, hieße, „unseren Heiner“ post mortem zu kritisieren. Das wagt keiner!

Nach meinem bescheidenen Erachten gilt es nicht mehr nur, den zu Recht kritisierten Hauptakteur an den Pranger der Öffentlichkeit zu stellen. Vielmehr sind diejenigen der CDU zur eigenen persönlichen und fachlichen Qualifikation zu hinterfragen. Sollten dazu je ehrliche und reale Antworten vergeben werden, so wäre der Grad der öffentlichen Ernüchterung von weit größerer Dimension.

Ferdinand C. Glück, Postadresse Frankweiler

„Wo ist das Problem?“

Wenn ich den Artikel lese, weiß ich wieder, warum ich seit einigen Jahren die RHEINPFALZ nicht mehr abonniere. Ein Artikel über den Bruch der Zusammenarbeit von SPD, CDU und FWG im Stadtrat Landau. (...) Politik ist gefühlt ein schmutziges Geschäft. (...) Zum Artikel erscheint wie der Rüssel zum Regenwurm ein Leitartikel mit der Überschrift: „Geißler kann es nicht“ von Sabine Schilling. Dieser Artikel vermittelt mit großer Motivation einen missionarischen Akzent, den ein eigenständig denkender Bürger, ein Leser, für mein Empfinden gerade in der heutigen Zeit nicht braucht. Ein Leitartikel darf Personen, wie man im Netz liest, demontieren. Man sollte sich aber auch immer fragen, warum es solche Artikel gibt.

Wie sollen Artikel sein: Fundiert, recherchiert, an Fakten orientiert. Wir bekommen von Frau Schilling zu lesen: „Geißler ist unzuverlässig. Bei würdigen Anlässen wie Beerdigungen oder Totengedenken tritt er zuverlässig kopflos auf. Erzählt, was ihm gerade in den Sinn kommt.“ Das ist tatsächlich recherchiert oder fundiert? Respekt – dann zeigt Herr Geißler vielleicht Herz und Anteilnahme? Auf Beerdigungen nicht selten! Doch bei Politikern nicht selbstverständlich.

Herr Geißler spielt Klavier, während eine Frau und Stellvertreterin der Stadt die Preisverleihung des Thomas-Nast-Preises wiederum an eine Frau übergibt. Wo ist das Problem? Mitarbeiter wissen nicht, woran sie sind. „Ihre Memos liest er nicht …“ „Dominik Geißler ist beratungsresistent. Er hat keine Vision für seine Stadt.“ Dieser Leitartikel in seiner Art verfolgt ein Ziel – und ein Schelm, der Böses denkt –, er ist für mich jedoch ein perfektes Beispiel, wie die eigentliche Politik funktioniert! Doch welcher Leser braucht das? Sind es unter anderem solche Artikel, die zur Politikverdrossenheit beitragen?

Ich würde mir wünschen, Journalismus würden sich darauf beschränken, fundiert und sachlich zu berichten. Positive Perspektiven unterstützen und die Demontage von Personen in dieser Form zu unterlassen. Die Welt hat andere Probleme.

Heidi Racké, Eschbach

„Die Geister, die ich rief ...“

„Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los!“ Zauberlehrling der Landauer CDU.

Dieter Prinz, Landau

„Es brodelt schon sehr lange“

Der Artikel ist einfach großartig, und ich finde, in einer Kleinstadt wie Landau, auch mutig! Sie treffen den Nagel auf den Kopf! Viele Nägel!

(...) Es brodelt wirklich schon sehr lange an allen Ecken in Landau! Sie sprechen mir und vermutlich ganz vielen Menschen aus der Seele! Sehr gut, dass Sie dieses für unsere Stadt doch wichtige „heiße Eisen“ so couragiert und detailliert angepackt haben. Meine ganze Hochachtung dafür.

Herr Geißler dachte vermutlich, der Name seines Vaters würde doch ziehen und auch genügen, um ihn in dieses Amt zu hieven. Und vermutlich ist er dieses Namens wegen letztendlich auch gewählt worden von Menschen, die seinen Vater kannten und schätzten. (...)

Uta Klenert, Landau

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