Landau
Schock-Nachricht? Vulcan-Partner will weniger E-Autos bauen
Kenner der Automobilbranche hat diese Nachricht überrascht: Stellantis – zum zweitgrößten Autokonzern Europas gehören unter anderem Opel, Peugeot, Citroën und Fiat – hat angekündigt, den offensiven E-Auto-Kurs zu beenden und stattdessen wieder mehr auf Verbrenner zu setzen, genauer gesagt auf Diesel. Der Konzern ließ vor einigen Tagen wissen, dass die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen zu optimistisch eingeschätzt worden sei. Stellantis hat mit seiner Verbrenner-Rückkehr vor allem die Märkte Lateinamerikas und Nordafrikas im Blick. Könnte diese Entscheidung auch Auswirkungen auf Landau haben?
Stellantis ist nämlich ein wichtiger strategischer Partner von Vulcan. Das Unternehmen will in der Südpfalz Lithium fördern, jenen Stoff für die Produktion von E-Auto-Motoren. Die Stadt Landau soll zudem von dem Unternehmen über die Geothermie-Technik mit Fernwärme versorgt werden. Derzeit laufen Arbeiten für eine Förderanlage nahe der A65, wo Vulcan ein großes Gelände erworben hat. Die Anlage soll im Sommer 2028 in Betrieb genommen werden.
Vulcan: Lithium-Vertrag mit Stellantis
Wie das Unternehmen auf Anfrage der RHEINPFALZ mitteilt, haben Stellantis und Vulcan 2021 einen verbindlichen Lithium-Abnahmevertrag geschlossen, der 2022 mit Blick auf eine langfristige Zusammenarbeit verlängert wurde. Demnach hat der Autokonzern 50 Millionen in das Vulcan-Vorhaben investiert. Stellantis hält damit rund 2,4 Prozent der Unternehmensanteile.
Wie bewertet Vulcan die Mitteilung von Stellantis, weniger E-Autos bauen zu wollen, mit Blick auf sein Lithium-Projekt, das ja gerade für den Bau von E-Autos angegangen wird? „Vulcan kommentiert strategische Entscheidungen einzelner Automobilhersteller grundsätzlich nicht“, heißt es da. Der Fokus liege unverändert auf der Umsetzung des eigenen Lithium-Projekts.