Landau
Spatzenhotel bei Hofmeister
Auf der Wollmesheimer Höhe gibt es ein neues Hotel. Es steht am ehemaligen Hofmeister-Gelände, auf dem ein Wasgau-Markt und Wohnbebauung geplant sind. Aber nicht nur Menschen brauchen ein Dach über dem Kopf, auch der früher allgegenwärtige Sperling oder Spatz.
Der ist zwar noch nicht in seinem Bestand bedroht, sondern in Rheinland-Pfalz noch recht häufig, wie Peter Keller aus Landau weiß, der Präsident der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie (Gnor). Doch auch dieser früher allgegenwärtige Vogel hat laut Keller einiges an seiner Bestandsgröße verloren. Er nennt dafür mehrere Gründe: Hausrenovierungen, bei denen oft die letzten Spalten für das Brutgeschäft verschlossen würden, die zunehmende Versiegelung unter anderem auch durch Schottergärten und ein schwindendes Nahrungsangebot, weil es weniger Samen tragende Pflanzen und weniger Insekten gebe, was vor allem die Aufzucht der Jungen erschwere.
Neubau nach Abriss
Auf der Wollmesheimer Höhe hatte die Untere Naturschutzbehörde bei der Stadtverwaltung Landau die Entfernung der Spatzennester bei den Entkernungs- und Abrissarbeiten nur unter der Voraussetzung zugelassen, dass spätestens einen Monat nach Entfernung der Nester ein Sperlinghotel mit mindestens 42 Nistmöglichkeiten sowie sechs Nisthilfen für Nischenbrüter und vier Nisthilfen für Höhlenbrüter installiert werden. Zu den Nischenbrütern gehören beispielsweise Bachstelzen, Rotkehlchen und Rotschwanz, zu den Höhlenbrütern zählen beispielsweise die Meisen – aber auch die Spatzen.
Eine Zugangskontrolle, welche Vogelart jetzt welches Zimmerchen des Spatzenhotels beziehen wird, wird es aber nicht geben. Das sechseckige Vogelhaus mit 42 Nestern in zwei Etagen, das es auch in einer dreigeschossigen Variante mit 54 Nestern gibt, stammt von dem Unternehmen Agrofor im hessischen Wettenberg.