Landau Verbrannte Trauben und gefrorenes Gras

Am 1. Januar 1860 griff der Ackersmann Johann Jacob Steigner aus Klingen zum Bleistift und machte sich danach täglich Notizen. Das Tagebuch führte er bis zu seinem Tode 1899. „Marktplatz regional“ hat darin geblättert.
In seinem Tagebuch hat Steigner unter anderem auch die Wetterlagen und Kapriolen festgehalten. Während dieser Zeit kann man immer wieder Temperatursprünge feststellen. So „war im August 1860 immer Nieselregen bis zum 2. September“. In Göcklingen kam die Gerste und der Weizen erst Anfang September heim. Im Westrich noch viel später. Der August 1862 dagegen war ein vortrefflicher Monat. Am 1. August waren die Gutedeltrauben reif und am 31. August alle Trauben vollkommen reif, berichtet Steigner. Im Folgejahr trat der „graue Pilz“ in den Weinbergen verheerend auf. Den August 1869 beschreibt Steigner als „reich gesegneten Monat“. Die Scheunen sind voll gestopft bis unter die First. Kalt war dagegen der August 1870. „An einem Tag war sogar das Gras auf den Wiesen gefroren“, berichtet der Chronist. „Am 14. August 1871 war ein großes Gewitter. Die Brücke zwischen Klingenmünster und Heuchelheim wurde weggerissen und die Fluten wälzten große Quadersteine fort.“ Dazwischen gab es auch ganz normale Monate mit heißen oder kühlen Tagen. 1875 gab es in Göcklingen eine Überschwemmung, dass der Bach über die Ufer gelaufen ist und die Straßen überschwemmte. Am 15. August 1876 „trifft man überall reife Trauben an“. Einen schlechten August verzeichnet Steigner 1883. „Eine solche Ernte gedenkt mir noch nie. Die gesamte Frucht war vom Regen ausgewaschen und unbrauchbar geworden.“ Den August 1892 beschreibt Steigner als „sonderbaren Kauz“. In der Monatsmitte war eine solche Hitze, wie man sie selten hat. Es zog ein feiner schwacher Wind gegen einem, als brächte er „die Glut eines brennenden Ziegelofens entgegen“. Die Trauben, die an der Oberfläche hingen, waren braun verbrannt. Unabhängig vom Wetter berichtet Steigner von mehreren Ereignissen, die sich in der Südpfalz zugetragen haben. „Im August 1894 hat ein Mann aus Pleisweiler einen Mord verübt und wurde hingerichtet. Im gleichen Monat brannte die Spitalmühle in Landau ab.