Karlsruhe / Insheim
Tiefbohrung für Geothermiekraftwerk Insheim genehmigt
Das Karlsruher Unternehmen schreibt, es verfüge „bereits über mehrere kommerzielle geothermische Bohrungen und Anlagen“ bei Insheim. Fakt ist: Es gibt ein Kraftwerk mit einer Förderbohrung und einer sich gabelnden Reinjektionsbohrung, durch die das abgekühlte Wasser wieder zurück in den Untergrund gepumpt wird. Um mehr heißes Wasser fördern zu können, soll eine weitere Förderbohrung niedergebracht werden. Das geschieht nach Unternehmensangaben auf dem Bohrplatz Schleidberg in der Nähe der K21 nahe der Gemarkungsgrenze Insheim/Landau, wo Vulcan „voraussichtlich Ende des Jahres“ bohren wird.
Zusätzlich hatte Vulcan angekündigt, weitere Dubletten (Förder- oder Produktionsbohrung und Reinjektionsbohrung) anlegen zu wollen. Das ist aber vorerst noch Zukunftsmusik. Das Unternehmen will im Landauer Gewerbegebiet D12 an der Autobahn neu bauen. Über Pipelines soll das heiße Tiefenwasser dorthin geleitet werden. Dort soll Fernwärme erzeugt und eine Lithium-Vorstufe gewonnen werden. Doch noch gibt es kein Baurecht im neuen Gewerbegebiet und die Stadt Landau hat Vulcan noch kein Gelände verkauft.
Landau fordert Wärme gegen Grundstück
Sie pocht darauf, dass sich Vulcan mit dem Kapitalanleger IKAV und dessen Tochter Geox einigt, die das Landauer Geothermiekraftwerk betreibt. Denn auch das Landauer Kraftwerk soll um eine zusätzliche Bohrung erweitert werden. Oberbürgermeister Dominik Geißler besteht darauf, dass es Grundstücke nur gegen die Zusage gibt, Landau mit Fernwärme zu versorgen. Fernwärme- und Lithiumgewinnung schließen einander nicht aus.
Vulcan teilt weiter mit, sich auch schon einen Standort für die zentrale Lithiumanlage in Frankfurt-Höchst gesichert zu haben. Dort soll die in der Vorderpfalz – neben Landau sind weitere Bohrungen bei Geinsheim, Haßloch und Bad Dürkheim vorgesehen – gewonnene Lithium-Vorstufe zu Lithium verarbeitet werden, wie man es für die Batterieproduktion braucht.
Nach Vulcan-Angaben hat die Landesbergdirektion beim Regierungspräsidium Freiburg Ende Juni Vulcan auch eine Aufsuchungserlaubnis im Aufsuchungsfeld „Ortenau II“ bis Ende 2025 verlängert. Das heißt, dass Vulcan auch zwischen Bühl, Appenweier, Kehl und Rheinmünster nach heißem Wasser suchen darf.