Landau
So läuft die Impfaktion an der Landauer Uni
Im Prinzip sieht es auf dem Campus der Landauer Uni aus, wie im Impfzentrum – nur ein bisschen improvisierter. Es gibt einen Anmeldebereich, gefolgt von einem Check-In, dann werden die Dokumente an einer weiteren Station noch mal kontrolliert. Es folgt ein Impfaufklärungsbereich mit Ärzten, dann kommen die eigentliche Impfung und der Wartebereich. Aus dem Boden gestampft haben das Impfzentrum rund 50 Freiwillige – Mitarbeiter und Studenten – von Uni-Seite unter Leitung von Britta Mann und das 40 Köpfe starke mobile Impfteam SÜW geführt von Olliver Bartelt. Und das in weniger als einer Woche.
Am Donnerstag vergangener Woche haben beide am Morgen aus der Presse von den an den Hochschulen im Land geplanten Impfaktionen erfahren. Mann wurde von der Uni damit beauftragt, sie ist eigentlich für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zuständig. Bartelt und sein Team haben große Erfahrung – wie er gehören die meisten seiner Kollegen der Wasserwacht unter dem Dach des DRK an. Die Ehrenamtlichen bildeten das erste Impfteam, das in Altenheimen geimpft hat. Das Team sei seitdem zusammen, es habe kaum Wechsel gegeben, sagt Bartelt stolz. „Wir haben Ärzte, Apotheker. Alles Profis.“ Um 16.30 Uhr an besagtem Donnerstag haben er und Mann zur Planung zusammengefunden, am Mittwoch war das Uni-Impfzentrum einsatzbereit. Und der Aufbau war nicht mit dem Hinstellen von Stühlen und Tischen erledigt.
„2500 bis 3000 Dosen wegimpfen“
Nur ein Beispiel: Mann schildert, wie die Kollegen vom Rechenzentrum Räume und Technik umgebaut haben – drei Arbeitstage mit Überstunden habe allein das verschlungen, sagt ein zufällig anwesender Mitarbeiter der IT. Dort ist nun eine provisorische Apotheke, in der unter anderem der Impfstoff aufbewahrt wird.
Was jetzt noch fehlt, sind die Impf-Interessierten. Auf Volllast könnten „locker 150 Leute pro Stunde“ geimpft werden, sagt Bartelt. Am Mittwoch waren es 174, am Donnerstag rund 120, Bis Freitagmittag circa 60, sagt Mann. „Mehr Action und Warteschlangen“ wünscht sich Bartelt, „2500 bis 3000 Dosen würde ich gerne wegimpfen.“ Damit sich der Einsatz für alle Beteiligten auch gelohnt hat. Warum die Aktion noch nicht richtig zieht, ist unklar. Die Vermutung der Verantwortlichen: Es gab zu wenig Werbung im Vorfeld, die ganze Aktion wurde sehr kurzfristig angesetzt.
Nun dürfen auch 16-Jährige
Auch aus diesem Grund wurde reagiert. Zunächst hieß es, die Impfaktion sei nur für Studierende aus dem Land oder Menschen, die an einer Hochschule im Land arbeiten oder studieren sowie für alle Rheinland-Pfälzer zwischen 18 und 27 Jahren geöffnet. Am Donnerstag wurde das Höchstalter aufgehoben – alle ab 18 aufwärts. Am Freitag heißt es nun, man könne auch Menschen ab 16 Jahren impfen – sofern diese ein Attest von ihrem Arzt haben. Keine Anmeldung nötig, der ganze Papierkram wird vor Ort erledigt. Nur ein negativer Test wird gebraucht. Das Angebot ist bewusst niedrigschwellig gewählt, sagt Mann: Damit wolle man Menschen auch die Chance geben, sich spontan gegen das Coronavirus impfen zu lassen. An diesem Wochenende steht das Impfteam zudem nicht wie werktags üblich von 8 bis 18 Uhr bereit, sondern bis 20 Uhr. Die Aktion endet am Dienstag.

