Landau Trinkwasser ungefährdet

Für die Tiefbrunnen, aus denen die Energie Südwest Landau und die Gruppenwasserwerke Bornheim Trinkwasser gewinnen, besteht wohl keine Gefahr durch ein Leck am Geothermiekraftwerk Landau. Dies hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) in Neustadt im Sommer bereits vermutet und jetzt mit Analysen aus zwei Grundwassermessstellen untermauert, sagt SGD-Präsident Jürgen Seimetz.
Wie wiederholt berichtet, war das Geothermiekraftwerk im März infolge von Bodenhebungen und -verschiebungen abgeschaltet worden. Wenig später war in einem Brauchwasserbrunnen der Gartenschau Arsen gefunden worden (Ausgabe vom 4. April) – ein Indiz für den Austritt von Thermalwasser. Daraufhin waren zwei neue Grundwassermessstellen im Abstrom der Geothermieanlage gebohrt worden. Beide sind so angelegt, dass aus zwei verschiedenen Tiefen (etwa sieben und etwa 30 Meter) Wasserproben gezogen werden können. Das ist regelmäßig erfolgt, um zu ermitteln, ob zwei Grundwasserhorizonte im oberflächennahen Lockergestein beeinträchtigt sind. Dabei hat sich laut SGD bestätigt, dass das Grundwasser vom Kraftwerksgelände mit nur geringer Geschwindigkeit in ostsüdöstliche Richtung strömt. Es gebe keinen Abfluss in Richtung der nordöstlich gelegenen, 2,5 Kilometer entfernten Tiefbrunnen der Wasserversorgung beziehungsweise des Wasserschutzgebietes Horstwiese, wo die Brunnen der Energie Südwest liegen. Bis zu den Bornheimer Brunnen in mehr als vier Kilometern Entfernung gelangen die Schadstoffe erst recht nicht, so die SGD. Nach Angaben der Behörde sind im südlichen Messbrunnen erhöhte Werte von Natrium und Chlorid und eine leicht erhöhte Wassertemperatur festgestellt worden. Das lasse auf eine Beeinflussung vom Kraftwerksgelände schließen. Im nördlichen Messbrunnen seien im tieferen Grundwasserhorizont keine Schadstoffe gefunden worden, im oberflächennäheren habe es erhöhte Chlorid-Gehalte mit einem geringfügig erhöhten Natrium-Wert gegeben. Beim Chlorid liegt der Grenzwert im aufbereiteten Trinkwasser bei 250 Milligramm pro Liter. Im nicht aufbereiteten Grundwasser sind am 10. Oktober 362 Milligramm gemessen worden. Für Natrium liegt der Höchstwert im Trinkwasser bei 200 Milligramm. Im Grundwasser festgestellt worden waren 103 Milligramm. Daher schließt die SGD bei beiden Stoffen Gefahren für das Trinkwasser „definitiv“ aus. Außerdem hat die SGD Proben aus einem Brunnen ziehen lassen, in den Kühlwasser für eine Pumpe (nicht das heiße Thermalwasser) des Kraftwerks wieder in den Untergrund geleitet wird. In diesem sogenannten Schluckbrunnen seien Natrium, Chlorid und Arsen gefunden worden, doch die Werte seien rückläufig. Beim Arsen lag der Höchstwert im März bei 2,6 Milligramm pro Liter, am 10. Oktober waren es noch 0,056 Milligramm. Das Messprogramm soll weitergeführt werden, auch um jedes Restrisiko ausschließen zu können. Außerdem soll, wie berichtet, die Schadensursache mit einer weiteren bis zu 500 Meter tiefen Erkundungsbohrung ermittelt werden. Wichtigste Erkenntnis aus den bisherigen Auswertungen sei, dass durch die Betriebsstörung keine Grundwasserhorizonte beeinträchtigt worden seien, aus denen Trinkwasser gewonnen wird, so die SGD. Die Brunnen der Energie Südwest in den Horstwiesen sind bis zu 78 Meter tief. (boe)