Landau Unbeliebte Strafen mit dem Stock

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OTTERSHEIM. Große Freude herrschte vor gut 30 Jahren in der 4. Klasse der Grundschule Ottersheim/Knittelsheim, als das Kultusministerium Rheinland-Pfalz die erfolgreichen Teilnehmer am Schülerwettbewerb „Erforsche deine Heimat“ auszeichnete.

Mit interessanten Themen hatten sich die Viertklässler damals zu Schuljahresbeginn an die Arbeit gemacht, die ganze Klasse war dabei. Das Zweierteam Kerstin Bilgmann und Alexander Fuchs wählte das Thema „Die alte Schule von Ottersheim“ – inzwischen Bürgerhaus – aus und betrieb wie andere Gruppen ihre eigenen Forschungen. Dazu besuchten sie in der Ottostraße die schon ältere Amalie Disque, die von 1914 bis 1921 die einklassige evangelische Volksschule besuchte. Bei ihrer Befragung erfuhren sie sehr viele Einzelheiten über das schulische Leben, die sie gleich notierten. „Wir Kinder gingen damals in Holzschuhen zur Schule und stellten diese während des Unterrichts ins Regal. Im Klassenzimmer standen lange Holzbänke, in denen vier bis fünf Kinder saßen. Wollte ein Kind heraus, mussten alle anderen Kinder aufstehen. Vorn standen ein Tisch und ein Stuhl für den Lehrer. Alles war sehr einfach. Im Schulsaal stand auch ein kleiner Ofen, der morgens von einer Frau angeheizt wurde. An der Seite stand ein Schrank und zwei Tafeln hingen an der Wand, daneben eine Schüssel und ein Krug mit Wasser zum Händewaschen für den Lehrer. Der Schwamm für die Tafel wurde am Brunnen im Schulhof nass gemacht. Außerdem hing da noch eine Landkarte“, so beschrieb Disque ihren Schulsaal. Sie erzählte außerdem, dass alle evangelischen Kinder von Ottersheim zusammen in einem Raum Unterricht hatten. Es waren etwa 34 Schüler von der ersten bis zur siebten Klasse. In der ersten Klasse schrieben die Kinder auf Schiefertafeln. Sie mussten als Verlängerung an den Griffel ein Weidenstöckchen binden, um ihn richtig zu halten. Es gab nur ein Heft für alle Fächer. Amalie Disque lernte noch deutsche Schrift. „Noch vieles war anders als heute, so auch die unbeliebten Strafen mit dem Stock. Im Winter hatten wir am Vor- und Nachmittag Unterricht, im Sommer nur von sieben bis zwölf Uhr. Dann ging es meist mit den Eltern ins Feld. Statt der Ausflüge machten wir Wanderungen, bei denen viel gesungen wurde“, notierten die kleinen Geschichtsschreiber weitere interessante Informationen in ihre Niederschrift, die von einer Jury als beste im Kreis Germersheim beurteilt und zum Ministerium weitergeleitet wurde. Letztlich war neben der Auszeichnung das wohl wichtigste Ergebnis dieses Wettbewerbs die eingehende Beschäftigung mit der Heimat. |fn

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