Landau „Schlangen sind dumm“

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Mit zwei großen Styropor-Behältern steht der Landauer Reptilium-Mitarbeiter Jan Schmidt vor der Tür der Klingbachschule in Billigheim-Ingenheim. Die Spannung ist groß, nicht nur bei den Kindern. Zuerst holt er ein Netzpython aus einem Kopfkissenbezug. Joel fragt leicht irritiert: „Wohnt die im Kopfkissen? Ist die echt?“ Jan bestätigt grinsend: „Ja, die ist echt!“. Großes Raunen auf den kleinen Stühlchen ist die Antwort.

Jan erklärt, dass Schlangen nicht erwürgen, sondern erdrücken. Amelie und Ben schauen mit großen Augen die Schlangen an. Mehr als ein „Aha!“ ist nicht zu hören. „Wie oft bekommt so ein Tier eigentlich Futter?“, wird aus den ersten Reihen gefragt. Dazu erklärt Reptilien-Dompteur Jan: „Ein oder zweimal in der Woche. In freier Wildbahn fressen sie auch Ratten oder Hasen.“ Dazu meint Schulkind Jan trocken: „Ich esse fünfmal am Tag, aber keine Ratten!“ Der kleine Netzpython hat noch keinen Namen. Ein Tier ohne Namen – das geht gar nicht! So fragt Jan Schmitt die Kinder nach Vorschlägen. Nach Lisa, Max, Felix, Isabella, entscheiden sich die Schulkinder mehrheitlich für Lisa. Ab sofort trägt nun die kleine braun-schwarz gemusterte Schlange diesen Namen. Die angehende Erzieherin Charlotte Heisel hatte die Idee für die Ganztagskinder der ersten Klasse. Im Rahmen ihres Abschlussprojekts zur Ausbildung als Erzieherin lud sie Albertinchen und ihre Freunde zu einem Besuch ein. Und die Kinder waren beeindruckt von der eigenwillig aussehenden Schlange, der Bartagame oder dem Skorpion. Star bei den Kindern war jedoch Albertinchen. Der etwa 14 Jahre alte Tigerpython, die auch Kaugummischlange genannt wird, wiegt 20 Kilogramm schwer, hat rote Augen und ist nicht unbedingt kinderlieb, aber sanftmütig. Als Albertinchen die Tafel und den Schwamm mit ihrer Zunge erkundet, lachen die Kinder. Jan Schmidt erklärt dazu: „Schlangen sehen schlecht, hören aber dafür sehr gut. Sie nehmen über ihre Zunge alle Eindrücke auf. Und – diese Tiere sind nicht so fit im Hirn.“ Fragezeichen stehen da in den Augen der Erstklässler. „Also“, erklärt er weiter, „man kann sagen, Schlangen sind dumm.“ „Aber gefährlich“, merkt Julienne leise an. Alleine ausziehen kann sie sich auch, wird von Zoe erklärt: „Schlangen schlüpfen doch aus ihrer Haut. Solch eine habe ich schon mal gesehen.“ Klassenlehrerin Angelika Schäfer und Charlotte Heisel erzählen: „Im Vorfeld haben wir uns intensiv mit Reptilien beschäftigt. Auch steht noch ein Ausflug in den Zoo an. Die Kinder freuen sich sehr, solche Tiere mal hautnah zu erleben.“ |alve

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