Landau Viele alte Käfer auf großer Fahrt
Zum 17. Mal veranstaltete der 1998 gegründete Oldtimerclub Knittelsheim ein Treffen der Freunde alter Automobile und Motorräder mit anschließender Ausfahrt. Rund 140 Oldtimer waren am vergangenen Sonntag dabei und lockten bei strahlendem Sonnenschein etwa 1000 Besucher nach Knittelsheim. Das Motto in diesem Jahr lautete „70 Jahre Serienproduktion VW-Käfer“.
In dichten Reihen stehen die liebevoll restaurierten, auf Hochglanz polierten Gefährte rund um das Gemeindehaus in Knittelsheim, auf dem Parkplatz der Feuerwehr sowie auf der Zufahrtsstraße. Fahrzeuginhaber und das Publikum fachsimpeln über die mindestens 30 Jahre alten Oldtimer. Es tuckerten aber auch Modelle aus den Kindertagen des Automobilbaus nach Knittelsheim, wie ein Ford, Baujahr 1928. Hubert Fingerle wischt sorgfältig unsichtbaren Staub von der Motorhaube seines Morris Minor Convertible. Der Lahnsteiner ist zum ersten Mal in Knittelsheim und hat schon gleichgesinnte Bekannte getroffen. Sein Morris Minor mit 48 PS, Baujahr 1969, hat der Angestellte im öffentlichen Dienst 2010 in England gekauft und dort restaurieren lassen. „Sehr erschwinglich, und die Ersatzteilbeschaffung ist kein Problem“, sagt er. Das Fahrzeug sei für ihn „eine schöne Erinnerung“ an einen Schüleraustausch 1973 mit der Partnerstadt Kettering. „Die Gastfamilie hat mich in einem Morris Minor vom Bahnhof abgeholt“, sagt Fingerle. Der VW-Käfer steht im Fokus der diesjährigen Veranstaltung. „Nicht aus aktuellem Anlass“, sagt der Vorsitzende des Oldtimerclubs, Peter Malthaner. Das Motto habe schon lange vor dem Abgas-Skandal festgestanden. Etwa 15 Modelle des Käfers, oft „Herbie“ nach dem Film-Käfer genannt, sind nebeneinander aufgereiht. Auch das sumatra-grüne Hochglanz-Exemplar von Uli und Ute Mihlan aus Wachenheim ist in Knittelsheim dabei. „Es gibt nur ganz wenige in dieser Farbe“, berichtet Uli Mihlan. Mit dem zweiten Motor habe es sein VW schon auf 870.000 Kilometer Fahrleistung gebracht. „Das Auto ist seit 1973 im Familienbesitz“, sagt er. Ab 1974 sei seine Mutter dreimal in der Woche damit in die Schweiz gefahren. Nach ihrem Tod 1982 habe der Käfer 20 Jahre lang gestanden, bevor Mihlan mit dem Oldtimer als „Hobby-Eisenbahnfotograf“ vor allem in Osteuropa unterwegs war. „Wegen Steinschlag an der Front und an den Kotflügeln sowie ein bisschen Rost unter den Gummischwellern der Türen wurde behutsam nachlackiert“, sagt Mihlan. Ansonsten sei alles noch Original. Um 13.30 Uhr reihen sich die Vehikel zur Ausfahrt auf. Sie werden einzeln anhand der Anmeldezettel vorgestellt und dann fotografiert, bevor sie von den winkenden und klatschenden Zuschauern verabschiedet werden. Die etwa 50 Kilometer lange Route führt über Bellheim und Hochstadt nach Edesheim, wo in einem Weingut ein Boxenstopp eingelegt wird, sagt Malthaner. Zurück nach Knittelsheim geht es dann über Hainfeld, Böchingen und Offenbach. (mjn)