Landau Schulhof und Stadtbild verschönert

In Dahn wurden im Rahmen des „Changemaker“-Projektes die Mülltonnen bemalt, um den Schulhof zu verschönern.
In Dahn wurden im Rahmen des »Changemaker«-Projektes die Mülltonnen bemalt, um den Schulhof zu verschönern.

Zwei Jahre lang sind Jungen und Mädchen von insgesamt 15 Schulen aus der Region als „Changemaker“ aufgetreten. Sie haben sich an dem gleichnamigen Projekt der Bürgerstiftung Pfalz beteiligt, die sie dazu motivierte, im Rahmen ihres Unterrichts mit eigenen Ideen ihr Umfeld neu zu gestalten. Projektleiterin Frauke Hahn blickt auf zahlreiche erfolgreiche Aktionen zurück.

So haben Jugendliche der Altenbergschule in Bad Bergzabern sich dafür eingesetzt, unter dem Motto „Vielfalt: Alt und Jung“ das Stadtbild zu verschönern, indem sie auf dem Marktplatz eine ältere Dame mit einem Kind auf dem Fahrrad malten. In der Grundschule Gleiszellen-Gleishorbach setzen sich Kinder in einer neu gegründeten AG mit dem Thema Bienen auseinander. An der Grundschule Süd in Landau hingegen bauen alle vier Jahrgänge Kräuter und Gemüse im Schulgarten an und teilen ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit an Demenz erkrankten Bewohnern des benachbarten Altenheimes. Diese und einige weitere Projekte, die in den vergangenen zwei Jahren an Schulen in der Südpfalz und Südwestpfalz realisiert wurden, beruhen auf der Methode „Lernen durch Engagement“ (LdE). Sie hat zum Ziel, gesellschaftliches Engagement von Kindern und Jugendlichen fest im Schulalltag zu verankern und mit dem Unterricht zu verbinden. Statt an der Schulbank dem Unterricht zu folgen, sind die Jungen und Mädchen draußen an öffentlichen Plätzen oder in der Natur am Werk und lernen, Verantwortung zu übernehmen. Dabei merken die Jugendlichen, dass es sich lohnt, sich für die Gemeinschaft einzusetzen. So machen sie die Erfahrung, dass sie ihr Umfeld mitgestalten können, wenn sie es denn auch wollen. Die Aktionen, die von der Bürgerstiftung Pfalz begleitet wurden, fanden zu Schulzeiten statt. In der Realschule plus in Dahn beispielsweise hat Kunstlehrerin Sabine Daibel-Kaiser regelmäßig ihre Unterrichtsstunden zur Verfügung gestellt, damit die Fünftklässler verschiedene Projekte angehen können. Diese wurden auch erfolgreich umgesetzt, wie Daibel-Kaiser informiert. So haben die Schüler mit einer Umfrage bewirken können, dass an dem Kiosk neuerdings Obst verkauft wird. Mitschüler haben sich von ihrer künstlerischen Seite gezeigt und Mülltonnen angemalt. Die Methode „Lernen durch Engagement“ wird bundesweit an Schulen praktiziert, einige Einrichtungen haben es sogar als Wahlpflichtfach im Unterricht integriert. Mit dem Changemaker-Projekt habe die Bürgerstiftung Pfalz, die seit 2008 besteht, neue Schulen diese Methode näherbringen wollen, sagt Projektleiterin Frauke Hahn. „Insbesondere Förderschulen und inklusiv arbeitende Regelschulen wollten wir damit ansprechen.“ Nach der zweijährigen Projektzeit zieht Hahn ein positives Fazit. Besonders Freude bereite ihr, dass sie nicht nur die Schüler dazu motivieren konnte, als Changemaker aufzutreten, sondern offensichtlich auch den Schulen den entscheidenden Impuls geben konnte, auch in Zukunft ähnliche Projekte bei sich anzugehen. Finanziell gefördert wurden die Projekte übrigens durch die Kinderhilfsaktion SWR Herzenssache und der Dieter-Kissel-Stiftung. Jeweils 500 Euro hatten die Einrichtungen zur Verfügung. Einige hatten das Glück, Kooperationspartner an ihrer Seite zu haben, beispielsweise die Realschüler aus Dahn. Sie konnten sich über Tipps von der in Albersweiler wohnende Künstlerin Myra Stone freuen. Die Methode „Lernen durch Engagement“ ist auch als „Service Learning“ bekannt. So wird in den USA die Idee bezeichnet, Schule und Engagement zu verbinden. Dort stammt der Gedanke im Übrigen auch her. Entsprechend üben Kinder dort bereits in Kindergarten den Dienst an der Gemeinschaft. Sie beteiligen sich an Umweltschutzprojekten, helfen sozial benachteiligten Menschen oder unterstützen Hilfsbedürftige.

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