Landau Tierschutz und Geselligkeit

Sind stolz auf ihre Vereinshütte, die sie 2005 in Eigenregie gebaut haben (von links): die Ameisenfreunde Peter Hofmann mit Hund
Sind stolz auf ihre Vereinshütte, die sie 2005 in Eigenregie gebaut haben (von links): die Ameisenfreunde Peter Hofmann mit Hund Hermine, Jörg Hirschinger, Christian Bereswill und Marc Hirschinger mit Hund Lino.

In der Region bekannt sind die Wasgau-Ameisen-Freunde (WAF) besonders für ihr alljährliches Sommernachtsfest, das in der Vereinshütte auf dem Belmontplatz ausgerichtet wird. Die Mitglieder kümmern sich aber auch, wie der Vereinsname bereits verrät, um den Schutz der Waldameisen und sind damit einmalig in der Region. Vor 30 Jahren ging alles „aus einer Laune heraus“ los. Elf Gründungsmitglieder – einige von ihnen sind heute noch im Verein – legten am 15. Januar 1988 den Grundstein für den Verein „Wasgau-Ameisen-Freunde Erfweiler“ (WAF). Was wohl eher mit einem Augenzwinkern begann, entwickelte sich zu einer Gruppierung von aktuell 35 Mitgliedern, die fest im örtlichen Vereinsleben etabliert ist. Und es geht natürlich auch um die Pflege und den Schutz der heimischen Waldameise und ihrer natürlichen Lebensräume. Denn die Waldameise steht unter Naturschutz. Wer ein Waldameisennest, in dem mehr als eine Million der Krabbeltiere leben können, zerstört, macht sich strafbar. „Anfangs haben wir die Ameisenhügel umzäunt, um sie vor Mensch und Tier zu schützen“, sagt der erste Vorsitzende Jörg Hirschinger. Allerdings habe dies nur bedingt funktioniert, da die Ameisen einfach „umgezogen“ seien und ihr Hügel an einem neuen Platz außerhalb des Zauns errichteten. 2012 dann ließen sich vier Vereinsmitglieder zum offiziell anerkannten Ameisenheger ausbilden. Seitdem besteht auch eine Zusammenarbeit mit der Ameisenschutzwarte Bayern. Auch sind die Männer dazu berechtigt, die Ameisenvölker fachgerecht umzusetzen – das ist aufwendig und kann je nach Größe des Hügels hohe Kosten verursachen, sagt Vereinsmitglied Christian Bereswill. Wenn ein Ameisenhaufen beispielsweise in bewohntem Gebiet entdeckt wird, werden die entsprechenden Naturschutzbehörden, der Förster und die Ameisenfreunde informiert und rücken mit großen, blauen Tonnen an. „Man darf nicht vergessen, dass der Hügel noch mal mindestens so tief in die Erde geht, wie das, was man an der Oberfläche sieht“, erklärt der zweite Vorsitzende Peter Hofmann. Deshalb werden die Tiere mit einem speziellen Mittel in ihre Behausung gelockt und dann an einen sicheren Platz umgesiedelt. „Die Ameisen brauchen Schatten, Licht, nicht zu viel Hitze und es muss möglichst trocken sein“, sagt Vereinsmitglied Marc Hirschinger über die idealen Standortfaktoren. Besonders wichtig ist es, die Ameisenkönigin ohne Schaden umzuquartieren. Diese sitzt besonders geschützt im Zentrum des Nests und kann bis zu 25 Jahre leben, während die Arbeiter etwa sechs Jahre alt werden. Doch nicht nur der Tier- und Naturschutz, sondern vor allem die Geselligkeit und der aktive Beitrag zum Dorfleben ist den Ameisenfreunden wichtig, wie die Vereinsmitglieder betonen. Besonders stolz sind die WAF auf ihre Vereinshütte, die 2005 komplett in Eigenleistung und Eigenfinanzierung erbaut wurde. Bei der Kerwe engagieren sie sich ebenso wie beim neu ins Leben gerufenen „Dämmerschoppen“ und ihrem traditionellen Sommernachtsfest. Einmal im Monat ist Sitzung, gemeinsame Ausflüge gehören ebenso zum Jahresprogramm. In diesem Jahr feiert Erfweiler außerdem sein 750-jähriges Bestehen − natürlich nehmen die WAF am Festumzug teil. Info Das Sommernachtsfest ist am Samstag, 7. Juli, ab 16 Uhr und Sonntag, 8. Juli, ab 10 Uhr. Es gibt wieder Brathähnchen und Fußball auf der Leinwand. Anlässlich des Jubiläums werden am Sonntag zudem 30 Liter des selbst gebrauten „Eibach Urpils“ ausgeschenkt. Wer sich für den Verein interessiert findet Informationen zum Verein und zu den Waldameisen im Internet unter www.waf-erfweiler.de.

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