Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Tote nach Brand entdeckt

Die Flammen schlagen aus dem Fenster.
Die Flammen schlagen aus dem Fenster.

An der Schlösselkreuzung steht am späten Dienstagabend ein Dachstuhl in Flammen. Zwei junge Landauer gehen ins Haus, um die Bewohner zu warnen – und die Rettungskräfte finden eine Leiche.

Ein Großaufgebot von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst hat in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch einen Großbrand in der Weißenburger Straße in der Nähe der Schlösselkreuzung bekämpft. Von den elf dort gemeldeten Bewohnern ist einer leicht verletzt worden, berichten Polizei und Feuerwehr, für sechs Menschen hat die Stadtverwaltung noch in der Nacht Notunterkünfte bereitgestellt. Im Gebäude ist eine 54-Jährige gestorben – das teilt die Kripo mit. Aber: Es habe sich um eine natürliche Todesursache gehandelt, das Feuer habe keinen Einfluss auf den Tod gehabt. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern noch an.

Noch vor den Einsatzkräften am Brandort war der Landauer Joshua Mack. Er habe in seiner Wohnung in der Nähe des Brandortes gegen 22.30 Uhr Rauch gerochen. Da er vom Fenster aus zwar kein Feuer, aber Rauch gesehen habe, sei er runter auf die Straße, berichtet der 32-Jährige. Dort sieht er, dass aus einem Fenster im Dachgeschoss Flammen schlagen. Zusammen mit einer Frau und einem Mann zwischen 20 und 30 Jahren schaut er kurz dem Feuer zu. Dann tauchen die unvermeidlichen Fragen auf: Ist die Feuerwehr alarmiert? Ja, sagen die beiden. Und die Bewohner? Der junge Mann und Mack nehmen die Herzen in die Hände und laufen rüber.

Die beiden finden einen Mann

Sie klingeln, schildert Mack weiter, und werden sofort reingelassen. Sie machen im Flur und im Treppenhaus Lärm und rufen immer wieder „Feuer!“. Die Leute kommen langsam raus und stehen erstmal verwirrt auf dem Flur. Denn im Haus selbst sei rein gar nichts von dem Feuer zu merken gewesen, erinnert sich Fotograf Mack. Kein Rauchgeruch, kein Feuerschein, kein Lärm. Erst als sie auf der vorletzten Etage ankommen, sehen sie, dass die Decke über ihnen schwarz ist. Zu riechen ist aber immer noch nichts, sagt Mack.

Rund 130 Einsatzkräfte waren vor Ort.
Rund 130 Einsatzkräfte waren vor Ort.

Dort sitzt ein Mann, völlig rußverschmiert. Er weigert sich, das Gebäude zu verlassen. Er will lieber, dass man sich Eimer schnappt und den Brand zu löschen versucht. Damit habe man keine Chance, versucht Mack zu erklären, aber der Mann bleibt sitzen. Dann, nur kurz nachdem das Duo ins Haus ist, kommen schon Polizisten, die den Mann in Sicherheit bringen. Da sind Mack und der andere Helfer aber nicht mehr im Gebäude. „Das müsste der Leichtverletzte gewesen sein, von dem die Polizei berichtet“, sagt Mack. Die verletzte Person habe das Krankenhaus noch in der Nacht wieder verlassen können, heißt es im Bericht der Beamten.

„Die haben das Haus geflutet“

Im Einsatz waren laut Bericht 130 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und der Schnelleinsatzgruppen, und das bis zu sieben Stunden, berichtet die Landauer Feuerwehr. Geholfen haben auch Kollegen aus Herxheim. Für diese war das nur ein Einsatz in einer arbeitsreichen Nacht. Denn nur elf Minuten, nachdem das Feuer in der Weißenburger Straße gemeldet wurde, wurde ein Brand in der Fortstraße gemeldet. Der habe aber schnell gelöscht werden können. Kurz nach Mitternacht hat sich dann eine Brandmeldeanlage aus der Eutzinger Straße gemeldet – auch dieser Einsatz konnte zeitgleich zum Großbrand gestemmt werden, berichtet die Feuerwehr.

Am Gebäude entstand laut Polizei schätzungsweise ein Schaden im mittleren bis hohen sechsstelligen Bereich. Immerhin konnte die Feuerwehr ein Übergreifen des Brandes auf die eng stehende Bebauung in diesem Bereich der Weißenburger Straße verhindern. Oder in den Worten Macks: „Die haben das Haus geflutet.“

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