Landau Seniorin abgezockt
Vergangenen Dienstagabend hat ein Unbekannter bei einer älteren Frau aus dem Raum Südliche Weinstraße einen sechsstelligen Geldbetrag erschwindelt. Der Mann hatte sich in mehreren Anrufen als Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden ausgegeben und seinem Opfer glaubhaft gemacht, dass ihr Geld auf der Bank nicht mehr sicher sei und sie es an die Polizei übergeben müsse. Von dem Abholer ist nur bekannt, dass er korpulent ist. Am Mittwoch dämmerte der Frau, dass sie Betrügern aufgesessen war. Nähere Angaben zu dem Vorfall lehnt die Polizei derzeit ab, nicht zuletzt zum Schutz des Opfers. Sie warnt aber erneut vor der „Polizisten-Masche“, die offenbar den Enkeltrick ablöst. Für die Täter ist es kein Problem, eine beliebige, scheinbar seriöse Rufnummer auf dem Telefondisplay anzeigen zu lassen. Anrufern sollte man keine Fragen zu persönlichen und finanziellen Dingen beantworten. Niemals sollten Bargeld oder Schmuck unbekannten Personen ausgehändigt werden. Die Polizei bittet darum, in jedem Verdachtsfall informiert zu werden. „Bei uns war das nicht“, sagt Jürgen Büchler, Vorstandsmitglied bei der VR-Bank Südpfalz. Es gebe nicht nur ein Infoblatt der Polizei zu dem Thema, sondern genaue Arbeitsanweisungen für alle Mitarbeiter, um den Enkeltrick und ähnliche Fälle zu verhindern. Bei auffälligen Abhebungen werde immer nachgefragt. So sei beispielsweise im Januar ein Versuch gescheitert, bei dem 35.000 Euro angeblich für einen Notar abgehoben werden sollten. Auch die Sparkasse Südliche Weinstraße schult ihr Personal regelmäßig in Betrugsprävention, sagt Pressesprecher Olaf Rühmeier. Warnhinweise des Verbandes und der Polizei würden regelmäßig ins interne Informationssystem eingespeist. In Landau hatte sich bereits im März ein Anrufer bei fünf Haushalten nach Wertgegenständen und Tresoren erkundigt. Alle Angerufenen hatten dies durchschaut und die echte Polizei alarmiert (wir berichteten am 3. März). Hinter dem Trick stecken kriminelle Banden, die in vielen Fällen aus Callcentern in der Türkei agieren (wir berichteten ausführlich am 11. September auf der Seite Südwestdeutsche Zeitung). Info Tipps und Ratschläge zur Vorbeugung erfährt man auf der Homepage www.polizei-beratung.de