Landau RHEINPFALZ Plus Artikel So kalt ist es im La Ola wirklich

Im Wellenbecken mit der neuen Riesenschildkröte ist es am kältesten.
Im Wellenbecken mit der neuen Riesenschildkröte ist es am kältesten.

Seit September sind die Wasser- und Lufttemperatur im Landauer Freizeitbad um ein Grad abgesenkt. Felix Schönhöfer hat getestet, wie sich das anfühlt. Die Gäste sind sich uneinig, was sie davon halten sollen. Bald kommt dann noch ein Energiezuschlag.

Als ich am Montagmittag an der Kasse des Freizeitbades La Ola stehe, muss ich mich erstmal anstellen. Eine Gruppe Kinder und ihre Eltern machen sich bereit zum Schwimmkurs. Nach einer kurzen Wartezeit gehe ich in die Umkleide, ziehe mich um und stelle mich unter die Dusche. Mal sehen, ob diese auch von den Energiesparmaßnahmen betroffen ist. Ich drehe sie einmal voll auf und verbrenne mir fast die Haut. Hier kann von Energiesparen jedenfalls noch nicht die Rede sein.

Bevor ich gleich ein paar Bahnen im Schwimmerbereich ziehe, setze ich mich kurz ins Nichtschwimmerbecken, das 31 Grad haben soll. Hört sich viel an, aber so richtig kuschelig fühlt es sich nicht an. Ich weiß nicht, ob ich den Temperaturunterschied aktiv spüre oder es mir nur einbilde. Vielleicht habe ich aber auch einfach ein falsches Bild vom Nichtschwimmerbecken, das ich in meiner Kindheit immer als sehr warm empfand. Eine 67-Jährige war mit ihren Enkeln vor einer Woche schonmal im La Ola und erzählt: „Meine Enkel waren im Schwimmkurs im Nichtschwimmerbecken. Nach 45 Minuten hatten sie blaue Lippen und haben gezittert. Das Becken war echt kalt. Heute ist es gefühlt wärmer.“

Temperatur zum Schwimmen in Ordnung

Ich bleibe nicht lange im Flachen. Ich will wissen, wie mein Temperaturempfinden im Schwimmerbecken ist. Dort soll das Wasser 28 Grad haben. Schon beim Eintauchen und auch nach einer halben Stunde Schwimmen muss ich sagen: Ich finde die Wassertemperatur nicht unangenehm. Beim Schwimmen wird einem ja sowieso warm. Neben mir zieht eine 24-Jährige ihre Bahnen. Auch sie scheint gut mit dem Wasser des La Ola zurechtzukommen. „Zum Schwimmen ist die Temperatur völlig in Ordnung“, sagt sie. „Ich war schon in anderen Schwimmbädern, in Bad Bergzabern zum Beispiel, dort ist es viel kälter.“

Während ich auf Bahn fünf immer wieder auf und ab schwimme, machen die Kinder, die an der Kasse vor mir standen, im Nichtschwimmerbecken fleißig ihre Schwimmübungen. Auch nach fast einer halben Stunde wirkt dort kein Kind verfroren. Vielleicht hat die 67-Jährige recht und das Wasser ist heute wirklich etwas wärmer als noch vor einer Woche.

Kaltes Wellenbecken

Genug geschwommen. Jetzt ist es Zeit für den Spaßbereich. Die Düsen und der Duschpilz sind ausgeschaltet, das Wellenbecken ist verwaist. Ich wage mich trotzdem hinein. Außer mir hält nur eine riesige aufblasbare Schildkröte die Stellung, die sich von den kühlen Temperaturen nicht beeindrucken lässt. Laut Auskunft soll das Wasser hier 28 Grad haben. Das Wellenbecken war schon immer das kälteste im Bad. Ich habe also nicht erwartet, mir beim Betreten die Füße zu verbrennen. Als ich den Kreisel betrete, gehen dort auf einmal die Düsen an. Ich bilde mir mal ein, dass das extra für mich passiert ist und lasse mich ein paar Runden treiben.

Dann wird es mir zu kalt. Meine letzte Station soll der Whirlpool sein. Vorher rede ich noch mit zwei Müttern, die mit ihren Kindern im Wintergarten beim Babybecken sitzen. Sie haben das eine Grad Unterschied im Wasser gespürt, wie sie sagen, auch wenn sie es sich schlimmer vorgestellt hatten. Was ihnen aber aufgefallen ist: „Es ist generell kühler im Schwimmbad, nicht nur im Wasser.“ Das kann ich bestätigen. Beim Umherlaufen im Bad sollte man sich vielleicht ein Handtuch umwerfen.

Preiserhöhung kommt

Die beiden Mütter kommen trotzdem gerne mit ihren Kindern ins La Ola. Künftig könnte sich das aber ändern, meint die eine. Nämlich dann, wenn im Dezember der Eintritt aufgrund des Energiezuschlags teurer wird. Eine 120-Minuten-Karte soll dann sieben Euro für Erwachsene, 4,50 Euro für Jugendliche und zwei Euro für Kinder kosten. „Klar hat auch das La Ola Mehrkosten, auf der anderen Seite wird aktuell aber auch weniger geboten. Im Babybecken gibt es keine Blubberblasen, der Außenbereich ist auch nicht offen. Ich denke, dass durch die Preiserhöhung weniger Leute kommen und dass es sich dann für das La Ola auch nicht lohnt.“ Auch die 24-jährige Schwimmerin findet die Preise ab Dezember etwas happig. Ein 82-Jähriger hat dazu eine ganz andere Meinung: „Ich finde den Preisaufschlag völlig okay und sogar wichtig, weil das Schwimmbad nur so überleben kann. Schwimmbäder sind essenziell wichtig für die Kinder, dass sie schwimmen lernen, für Ältere, die fit bleiben wollen und für die ganzen Schwimmsportler.“

Wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage bestätigt, greifen seit dem 1. Oktober weitere Energiesparmaßnahmen, die insbesondere die Saunawelt betreffen. Unter anderem bleiben alle warmen Außenbecken und die Textilsauna geschlossen. Dennoch könne das Hallenbad dadurch die deutlich gestiegenen Bezugspreise für Energie nicht kompensieren, weshalb der Energiebeitrag, sofern der Stadtrat zustimmt, ab 1. Dezember gilt.

Auf die Dusche ist Verlass

Für mich geht es jetzt noch eine Runde in den Whirlpool. All zu lange bleibe ich hier aber auch nicht. Denn auch ihn habe ich irgendwie gemütlicher in Erinnerung. Nach zehn Minuten gehen ohnehin die Blubberblasen aus. Was bedeutet, dass jetzt der nächste Wellengang startet. Ich schaue mir das Spektakel von außen an. Ein paar junge Männer haben sichtlich Spaß mit der neuen Riesenschildkröte.

Dann begebe ich mich aber wieder zu meinem Lieblingsort im Bad: der warmen Dusche. Auf die ist ja wie gesagt Verlass. Neben mir unterhalten sich zwei junge Männer. Der eine ist genau so glücklich wie ich, endlich unter der warmen Dusche zu stehen, der andere findet: So kalt war es jetzt aber auch nicht. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.

Die Schwimmer haben kein Problem mit der Wassertemperatur.
Die Schwimmer haben kein Problem mit der Wassertemperatur.
Felix Schönhöfer
Felix Schönhöfer
x